PC  
 

Emergency 2012

Preis: ca. EUR 45,-

Entwickler:
Quadriga Games

Erschienen bei:
Deep Silver

Die Welt am Abgrund und Du als Leiter aller Einsatzkräfte mitten drin. Bei Emergency 2012 handelt es sich um eine Katastrophen und Rettungssimulation, in der es darum geht, Menschenleben zu retten, Brände zu löschen oder Verbrecher dingfest zu machen. Zur Verfügung stehen neben Feuerwehr und Polizeikräften natürlich auch Notärzte inkl. Rettungssanitätern und Kräfte des THW.

Der mittlerweile fünfte Teil der Reihe führt den Spieler in zwölf europäische Metropolen, in denen er es mit Katastrophen von teilweise biblischem Ausmaß zu tun bekommt, doch der Reihe nach. Im Tutorial werden Neulinge mit der grundlegenden Steuerung und den Eigenschaften und Möglichkeiten der verschiedenen Einsatzkräfte vertraut gemacht. Alte Emergency Veteranen finden sich ohnehin schnell zurecht. Anschließend geht es auch schon zum ersten Einsatz: Der Kölner Dom ist nach einem schweren Unwetter so stark beschädigt, dass ein Turm eingestürzt ist.

In einem kurzen Intro werden die Aufgaben grob erklärt und das Einsatzgebiet wird vorgestellt. Leider ist die Kamerafahrt dabei so langsam, dass wenig Spannung aufkommt. Die Rettungskräfte sind anders als in den Teilen zuvor schon vor Ort und müssen nicht erst vom Einsatzleiter angefordert werden. Mit zwei Verletzten, von denen wir einen erst aus einem Autowrack schneiden müssen, hält sich der erste Einsatz dann aber doch in Grenzen. Nach einem Brand auf der Tower Bridge in London führt uns die dritte Mission nach Paris. Auch hier gab es schwere Unwetter mit Verwüstungen. Der Eifelturm ist umgestürzt, im Anschluss gab es gewalttätige Ausschreitungen mit Brandstiftungen und Plünderungen. Unsere Aufgabe ist es, die Rädelsführer zu verhaften, Brandstiftern und Plünderern das Handwerk zu legen, die Brände zu löschen und die verletzten Personen zu versorgen und ins Krankenhaus zu bringen.

Nach einer Hitzewelle in Berlin kämpfen wir uns durch Sturmfluten, Erdrutsche und Flugzeugabstürze bis zu einem beschädigten AKW mit anschließender Verstrahlung großer Teile Frankfurts. Das große Finale findet in Athen statt, dort stehen die Akropolis und große Teile der Stadt in Flammen. Bei jeder Mission erhält der Spieler neue Einsatzkräfte, deren Funktion kurz erklärt wird und die man auch dringend benötigt um die Einsätze erfolgreich zu beenden. Der Schwierigkeitsgrad erhöht sich dabei kontinuierlich. Nach den relativ einfachen Missionen zu Beginn hat man im späteren Verlauf des Spiels alle Hände voll zu tun, wenn zig Aufgaben warten und man ständig Gefahr läuft, die Kontrolle im Einsatzgebiet zu verlieren. Alles in bester Emergency Tradition. Soweit die Theorie, in der Praxis sieht es leider allzu oft ganz anders aus. Die Übersichtskarte verdient ihren Namen nicht und ist viel zu klein geraten, was dazu führt, dass man schnell die Übersicht verliert. Es ist kaum möglich zu erkennen, welche Einheiten sich wo im Einsatzgebiet befinden.

Ich finde es auch schlecht, dass die Einheiten jedes mal schon vor Ort sind und nicht erst angefordert werden müssen. In den vorangehenden Teilen der Serie war es immer eine Herausforderung, einen Großeinsatz mit einem begrenzten Budget zu bestreiten und man sich deshalb genau überlegen musste, welche Einheiten man anfordert. Ein weiteres Manko ist die KI, die leider oft nur künstlich ist aber ganz bestimmt nicht intelligent. So kann es vorkommen, dass ein Feuerwehrmann seelenruhig mit dem Schlauch in der Hand neben einem brennenden Haus steht. Noch schlimmer, wenn sich die Einsatzkräfte nicht vor den Flammen in Sicherheit bringen. Ist erst ein Trupp Feuerwehrleute oder der Notarzt verloren, kann man die Mission neu starten weil es nicht möglich ist, neue Kräfte anzufordern. Wenn man versucht eine größere Anzahl Einsatzfahrzeuge gleichzeitig zu einem bestimmten Ort zu schicken ist die Chance auf einen Stau oder total ineinander verkeilte Fahrzeuge sehr groß.

Die Missionen laufen auch sehr linear ab. Hat man es z.B. nicht geschafft, das flüchtende Gangsterauto zu stoppen hat man nach dem Neustart der Mission leichtes Spiel, weil die Ganoven garantiert den gleichen Weg nehmen wie beim ersten mal. Neben der Kampagne gibt es noch das Endlosspiel. Hier stehen mehrere Karten zur Verfügung und es gilt allerlei Aufgaben zu erfüllen, vom medizinischen Notfall über Verkehrsunfälle, Brände oder Raubüberfälle. Auf Dauer wiederholen sich, ähnlich wie bei den Vorgängern die Einsätze, jedoch: Die Kampagne bleibt nach wie vor das Herz des Spiels. Die Grafik des Spiels ist in Ordnung, setzt aber keine Maßstäbe, ähnlich wie der Sound, dafür sind die Sprachausgaben Glasklar. Technische Probleme gab es keine. Das Spiel lief unter Vista und Windows 7 ohne Probleme.

Fazit: Emergency 2012 ist kein schlechtes Spiel aber es konnte meine zugegeben hohen Erwartungen eben allzu oft nicht erfüllen. Neben den sehr guten Ansätzen gibt es leider die oben beschriebenen Mängel. Bei den Vorgängern fand ich die Missionen auch gelungener, dort hat man auch nach dem x ten Fehlversuch den Einsatz neu gestartet und versucht, die Mission erfolgreich zu beenden.

Gerd Wild

Systemvoraussetzungen:
Windows XP/ Windows Vista/ Windows 7
Dual-Core 2 GHz
2 GB Ram
Grafikkarte mit 512 MB Ram (GeForce 8)

Gespielt mit:
Quad-Core 2,5 GHz
8 GB Ram
Grafikkarte Radeon 4650 mit 1024 MB Ram