PC  
 

Crysis -
Collectors Edition

Preis: ca. EUR 60,-

Entwickler:
Crytek

Erschienen bei:
Electronic Arts

Wenn zwei sich streiten freut sich der dritte. Ein Motto, das sich auch in der Rahmenhandlung des erwarteten Überfliegers Crysis wiederspiegelt. Der heiß ersehnte Ego-Shooter aus dem Hause Crytek machte schon im Vorfeld insbesondere durch seine spektakuläre Grafik von sich Reden. Wie es mit den anderen inneren Werten des Spiels verhält könnt Ihr, wenn Ihr möchtet, hier nachlesen.

Crysis möchte sowohl den Solo,- als auch den Multiplayern unter Euch gerecht werden, weshalb Ihr Euch am Anfang zwischen der Kampagne oder einem Spiel via LAN bzw. Internet entscheidet. Der Multiplayer-Part von Crysis ist dabei keine kleine Zugabe, sondern verfügt über verschiedene Modi, inklusive Fuhrpark. Wie auch schon im quasi Vorgänger Far Cry sind manche Karten schon beinahe zu riesig ausgefallen und sollten nur mit genügend Teilnehmern gespielt werden, es sei denn Ihr liebt die Einsamkeit. Zur Truppenauswahl stehen die USA und die Koreaner bereit, die Aliens bleiben aus verständlichen Gründen außen vor.

Um zwischen den Parteien die Balance zu wahren, sind beide Fraktionen mit gleichwertigen Nanosuits Kampfanzügen ausgestattet. Es können sich immerhin bis zu 32 Spieler gleichzeitig auf einer Karte tummeln. Der Auftakt der Solo-Kampagne beginnt eigentlich ganz harmlos. Der Ort des Geschehens ist eine kleine Bilderbuchinsel im südchinesischen Meer. Ihr schlüpft in die Rolle des US- Elitesoldaten Nomad, welcher sich mit seiner Einheit gleich zu beginn des Abenteuers per Fallschirm bei Nacht und Mondschein auf eben jenes Eiland begibt. Der Auftrag lautet, den Verbleib einiger Wissenschaftler zu klären, die auf der Insel einer wichtigen Entdeckung auf der Spur sind, sich aber schon seit geraumer Zeit nicht mehr gemeldet haben. Die einfache Erkundung- und Spähmission entwickelt sich jedoch sehr schnell zum ausgewachsenen Kleinkrieg, denn die nordkoreanische Streikkräfte haben von den Forschungen der auf der Insel Wind bekommen und wollen ein mächtiges Stück vom Fund haben.

Wie Eingangs des Textes schon erwähnt tritt ab der Hälfte der Kampagne eine dritte Fraktion auf den Plan, mit der keiner der beiden Streithähne gerechnet hätte. Die Wissenschaftler sind nämlich auf ein riesiges Alienschiff samt schlummernder Insassen gestoßen, welche durch die Aktivitäten auf der Insel jetzt langsam erwachen und nicht gerade freundlich gesinnt sind. Um gegen eine solche Übermacht überhaupt den Hauch einer Chance zu haben, setzt die kleine Einheit auf Klasse statt Masse. Der hochmoderne Nanosuit, in dem Ihr und der Rest der Kameraden stecken haben es mächtig in sich. Das technische Meisterstück steigert Kraft und Tempo des Trägers erheblich. Außerdem verfügt der Nanosuit über hervorragende Panzerungseigenschaften, sowie eine integrierte Tarnung. Im Spiel selbst müsst Ihr stets auswählen, welcher Modus gerade der taktisch richtige für Eure Spielweise bzw. die Situation ist, denn es kann immer nur eine Fähigkeit auf einmal aktiv sein. Da die feindliche KI nicht von schlechten Eltern ist bringt einfaches drauf los schießen und nach vorne rennen höchstens den schnellen Heldentod.

Erst durch das geschickte Kombinieren der Fähigkeiten des Anzugs habt Ihr eine Chance gegen die zahlenmäßig weit überlegenen Gegner. Da ist natürlich auch die Wahl der richtigen Waffe für den richtigen Job nicht von minderwichtiger Bedeutung. Auch hier lässt Crysis dem Spieler die Möglichkeit, die Waffen je nach Situation und Geschmack den Gegebenheiten anzupassen. So könnt Ihr verschiedene Extras wie Schalldämpfer, Zielfernrohr, Taschenlampe und taktische Aufsätze wie Laserzielhilfe an das Arbeitsgerät anbringen. Das Waffenarsenal umfasst zunächst gängige Handfeuerwaffen, Maschinen,- Scharfschützen,-und Sturmgewehre und Pump Guns, sowie Granaten und den obligatorischen Raketenwerfer. Mit zunehmender Spieldauer bekommt Ihr sogar fiktive Waffen und erbeutete Alientechnologie in die Hände. Neben einer unterhaltsamen, wenn auch vorhersehbaren Story ist es besonders die gelungene Spielemechanik, welche den Shooter neben der sagenhaften Optik aus dem Einheitsbrei hervorhebt. Viele Gegenstände können aufgenommen und als Wurfgeschoss verwendet werden.

Baumstämme knicken unter Beschuss zusammen und in der dichten Vegetation der Dschungellandschaft kann man sich wirklich gut verstecken, was aber auch für die Gegner gilt. Fahrzeuge hinterlassen bleibende Furchen, Gebäude zersplittern in ihre Bestandteile, sprich die Welt von Crysis ist in sich schlüssig und die wohl glaubhafteste, die ich je in einem Computerspiel bestaunen durfte. Da die einzelnen Abschnitte des Spiel recht groß sind dürft Ihr Euch hinter das Steuer unterschiedlicher Fahrzeuge oder Boote klemmen. In bestimmten Abschnitten ist dies auch zwingend notwendig. So zwängt Euch das Skript mitunter in einen Panzer und sogar einen Düsenjet. Im Spiel selbst kommt keine Langeweile auf. Dafür sorgen die abwechslungsreichen und gut inszenierten Haupt,- und Nebenaufträge. Aber auch der Wechsel von grünen Dschungel,- zu Kälte starrender, bizarrer Eislandschaft ist recht gelungen.

Fazit: Hand aufs Herz, wer auch nur ein kleines Fünkchen Sympathie für Ego-Shooter hegt kommt auf Gedeih und Verderben nicht um diesen Titel der Extra-Klasse herum. Auch wenn die Story etwas vorhersehbar und das Ende für meinen Geschmack ein frecher Cliffhanger ist, dieses Spiel rockt! Von der traumhaften Optik möchte ich erst gar nicht reden sondern verweise lieber auf das gelungene Gameplay, die solide KI und die gelungene Akustik. Pflichtkauf!

Sven Eggen

Systemvoraussetzungen:
Windows XP / Vista
CPU 2,8 GHz mit XP / 3,2 GHz mit Vista
RAM 1,0 GB mit XP / 1,5 mit Vista
256 MB Grafikkarte
12 GB HD