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DTM Race Driver 3

Preis: ca. EUR 45,-

Erschienen bei:
Codemasters

Der Name des Spiels DTM Race Driver ist eigentliche irreführend, denn bereits bei dem ersten Teil der bekannten Rennspiel-Serie beschränkten sich die Jungs von Codemasters keineswegs nur auf die Deutsche Tourenwagen Meisterschaft. Schon damals zeichnete sich das Spiel durch einen hohe Anzahl an Wagen, Ligen und Rennserien aus.

Mit dem nunmehr dritten Teil haben die Entwickler aber endgültig den Vogel abgeschossen. Das Motorsport-Monstrum glänzt mit besserer Optik, knackigen Sounds, neuen Regeln und verbessertem Schadensmodell sowie einem gigantischen Umfang, der seines Gleichen im Genre sucht.DTM Race Driver lässt Euch die Qual der Wahl. Mit insgesamt sechs unterschiedlichen Motorsportvarianten, 78 verschiedenen Fahrzeugen, ca. 50 Rennstrecken und 60 Rennserien bietet das Spiel fast die gesamte Palette der vierrädrigen Motorsportwelt. Zur besseren Übersicht wurden die Rennserien in sechs Sparten bzw. Karrieren aufgeteilt. Bei den Classics beginnt Ihr z.B. mit einem Reno Alpine. Darauf folgt eine Meisterschaft mit Musclecars wie dem PS-Monster Pontiac Firebird. Noch nostalgischer geht es mit den berühmten Silberpfeilen weiter und am Ende klemmt Ihr Euch an das Steuer eines Audi Quattro in der Gruppe–B-Ralley.

In der Open Wheel Karriere müsst Ihr Euch zuerst als Nachwuchs-Schumi in den GoKart Meisterschaften beweisen um so in die Formel BMW und Formel 3 aufzusteigen. Anschließend winkt mit dem Beitritt in das BMW Williams F1 Team die Königsklasse. Die anderen Karrieren Offroad, Oval, GT und Touring-Cars laufen genauso sie die oben genanten ab. Anfangs müsst Ihr Euch in den niedrigen Ligen beweisen um an Ende die echten PS-Flitzer wie z.B. einen getunten Lamborghini oder Ferrari übernehmen zu können. Natürlich dürft Ihr auch wieder in der Namensgebenden DTM Meisterschaft antreten. Den Abschluss bildet die einsteigerfreundliche Welttournee, in welcher Ihr alle Rennserien quer Beet spielen könnt. Hierbei kämpft Ihr Euch über einen Levelbaum nach oben, die Rundenanzahlen und Meisterschaftsrunden sind stark reduziert um ein schnelleres vorankommen zu ermöglichen. Zwischen den Rennen gibt es wieder rund 45 Minuten Videosequenzen aus der Egoperspektive zu bestaunen, in denen Euer Mechaniker Euch neue Flitzer vorstellt und die beste Handhabung erklärt. Eine Story wie in beiden Vorgängern sucht ihr allerdings vergebens, was den ein oder anderen Fan der Serie enttäuschen könnte, schließlich war gerade die Storyline eine der Besonderheiten der DTM Race Serie.

Egal ob Ihr nun einen Monstertruck, eine Corvette oder einen japanischen Reiskocher steuert, jedes Gefährt verfügt über eine eigene Fahrphysik und fährt sich auch folgerichtig völlig anders. Auch in Sachen Realismus haben die Entwickler die Schraube gegenüber den Vorgängern noch mal kräftig angezogen. Es ist jetzt möglich, sich im Windschatten an seine Gegner heranzuschleichen. Das Schadensmodell wurde erweitert und wirkt sich jetzt noch direkter auf das Fahrverhalten des Wagens aus. So solltet Ihr zum Beispiel in einem leichten Formel BMW oder dem betagten Silberpfeil den Kontakt mit der Bande tunlichst vermeiden, da bei diesen Modellen die Radaufhängung schneller abbricht als Ihr Autsch sagen könnt. Ausflüge auf Gras und Sand werden jetzt öfters mit saftigen Drehern belohnt. Für noch mehr Realismus sorgt das Ausschalten der Fahrhilfen wie ABS oder Traktionskontrolle. Wer das letzte aus seiner Rennsemmel herausholen will bastelt sich die perfekte Konfiguration mit 19 Tuningoptionen zurecht. Ob nun mit oder ohne Fahrhilfen, das Fahrgefühl bei DTM Race Driver ist wirklich phantastisch. Es macht einfach Spaß, sich an den unterschiedlichsten Wagen-Modellen zu versuchen. Ein neues Strafsystem sorgt bei DTM 3 für Ordnung auf der Piste. Abkürzungen über das Grün oder rüpelhaftes Rempeln werden von nun an angemahnt.

Wiederholungstäter müssen mit saftigen Zeitstrafen bis hin zur Disqualifikation rechnen. Hierbei fällt aber negativ auf, dass die schon ziemlich aggressive KI von den unsichtbaren Schiris bevorzugt wird. Schon fast frustrierend ist die Tatsache, dass es auch dann eine Verwarnung hageln kann, wenn Ihr völlig unverschuldet durch die Rempelwut eines Kontrahenten von der Piste abgekommen seid.

Fazit: Was die Entwickler auf diesen Rohling gepresst haben ist schon der schiere Wahnsinn. Ein umfangreicheres Rennspiel hatte mein PC bis dato noch nicht ins Laufwerk bekommen. Respekt Codemasters, aus diesem Stoff hätten andere locker fünf Rennspiele geschneidert. Außer der Quantität kann der Titel auch auf voller Linie mit Qualität überzeugen. Kleinere Schnitzer wie die etwas zu aggressive KI und ein manchmal zu übereifriges Regelsystem können mir den Spaß an diesem Rennspiel-Epos bei weitem nicht verderben. Im Gegenteil, DTM Race Driver ist unglaublich motivierend, abwechslungsreich, schön anzuschauen und gehört per Definition in jede gut bestückte Spielesammlung.

Sven Eggen

Systemvoraussetzungen:
Windows XP
CPU mit 1,4 MHz
256 MB RAM
32 MB Grafikkarte
6 GB HD
DVD-Laufwerk