PC  
 

Der Pate

Preis: ca. EUR 45,-

Entwickler:
EA Redwood Shores

Erschienen bei:
Electronic Arts

Es war im Jahre 1972 als Filmregisseur Francis Ford Coppola seinem Publikum einen Meilenstein der Filmgeschichte präsentierte. „Der Pate“ hat heute längst Kultstatus erreicht und ist der Inbegriff dessen, was einen erstklassigen Mafia-Streifen ausmacht.

Selbst heute, 30 Jahre später, ist der Film immer noch das Beste was das Genre in dieser Kategorie zu bieten hat. Ob sich über das Actionspiel „ Der Pate“ in 30 Jahren dasselbe sagen lässt? Oder hat Electronic Arts die sackteure Lizenz in den Sand gesetzt? Eines ist auf jeden Fall sicher, Kenner des Films werden sicher den einen oder anderen Aha-Moment erleben. Das Spiel erzählt nämlich nicht die Geschichte Filmes nach, sondern knüpft vielmehr geschickt an dessen losen Enden an. Zu Beginn Eurer Karriere als angehender Mafioso wählt ihr zunächst das Aussehen Eures Protagonisten aus. Seid Ihr mit dem Erscheinungsbild des Charakters zufrieden, kann es auch schon losgehen.

In „Der Pate“ müsst Ihr Euch mühselig vom kleinen Handlanger zum vollwertigen Gangster hocharbeiten. In einem Tutorial, welches gleichzeitig die erste Mission und Bewährungsprobe ist, müsst Ihr Euch gegen mehrer Schlägertypen ein einer Seitengasse durchsetzten. Dabei erhaltet Ihr von Lucas Brasi, einem „Problemlöser“ der Familie Corleone, tatkräftige Unterstützung und bekommt gleichzeitig eine Einführung in das Anfangs gewöhnungsbedürftige Kampfsystem des Spiels. Schläge und Haken werden per hin und her bewegen bei gedrückter Maustaste plus gleichzeitigem bestätigen einer von drei Aktionstasten ausgeführt. Das hört sich erstmal recht kompliziert ist nach etwas Übung aber durchaus zu bewältigen. Nach dem Kampf bietet Luca Brasi einen ersten Auftrag an – das Eintrittsticket in die Familie Corleone. Es folgen 20 spannende Missionen, in denen Ihr Euch heiße Feuergefechte, Prügeleien und Verfolgungsjagden mit der Polizei und anderen Gangstersyndikaten liefert.

Für erfolgreich absolvierte Aufträge bekommt Ihr Erfahrungspunkte zugeteilt, welche sich auf die fünf verschiednen Charakterwerte Kampf, Schießen, Gesundheit, Tempo und Charisma verteilen. Abseits der Haupthandlung könnt Ihr auch kleine Nebenaufträge erledigen oder mit dem Auto durch die Stadt fahren und Geschäftsinhaber um Schutzgeld erpressen oder Banken ausrauben. Die Schießeinlagen sind bei „Der Pate“ zumindest für PC-Spieler gewöhnungsbedürftig, da Ihr das Fadenkreuz nicht frei im Raum bewegen dürft, sondern dieses konsolentypisch automatisch von Gegner zu Gegner schaltet. Die KI-Kollegen des Spiels bekleckern sich hierbei nicht gerade mit Ruhm, machen ihre fehlende Qualität jedoch durch Quantität wieder wett. Optisch merkt man dem Spiel die recht lange Entwicklungszeit an. Die Grafik reißt einen nicht gerade vom Hocker, allerdings erkennt man die Charaktere aus dem Film im Spiel sofort wieder, was auch zur gelungenen Atmosphäre beiträgt.

Fazit: „Der Pate“ aus dem Hause Electronic Arts ist wohl in Sachen Optik nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit. Dafür stimmen jedoch Atmosphäre und Spielspaß. Wer sich an der mitunter doch recht brutalen Spielweise nicht stört, erhält hier ein gutes Action-Spiel mit abwechslungsreichen Missionen und toller Story.

Sven Eggen

Systemvoraussetzungen:
Windows 2000/XP
CPU mit 1,4 GHz
256 MB RAM
64 MB Grafikkarte
5 GB HD
DVD-Laufwerk