PC  
 

Neuro Hunter

Preis: ca. EUR 40,-

Entwickler:
MediaArt

Erschienen bei:
Deep Silver

Das Action-Rollenspiel „Neuro Hunter“ ist in der düsteren Zukunft des 21ten Jahrhunderts angesiedelt. Ihr schlüpft in die Haut des Datenbeschaffers Hunter. In der Vorgeschichte könnt Ihr mitverfolgen, wie dieser gerade einen lukrativen Auftrag unter der Oberfläche ausführt, als eine heftige Explosion das Leben des kahlköpfigen Protagonisten urplötzlich in neue Bahnen lenkt.

Als Hunter wieder zu Bewusstsein kommt muss er feststellen, dass ihm der Weg zur Oberfläche versperrt ist. Doch es kommt noch besser: Unerkannt von der übrigen Gesellschaft gibt es unter der Oberfläche eine andere Welt, welche von Häftlingen, Minenarbeitern und durchgeknallten Wissenschaftlern bevölkert wird, die im Auftrag eines mysteriösen Hackers abgedrehte Gen-Mutationen entwickeln! Wie es den Anschein hat, ist auch die biologische Forschungsfirma „Corporation“, von der Hunter den Arbeitsauftrag erhielt, irgendwie in diese Sache verwickelt. Der Weg zurück ans Licht führt über lange dunkle 3-D-Gänge, tiefe Stollen und Höhlen sowie natürlich die Leiche des bösen Obermackers. Doch bis dahin ist es noch ein weiter und beschwerlicher Weg. Rollenspieltypisch bekommt Ihr Aufträge von Bewohnern, welche sich aber alle ziemlich gleich anhören und sich außerdem allzu oft als stupide Botengänge herausstellen.

Auch in Sachen Atmosphäre schießt das Spiel nicht unbedingt den Vogel ab und verschenkt gerade in der Interaktion mit anderen Charakteren viele Möglichkeiten, denn mehr als zwei Standardantworten scheint keine NPC parat zu haben. Die Unterwelt hat Vieles zu bieten, unter anderem auch Händler, bei denen Ihr benötigte Ware einkaufen oder einfach klauen könnt und natürlich jede Menge mutierte Viecher, die unseren Protagonisten zum fressen gern haben. Doch Held Hunter würde in dieser (Unter)Welt keine fünf Minuten überleben, wenn er nicht so geschickt mit seinen Händen wäre. Ihr kennt das bestimmt schon aus einer gewissen 80er-Jahre- Fernsehserie. Die Situation wird verdammt brenzlig und der Held hat nur noch eine handvoll Schrauben, Zahnräder, einen Kugelschreiber und ein Ofenrohr sowie Klebeband zur Verfügung, schafft es aber im Handumdrehen einen Raketenwerfer aus den eben genanten Materialen zu basteln? Jawohl, auch Held Hunter kann, einen Bauplan vorausgesetzt, die mitunter skurilsten Waffen, aber auch Hilfsmittel aus diversen Einzelteilen zusammenbauen. Das Waffenarsenal fällt somit etwas ungewöhnlich aus, erledigt feindlich mutierter Viecher aber dennoch zuverlässig. Da wäre z.B. der praktische Druckluftmeißel oder die elektrische Handkreissäge, aber auch eher konventionelle Schießprügel sowie ein traditionell stabiles Eisenrohr stehen zur Auswahl.

Es gibt auch Situationen im Spiel, bei denen Ihr ein Cyberschloss knacken müsst. Hierfür wechselt Ihr in ein kleines Echtzeittaktik-Spiel im Tron- Look, was für kurzzeitige Abwechslung im trüben Heldenalltag führt. Atmosphärisch toll sieht die Grafik von Neuro Hunter nun leider wirklich nicht aus, veraltet und größtenteils trostlos passt da schon eher als Beschreibung. Das einfallslose Leveldesign und die miese Gegner-KI versetzen den Spielspass einen gehörigen Dämpfer. Oft laufen die Mutanten sinnlos gegen Wände oder verharken sich an Ecken. Noch schlimmer: Größere Gegner könnt Ihr einfach abschütteln indem man sich an enge Stellen zurückzieht. Das blöde Vieh bleibt dann einfach direkt vor einem stehen und lässt sich anstaltslos abschlachten. Da bleibt einem nur die Frage, ob die Wissenschaftler bei ihrem genialen Gen-Plan nicht das Gehirn vergessen haben.

Fazit: Neuro Hunter macht einiges richtig aber zuviel falsch. Die Idee mit der verborgenen Welt unter der Stadt ist gut aber leider atmosphärisch nicht gut umgesetzt. Besonders gut gefallen haben mir die Bastelmöglichkeiten des Protagonisten und die teilweise abgedrehten Waffen. Leder verliert sich der Spielspaß in den öden Tunnel und Höhlen des Spiels, erst in den späteren Levelen wird die Grafik etwas abwechslungsreicher. Bleibt nur die Erkenntnis, dass die Entwickler aus diesem Titel wesentlich mehr hätten herausholen können. Schade.

Sven Eggen

Systemvoraussetzungen:
Windows 2000/XP
CPU mit 1GHz
512 MB RAM
64 MB Grafikkarte
1,4 GB HD