PC  
 

Leisure Suit Harry - Magna Cum Laude

Preis: ca. EUR 35,-

Entwickler:
Sierra

Erschienen bei:
Vivendi Universal Interactive

Mein Gott, ich dachte in der Musik wären Remakes und Reunions etwas völlig normales und unvermeidbar – na ja fast, Abba bleiben hartnäckig – aber dass das Ganz nun auch auf dem Spielemarkt losgeht, schockt und erfreut zugleich. Die Liste ist lang und beinhaltet Spiele wie Vermeer, den Eishockey Manager und nun eben auch Leisure Suit Larry.

Schon in den Achtzigern und Neunzigern jagte der Spieler beständig dem schönen Geschlecht hinterher und holte sich dabei eine Abfuhr nach der anderen. Damals machte Larry Laffer die guten alten DOS-PCs unsicher und nun darf sein nicht minder notgeiler Neffe und Namensvetter Larry Lovage nun die aktuellen PCs und Ihre virtuelle Damenwelt unsicher machen. Der neue, nicht gerade wie Ricky Martin aussehende Titelheld steigt auf dem Uni-Campus den Frauen hinterher. Das Ziel des Spiels ist wieder einmal, so viele von diesen holden langbeinigen Schönheiten wie möglich ins Bett zu bekommen – also fast wie im richtigen Leben des durchschnittlichen Singles unserer Tage. Mr. Lovage wittert seine Chance, als die TV-Show mit dem Namen "Swingles" (eine versautere Variante von Herzblatt) der Lehranstalt, an der er studiert, der Wilhem-Staender-Uni, einen Besuch abstattet. Ratet mal, was das Ziel der Show ist, genau im Grunde nichts anderes als in jeder Runde neue Frauen dazu zu bringen, mit dem kleinen und nicht sonderlich attraktiven Helden in die Kiste zu hüpfen.

Doch vor den Verkehr hat der Sexgott die Fahrprüfung gestellt. Für unseren bisher verdammt erfolglosen Aufreißer heißt das also erst mal zu zeigen, ob er überhaupt das Zeug zum Playboy hat. Dafür muss er sich die Zuneigung von insgesamt 15 Mädels arbeiten. Dazu muss der kleine Held mit dem hohen Testosteronspiegel auf dem Unigeländes diverse Aufgaben lösen. Das Ganze geschieht aber ganz anders als beim „Ursprungsspiel“ nicht etwa via dem klassischem Point&Click und Rätseln, sondern viel mehr mit vielen kleinen Minigames. Dabei kommt es allerdings meist mehr auf Reaktion als auf Grips an. Dabei müssen z.B. Spermien via den Pfeiltasten gesteuert werden. Die Minigames laufen während den Unterhaltungen ab. Je nach Erfolg füllt sich ein Herz auf der linken Seite oder lässt Larry bei Misserfolg dagegen unappetitlich furzen oder fiese Sache sagen. Das ganze schlägt sich dann natürlich aufs Gemüt unseres Supercasanovas und beeinflusst, ob er danach mit tief gesenktem Haupt oder wie ein Gockel stolzierend weiter über den Campus marschiert. Für die erotische Comedy und den Wortwitz konnte man Oliver Pocher als bekannten Synchronsprecher für die Hauptrolle gewinnen, die Sprachausgabe wurde übrigens für den deutschen Markt extra überarbeitet und so spricht Larry auch mal über Guildo Horn oder Wolfgang Petry! Als besondere Gimmicks gibt es noch Münzen zu sammeln. Mit diesen kann man dann neue Kleidung kaufen - denn oftmals wollen die Frauen sich nur in feinem Zwirn mit ihm abgeben, ausgehen - oder "erotische" Überraschungen wie eine plötzlich nur noch in Unterwäsche stehende Traumfrau freischalten.

Das ganze ist nett anzusehen, was an der guten Grafik liegt. Die Comicgrafik weiß zu begeistern – siehe den Seifenspender in der Schwulenbar! Wenigstens wurde hier der Witz behalten und statt wirklich sexistischer Darstellung überzeugt das Game oder der Maultrommel spielende Harriet, Charlotte mit Che Guevara T-Shirt und der Nichte des stellvertretenden Dekans Ione, die nur auf den ersten Blick so brav erscheint. Natürlich gibt es aber auch sexy Animationen wie mit das blonde Busenwunder Sally Mae. Sehr humoristsich fand ich „die“ ominöse Pornofee, die ab und an auftaucht um seltsame Ratschlägen und Münzen zu hinterlassen – sehr stilvoll mit Oberlippenbart = Pornobalken! Wahrscheinlich sind die beiden zuletzt genannten Charaktere zusammen mit den deftigen Schimpfwörtern und den eindeutig zweideutigen Dialogen auch der Grund, warum das Spiel hier FSK 18 ist und in Australien gar verboten wurde. Leider hat Magna Cum Laude aber außer diesem Thema nicht mehr besonders viel mit den ursprünglichen Larry Spielen zu tun. Die Minigames erinnern an Adventures, die eher für Kinder geschrieben wurden und haben deshalb und auf Grund des zu erwartenden Klientel wenig Sinn und Daseinsberechtigung. Ich hätte mir mehr ein klassisches Adventure im Stile von Maniac Manson oder Zak McKraken gewünscht, nach dem Motto „come in and click out“.

Patrik Hodapp

Systemvoraussetzungen:
Windows XP/2000/Me/98SE
800 MHz Prozessor
256 MB RAM
12-fach CD-ROM-Laufwerk
3 GB freier Festplattenspeicher
DirectX9.0b oder höher
32 MB Grafikkarte
DirectX9-Kompatible Soundkarte