PC  
 

Empire Earth 3

Preis: ca. EUR 40,-

Entwickler:
Mac Doc Software

Erschienen bei:
Vivendi Games

Die Empire Earth-Serie stand bisher für Komplexität und Spieltiefe. Was für manchen Spieler die pure Strategiefreude war, schreckte viele eher ab. Die Konsequenz: Den dritten Teil gestalteten die Entwickler um einiges schlanker als die beiden Vorgänger, und zwar in so ziemlich allen Bereichen.

Nach dem Motto „weniger ist mehr“ wurden die Epochen im dritten Empire auf fünf reduziert. Übrig geblieben sind Antike, Mittelalter, Kolonialzeit, Moderne und last but not least die Zukunft. Wahlweise spielt Ihr im Welteroberungs-Modus die Kampagne oder entscheidet Euch für eine schnelle Schlacht. Das Ganze funktioniert natürlich auch im Multiplayer via Lan oder Net. Bei der Völkerauswahl wurde rigoros der Rotstift angesetzt. Mit dem Westen, dem Nahen Osten sowie Fernost buhlen gerade mal drei Parteien um Eure Gunst. Herzstück von Empire 3 ist ganz klar der Solo-Feldzug im neuen Weltkarten-Modus. Darauf verschiebt Ihr auf einer dreh- und zoombaren Erdkugel rundenweise Truppen und erobert so Provinz um Provinz.

Eine richtige Handlung gibt es übrigens nicht. Dafür schmucklose Textfenster, welche den Fortschritt dokumentieren. Die Gefechte werden natürlich im Echtzeit-Modus ausgetragen oder Ihr lasst die KI kämpfen. An der eigentlichen Spielmechanik hat sich aber nichts geändert. Durch zügigen Ressourcenabbau und Forschung erreicht Euer Volk die nächste Epochenstufe oder man verbessert bereits bestehende Einheiten bzw. entdeckt neue Truppentypen. Dabei ist es immer wichtig abzuwägen, was gerade am meisten Sinn macht. Die Gefechte laufen im guten alten „Stein-Schere-Papier-Prinzip ab. Logischerweise könnt Ihr zu Beginn einer Partei nur auf antiquierte Truppentypen wie Infanterie und Kavallerie zurückgreifen. Später folgen Artillerie und See- sowie Luftstreikkräfte. Bauen und besonders der Ressourcenabbau ist Euch übrigens nur auf dem eigenen Territorium erlaubt, das zwingt zur Expansion wenn die Bodenschätze schwinden.

Im Spielverlauf trüben besonders Balancing-Probleme die Spielfreude. Manche Einheiten sind aufgrund ihrer geringen Kosten zu übermächtig, während andere zwar teurer, jedoch zu schwach auf der Brust sind. Ebenfalls äußerst nervig ist die meist stupide agierende KI und die mangelhafte Wegfindung, welche mit schöner Regelmäßigkeit bei jeder noch so kleinen Engstelle zu Staus führt. Da ich gerade beim meckern bin, die Kamera ist einfach zu nah am Geschehen bzw. lässt sich einfach nicht weit genug herauszoomen, was der Übersicht nicht gerade förderlich ist. Die Grafik von Empire Earth lässt sich am besten als knallig bunter Cartoonstiel bezeichnen. Die Grafikanforderungen sind für die zwar schön anzuschauende aber doch etwas veraltete Optik recht happig. Trotz comicartiger Grafik ist das Spiel erst ab 18 zugelassen, da der Krieg doch recht blutig inszeniert wird. Eine Besonderheit von Empire 3 sind die Einheiten-Sprüche, mit denen das Spiel eine witzige Komponente integrieren will. Was Anfangs noch recht witzig ist, nervt aber schon nach relativ kurzer Zeit, da sich die Sprüche ständig wiederholen.

Fazit: Hm...jetzt mal ehrlich, liebe Entwickler von Mad Dog. Da habt Ihr Euch nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Die Idee, die Serie etwas zu entschlacken und so auch für andere Zocker als Hardcore Strategen interessant zu machen geht ja in Ordnung. Aber die vielen Fehler gerade in der Spielmechanik sind eigentlich für ein fertiges Produkt nicht zu verzeihen. Hier heißt es wohl wieder warten auf den nächsten Patch. In der derzeitigen Form mag ich das Spiel keinem empfehlen´. Schade eigentlich.

Sven Eggen

Systemvoraussetzungen:
Windows XP / Vista
CPU mit 1,7 GHz
128 MB Grafikkarte Shader Modell 2.0
512 MB RAM
6,5 GB HD