PC  
 

Harry Potter und der Orden des Phönix

Preis: ca. EUR 45,-

Entwickler:
EA Games

Erschienen bei:
Electronic Arts

Der heiß erwartete letzte, siebte Band von Harry Potter steht kurz vor der Veröffentlichung und das fünfte Abenteuer des berühmten Zauberlehrlings kommt auch gerade in die Kinos. Zeitgleich zum Filmstart erscheint, wie auch schon die Jahre zuvor, das gleichnamige Potter-Spiel in den Händlerregalen.

Wie auch die Romanfiguren in den Büchern, so haben auch die Harry Potter-Spiele sich weiterentwickelt. Von der Knuddelgrafik der ersten Filmadaption ist nichts mehr übrig geblieben. Gameplay und besonders Grafik wurden immer besser, eine Entwicklung, die auch beim PC-Spiel „Harry Potter und der Orden des Phönix“ weiter geführt wurde. Wer die Bücher kennt weiß, dass sich im fünften Roman die Lage gewaltig zuspitzt. Lord Voldemort ist auferstanden und sammelt seine Todesser um sich, um erneut die Zaubererwelt in Angst und Schrecken zu versetzten.

Auch in Hogwarts stehen umfassende Änderungen auf dem Plan, in Form der hinterlistigen Ministeriumsmitarbeiterin Dolores Umbridges, welche zunächst das Unterrichtsfach - Verteidigung gegen die dunklen Künste - übernimmt. Wie schon eingangs erwähnt erstrahlt „Harry Potter und der Orden des Phönix“ in durchaus vorzeigbarer Grafik. Besonders die Charaktere sehen ihren Filmvorbildern zum verwechseln ähnlich. Ebenfalls ein Pluspunkt ist das weitläufig begehbare Hogwarts. Sämtliche bekannte Orte können hier besucht bzw. ausgekundschaftet werden. Schöne Details wie die animierten Wandgemälde, sich bewegenden Treppen und geschäftige Mitschüler auf den Fluren lassen eine dichte Atmosphäre aufkommen.

Großer Schwachpunkt des Action-Adventures ist die mangelhafte Story, welche trotz vieler Dialoge und Cutszenen einfach nicht schafft, den roten Faden aufzunehmen. Das Spiel beginnt mit dem Angriff der Dementoren auf Dudly Dursley und schickt Euch sodann zum geheimen Sitz des Phönix-Ordens. Dort trifft man auf Ron und Hermine. Die beiden werden KI gesteuert und weichen Harry von da an kaum noch von der Seite. Außerdem unterstützen die zwei ihren Freund bei schwierigen Zaubereien, die für diesen alleine zu schwer wären. In Hogwarts angekommen gilt es zunächst, kleinere Aufträge zu erledigen, bis Ihr schließlich die Aufgabe bekommt „Dumbledores Armee“ zu gründen. Hierzu müsst Ihr die 28 zukünftigen Mitglieder im Schloss suchen. Diese lassen sich jedoch erst rekrutieren, wenn Ihr ihnen bei einem Problem helft und nehmen anschließend Harrys Verteidigungsunterricht im Raum der Wünsche teil. Um sich in den weitläufigen Hallen des Schlosses zu orientieren habt Ihr die „Karte des Rumtreibers“ im Gepäck.

In diesem äußerst hilfreichen Stück Pergament könnt ihr Orte oder Personen anwählen. Doch trotz Karte ist das Abenteuer zunächst vor allem eines, nämlich viel Laufarbeit. Erst später im Spiel, wenn Ihr die geheimen Abkürzungen entdeckt bzw. freigeschalten habt geht es merklich schneller. Wie in allen anderen Potter-Spielen vorher gibt es reichlich versteckte Bonus-Punkte einzuheimsen, mit denen Ihr kleine Film-Schnipsel freischalten könnt. Außerdem erhöht sich ebenfalls die Stärke von Harrys Zaubern. Steuern lässt sich Harry wahlweise per Tastatur, Gamepad oder Maus. Die Zauber werden übrigens nicht mehr automatisch ausgeführt sondern müssen mittels Maus-, Tastatur- oder Stickbewegungen zielgenau ausgeführt werden, Black & White lässt grüßen.

Fazit: Harry Potter und der Orden des Phönix macht vieles richtig. Größter Pluspunkt ist das liebevoll nachgebildete Hogwarts, welches nun endlich wie in Buch und Film erkundet werden darf. Die Grafik geht in Ordnung und die bekannte Filmmelodie geht gleich ins Ohr. Negativ fällt aber die schlechte Storyline ins Gewicht. Auch die langen Laufwege am Anfang können ganz schön nerven. Trotzdem: Für Harry Potter Fans wird’s wohl wieder ein Pflichtkauf und außerdem hat EA ja noch zwei weitere Anläufe, um das perfekte Potter-Spiel zu kreieren.

Sven Eggen

Systemvoraussetzungen:
Windows XP/Vista
CPU mit 1,6 GHz
256 MB RAM
32 MB Grafikkarte
3,5 GB HD