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Anno 1701

Preis: ca. EUR 40,-

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Erschienen bei:
Sunflowers

Siedeln und aufbauen bis der Arzt kommt. Unter diesem Motto könnte das neue „Anno 1701“ laufen. Das Potenzial hierfür, tage- und nächtelanges festkleben am heimischen Bildschirm, unter Nichtbeachtung bzw. schieren Vergessens des physiologischen Grundbedürfnisses Nahrung, hat der neuste Spross der beliebten Anno-Serie allemal.

Nach einem aufwändig gerenderten Intro gelangt Ihr in das Optionsmenü von „Anno 1701“. Einsteiger sollten sich hier die grundsätzlichen Regeln in dem optionalen Tutorial erklären lassen, während Veteranen sich gleich an die verschiedenen Szenarien wagen können oder mit dem Herzstück des Titels, dem Endlosspiel beginnen. Natürlich könnt Ihr in „Anno 1701 auch via LAN oder im Netz gegen menschliche Kontrahenten um die Wette siedeln. Die augenscheinlichste Neuerung im Spiel ist die optische Grafikpracht, welche in ihrer ganzen dreidimensionalen Schönheit eine äußerst liebevoll detaillierte Welt auf den Bildschirm zaubert. Besondere Mühe haben sich die Programmierer mit den Wassereffekten gegeben, welche besonders mit einer Shader 3.0 Karte einfach äußerst schick aussehen. Das ist auch gut so.

Schließlich gibt es traditionell bei Anno-Spielen immer viel Wasser zu sehen. Außerdem gibt es von Anfang an den Freien Händler im Spiel, mit dem Ihr ohne Verträge handeln könnt. Dies ist besonders in der ersten Aufbauphase nützlich, da Ihr benötigte Rohstoffe beim freien Händler ein- und Eure eigenen verkaufen könnt. Allerdings verlangt dieser hohe Einkaufspreise und gibt Euch für Eure Waren nur den Niedrigstpreis. Von Zeit zu Zeit vergibt der freie Händler auch kleinere Aufträge. Erfüllt Ihr diese, winken Gold und wertvolle Waren als Belohnung. Am bewährten Spielprinzip hat sich seit „Anno 1602“ nichts verändert. Je nach Schwierigkeitsgrad beginnt Ihr das Spiel mit einem Startkontor am Strand oder einem Entdeckerschiff auf hoher See und müsst selbige erst suchen. Welche Rohstoffe und Anbaumöglichkeiten die jeweilige Insel hergibt, könnt Ihr bequem bei Sichtung am obern linken Bildschirmrand sehen. Am fruchtbarsten sind Inseln vulkanischen Ursprungs. Dummerweise neigen die Vulkane dazu, von Zeit zu Zeit auszubrechen.

Bei der herausfordernden Aufgabe, aus einem kleinen unscheinbaren Dörfchen eine ausgewachsene Stadt aus dem Boden zu stampfen, solltet Ihr aber nie die Bedürfnisse Eurer Bewohner aus dem Auge lassen oder gar schmählich vernachlässigen. Sind diese unzufrieden oder gar zornig, fangen sie an in den Straßen zu rebellieren, Häuser anzuzünden und Eure Stadt zu verlassen. Letzteres solltet Ihr unbedingt vermeiden, da die Steuereinnahmen Eurer Bevölkerung, trotz allen Handels, den Löwenanteil Eurer monatlichen Einnahmen ausmachen. Anfangs sind die Bedürfnisse der Siedler noch leicht zu befriedigen. Diese sind einfach mit einem Dorfplatz, einer Kirche und Nahrung, sowie Stoffe zu befriedigen. Mit zunehmender Zivilisationsstufe erhaltet Ihr immer mehr Zugriff auf neue Gebäude und Forschungsoptionen. Im Gegenzug wachsen die Bedürfnisse der Bevölkerung. Manche Rohstoffe oder Waren könnt Ihr nicht auf Eurer Insel anbauen bzw. produzieren, was Euch zur Expansion, also der Besiedelung neuer Inseln zwingt. Über die hohe Kunst der Diplomatie könnt Ihr Handelsverträge mit anderen Parteien oder fremden Nationen abschließen. Auch subtilere Methoden wie das sabotieren von unliebsamen Mitbewerbern sind im späteren Spielverlauf möglich.

Sollte alle Diplomatie scheitern, könnt Ihr auch eine militärische Lösung erzwingen. Ein stehendes Heer kostet Euch aber eine hübsche Summe Geld. Zum Schutz Eurer wertvollen Fracht solltet Ihr jedoch bald Kriegsschiffe bauen, welche Ihr als Geleitschutz der Schiffskonvois oder der Bewachung der eignen Küste einsetzt. Auch wenn Ihr Euch nicht auf Kriegsfuß mit einem Eurer Nachbarn befindet kreuzen genügend Piratenschiffe die Meere und warten nur auf fette Beute in Form eines voll beladenen, langsamen und unbewaffneten Handelsschiffes. Trotz aller Finesse und Möglichkeiten bleibt „Anno 1701“ stets Einsteigerfreundlich, was mitunter an der übersichtlichen Menü- und Inventarsteuerung liegt. Zur guten Atmosphäre tragen die gelungene Sprachausgabe der KI-Mitspieler und Einwohner, sowie die exzellente Musikbegleitung entscheidend bei.

Fazit: Unter den Aufbauspielen ist „Anno 1701“ die neue Referenz. Der einzige Wehrmutstropen ist das fehlen einer spannenden Kampagne. In allen anderen Belangen konnte mich das Spiel voll überzeugen. Für Anno-Fans ist das Spiel sowieso ein Pflichtkauf. Also dann, viel Spaß und vergesst nicht die Nahrungsaufnahme.

Sven Eggen

Systemvoraussetzungen:
Windows 2000/XP
CPU mit 2,2 GHz
512 MB RAM
64 MB Grafikkarte
3,5 GB HD