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Command & Conquer 3:
Tiberium Wars

Preis: ca. EUR 45,-

Erschienen bei:
Electronic Arts

Wusstet Ihr schon, dass abgrundtiefe Bösewichter ein ganz besonderes Talent besitzen? Nein, ich schon! Die Fieslinge werden erschossen, fallen in bodenlose Schluchten oder werden von tonnenschweren Gebäuden begraben etc. Doch so sicher wie das Amen in der Kirche stehen sie in der nächsten Folge / Teil wieder lächelnd vor Euch. Ich weiß noch nicht, welche universellen Abläufe im Kosmos für diese Gesetzmäßigkeiten zuständig sind und möchte Euch diesbezüglich auch nicht mit halbgaren Theorien langweilen. Eigentlich ist mir der Grund auch ziemlich Wurscht. Hauptsache ist doch: „Kane is back“ und mit ihm geht eine meiner liebsten Echtzeitstrategie-Serien in die heiß erwartete dritte Runde.

Im Jahre 2047 hat sich das Tiberium weiter auf der Erde ausgebreitet. Nur noch wenige Prozent der Erde sind von dem grünen Mineral verschont. In diesen „blauen Zonen“ herrscht die Global Defensiv-Initiative (GDI). Die „gelben Zonen“ sind schon stark verseucht und das Hoheitsgebiet der Nod-Anhänger. In den „roten Zonen“ ist schlussendlich kein Leben mehr möglich. Gleich zum Auftakt lässt Bösewicht Kane mit einem smarten Lächeln eine Raumstation samt wichtigen Regierungsoberhäuptern in die Luft fliegen und nutzt die Verwirrung zu einer Großoffensive auf die GDI.

Der klassische Konflikt, der beiden Parteien um die Herrschaft über den Globus und das Tiberium bricht von neuem aus, mit dem Unterschied, dass sich diesmal eine dritte Fraktion an den Kämpfen beteiligt. Die Scrin sind wahrlich nicht von dieser Welt sondern waschechte Aliens. Interessanter Weise sind die Aliens geradezu auf das Tiberum angewiesen, was natürlich die Spekulation zulässt, ob hier nicht eine lang geplante Invasion der Erde beginnt. Sicher ist auf jeden Fall, dass die Scrin sich in den roten Zonen geradezu heimisch fühlen. Was genau die Scrin nun auf die Erde treibt müsst ihr aber schon selbst herausfinden. Zunächst bietet Euch Commander & Conquer - Tiberium Wars die zwei Kampagnen von GDI und NOD. Zum trainieren bietet sich der Gefechtsmodus gegen die KI an, um dann später seine Künste im Multiplayer via LAN oder Netz gegen anderer Spieler zu testen. Mit 20 verfügbaren Karten, darunter neun für Zwei-Spieler Duelle, fällt die Kartenanzahl etwas mager aus. Habt Ihr die GDI und NOD Kampagne gemeistert, winkt als Belohnung die kurze Scrin Kampagne.

Die drei Fraktionen spielen sich äußerst unterschiedlich, haben ihre Stärken und Schwächen, wobei das Balancing durchaus als gelungen bezeichnet werden kann. Die GDI setzt auf starke Panzerung und mächtige, schlagkräftige aber langsame Einheiten wie z.B. den berühmten Mammutpanzer und den Juggernaut, einen Artillerie-Mech, der mithilfe von vorgelagerten Scharfschützen-Scouts auch weit entfernte Ziele unter Beschuss nehmen kann. Orca- und Firehawk-Flugeinheiten sowie schnelle Truppentransporter und Kampfbuggys runden das Bild ab. Die Basisabwehrgeschütze sind bei der GDI im direkten Vergleich zu den Kontrahenten eher mager ausgefallen. Dafür könnt Ihr allerdings das fahrbare Rigfahrzeug produzieren, welches sich vor Ort zu einer Werkstatt samt Geschützen entpackt. Die Bruderschaft von NOD geht da schon ganz anders vor. Hinterhältige Angriffe mit Tarnpanzer und –bomber sowie mit Ultraleichtfliegern ausgestattete Shadow-Teams sind nur einige Möglichkeiten, welche der Sekte zur Verfügung stehen. Als NOD-General solltet

Ihr zunächst durch nadelstichartige Aktionen den Gegner weichklopfen um ihn dann im geschwächten Zustand mit aller Macht zu überrennen. Die mächtigste Einheit der Sekte ist der Avata-Bot. Das stählerne Ungetüm kann sogar die Fähigkeiten anderer Fahrzeuge assimilieren. Die Scrin haben schnelle Bodentruppen und gebieten mit dem Anihilator-Tripod über eine der stärksten Bodeneinheiten im Spiel, besonders wenn das Upgrade Schutzschild erforscht wird. Die wahre Stärke der Scrin liegt jedoch in ihrer starken Luftwaffe und dem Mastermind, einer Alieneinheit, welche Truppen per Gedankenkraft von A nach B transportieren kann. Besonders in der Anfangsphase zeichnen sich die Aliens durch eine schnelle Expansion aus. In Sachen Bedienungskomfort gibt sich Commander & Conquer 3 keine Blöße. Das Interface ist vorbildlich und intuitiv gestaltet. Wer die Vorgänger schon gespielt hat, wird sich hier auf Anhieb heimisch fühlen. Wie auch schon in den Vorgängern treiben Videosequenzen mit realen Schauspielern die Handlung voran.

Mit dabei sind bekannte Akteure wie z.B. Billy Dee Williams (Star Wars), Michael Ironside (Starship Troopers) und Joe Kucan, dem Original-Bösewicht aus dem ersten Teil der Commander & Conquer Serie. Grafisch brennt Commander & Conquer 3 ein Feuerwerk der Extra-Klasse auf Eurem Bildschirm ab, welches durch gelungene Soundsamples und Effekte gekonnt untermalt wird. Seht Euch einfach die Screen-Shots an und Ihr wisst was ich meine. Wirklich Neues sucht Ihr aber auch bei diesem Titel vergebens. Dafür hat Euch das gute alte Commander & Conquer Feeling schon nach wenigen Minuten am Bildschirm festgenagelt. Ein Ärgernis sind nach wie vor die dämlichen Sammler. Die munteren Bürschchen haben es noch immer nicht gelernt, auf der Suche nach neuen Tiberiumfeldern nicht direkt in die feindliche Streitmacht oder Basis zu fahren. Auch die Infanterie ignoriert noch immer die für sie gefährlichen Tiberiumfelder und läuft in Todesverachtung wie die Lemminge über diese.

Fazit: Furioser dritter Teil der Commander & Conquer Reihe im Tiberiumkonflikt mit Bombast-Grafik. Wer auf schnelle actionreiche Echtzeit-Strategie steht, kommt um diesen Titel eigentlich nicht herum. Lediglich kleinere Schnitzer wie das alte Sammlerproblem trüben den ansonsten strahlend blauen Spielhimmel.

Sven Eggen

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