PC  
 
Company of Heroes

Preis: ca. EUR 45,-

Entwickler:
Relic

Erschienen bei:
THQ

Es ist wieder einmal D-Day. Infanterietruppen stürmen aus ihren schwimmenden Transportern, um nur im nächsten Moment Opfer des tödlichen Abwehrfeuers zu werden. Nach zahlreichen Verlusten und unter Ausnutzung sich jeder bietenden Möglichkeit von Deckung, schaffen es meine Jungs, auf Handgranatenreichweite der deutschen Bunkerstellungen zu kommen. Nach weiteren heftigen Scharmützeln habe ich den Strandabschnitt gesichert, der Redakteur wischt sich den Schweiß von der Stirn, die erste Mission von Company of Heroes ist geschafft!

Ja, ja, ich weiß was so mancher jetzt denken wird. Nicht schon wieder der zweite Weltkrieg und bitte nicht schon wieder die Normandie. Nach unzähligen Ego-Shootern und Taktik-Spielen habe auch ich mittlerweile das Gefühl, dort jede Panzerhecke und jeden Busch mit Vornamen zu kennen. Doch schon nach wenigen Minuten sind alle Vorbehalte vergessen. Der Grund: Das Echtzeitspektakel hat es mit seiner süchtig machenden Spielemechanik, genialen Grafik und tollen Atmosphäre mächtig in sich. In „Company of Heroes“ führt Ihr die Soldaten und Fahrzeuge der amerikanischen Able-Kompanie quer durch die Normandie und seid tatkräftig an der Befreiung wohlbekannter Landstriche wie Cherbourg, Carentan oder Falaise maßgeblich beteiligt.

In der Kampagnen-Mission spielt Ihr wie oben erwähnt die Alliierten, wobei Zwischensequenzen die Handlung vorantreiben. Leider scheint die Zeit nicht für eine Wehmachtskampagne gereicht zu haben, denn diese glänzt mit Abwesenheit. Dafür dürft Ihr im Skirmish oder Multiplayer via Netz oder LAN die deutschen Truppen befehligen. Das Spielprinzip baut auf actionreiche Schlachten, der Aufbaupart fällt dagegen simpel aus und hält sich in Grenzen. Die drei Ressourcen Treibstoff, Munition und Arbeitskräfte erlangt man durch das Erobern von Sektoren. Das zwingt selbst Stubenhocker, die Einigeltaktik aufzugeben. Denn zum einem bestimmt die Anzahl der besetzten Sektoren das Truppenlimit und zum anderen könnt Ihr Verluste schnell wieder aufstocken. Wem dieses Spielprinzip bekannt vorkommt sollte nicht verwundert sein, denn Entwickler Relic hat viele Elemente aus dem Echtzeitstrategie-Titel „Dawn of War“ übernommen. Die Infanterie ist in „Company of Heros“ nicht bloßes Kanonenfutter sondern das Rückgrat Eurer Armee. Die Jungs werden in Gruppen zu je sechs Mann produziert und können per Up-Grade bessere Waffen bekommen und feindliche Gerätschaften wie schwere Maschinengewehre, PAK´s oder Mörser übernehmen.

Natürlich könnt Ihr in Euren Gebäuden auch gleich solche Mannschaften produzieren. Zudem verfügen sie, je nach Truppentyp, über Spezailfähigkeiten wie z.B. Speerfeuer, oder Sprengsätze an Gebäuden anbringen. Deckung spielt für die Infanterie eine lebenswichtige Rolle. Während des Gefechts auf offenem Feld zu stehen grenzt an Wahnsinn. Viel besser ist Eure Infanterie hinter Mauern, Fahrzeugen, Hecken oder in Mulden und Gebäuden aufgehoben. Wie gut sich das Gelände als jeweilige Deckung eignet, zeigt Euch das Spiel mit dem Cursor an. Natürlich bietet Euch das Spiel einen reichhaltigen Fuhrpark. Vom leichten Truppentransporter bis zum kampfstarken Panzer ist alles in verschiednen Ausführungen vertreten und darf mit verschiednen Up-Grades ausgestattet werden. Außerdem sammeln alle Einheiten Erfahrungspunkte und können so nach einer Weile zum Veteranenstatus aufsteigen. Erfahrene Einheiten können besser austeilen und schießen genauer als ihre anderen Kollegen. Neben dem Erhalt von Erfahrung erntet Ihr durch erfolgreich Kämpfe noch Spezialpunkte. Mit diesen könnt Ihr z.B. Luftangriffe anfordern, Fallschirmjäger absetzten oder die Fähigkeiten Eurer Bodentruppen erhöhen. Auf diese Weise gewinnt „Company of Heros“ eine zusätzlich taktische Note, da die Spezialfähigkeiten, zum richtigen Zeitpunkt eingesetzt, oft das Kriegsglück entscheiden können.

Company of Heroes sieht mit vollen Details einfach tierisch gut aus. Hierfür müsst Ihr nur einen Blick auf die Bilder werfen. Was Ihr allerdings nicht sehen könnt ist die tolle Physik-Engine und deren Auswirkungen auf das Spielgeschehen. Häuser krachen nicht einfach zusammen sondern verwandeln sich Stück für Stück in zerfallene Ruinen. Bei Artillerieeinschlägen schießen mit lautem Getöse Erdfontänen in die Luft, welche tiefe Krater in die Erde schlagen. Spielerisch können solche neu entstandenen Löcher prima als Deckung für Eure Infanterie genutzt werden. Ein zusätzliches Plus an Atmosphäre erzeugen die brachialen Soundeffekte. Man spürt fast wie die Kugeln einem selbst um die Ohren fliegen. Wenn dann zwischen dem lauten Krachen eines schweren MGs und dem lärmenden rasseln von anrückenden Panzerketten einer Eurer Männer verbittert schreit „Scheiße, sie haben Lempke erwischt“ fühlt man sich mittendrin im Geschehen.

Fazit: Anfangs hatte ich wegen des zweiten Weltkriegsszenarios doch starke Bedenken. „Nicht schon wieder“, dachte ich mir. Doch schon nach wenigen Minuten wichen diese Bedenken purer Spielfreude. „Company of Heoroes“ spielt sich flott und fesselt dank grandioser Atmosphäre, effektvoller Grafik und genialer Spielemechanik den Spieler binnen kürzester Zeit am Bildschirm fest. Prädikat: Besonders wertvoll!

Sven Eggen

Systemvoraussetzungen:
Windows XP oder Vista
CPU mit 2,0 GHz
512 MB RAM
64 MB Grafikkarte (Directx 9.0c)
6,5 GB HD

DVD-Laufwerk