PC  
 
The Orange Box

Preis: ca. EUR 50,-

Entwickler:
Valve

Erschienen bei:
Electronic Arts

Mit der Orange Box hat Valve ein mächtiges Bündel für uns geschnürt. Mit von der Partie ist Team Fortress 2, alle Teile von Half-Life 2 inklusive Episode Two sowie dem Denk- und Knobelspiel Portal. Schauen wir uns doch die Titel mal im einzelnen an.


Half-Life 2: Episode Two
Das Spiel beginnt nahtlos wo es mit Episode 1 aufhörte, nämlich in dem Zug, mit welchem Gordon Freeman und Alyx Vance aus City 17 geflüchtet sind. Der Zug wird zwar von der Druckwelle des explodierenden Combine Hauptquartiers erfasst, bleibt aber am Ende halb über einer Klippe baumelnd liegen. Dummerweise hat Gordon zu Anfang außer der Gravity Gun sämtliche Waffen bei dem Zugunglück verloren. Während der ersten Minuten erklärt ein kleines Turtorial eher unnötiger Weise die wichtigsten Steuerfunktionen, was wohl für Einsteiger und Neulinge gedacht ist, welche aber wohl eher mit Half-Life 2 beginnen würden. Egal, nachdem Ihr aus dem Zug geklettert seid solltet Ihr zunächst die schöne freie Landschaft genießen. Nach den engen Gängen und Level von City 17 in Episode 1 ist es eine wahre Wohltat, im Freien zu stehen. Doch lange währt das Glück nicht. Auf dem Weg zu Dr. Kleiner wird Alyx von einem Hunter, einer Art Mini-Strider, tödlich verletzt, während Gordon unter Trümmern eingeklemmt nur hilflos zusehen kann.

Zum Glück kommt der Verletzten unverhofft ein Vortigaunt zur Hilfe, welcher die Wunden notdürftig behandelt. Langweilig wird einem in Episode 2 zu keiner Zeit. Wahre Massenschlachten mit Ameisenlöwen und zähe Einzelkämpfe wechseln einander ab und wie in den vorangegangenen Teilen steigt Gordon Freeman auch schon mal in einen fahrbaren Untersatz. Gekonnt setzt Valve Skriptsequenzen ein um die Handlung weiter zu erzählen und der Spielverlauf bietet jede Menge Abwechslung. Wie immer sind die glaubwürdigen Charaktere ein großer Pluspunkt der Serie. Sie wachsen einem einfach ans Herz. Selbiges rutschte mir doch glatt in die Hose als Alyx von dem Hunter schwer verletzt wurde. Für einen höheren Wiederspielwert gibt es so genannte „Achievements“, das sind Errungenschaften, welche Ihr für besondere Leistungen erhaltet und in der Steam-Community mit Stolz geschwellter Pixel-Brust vorzeigen könnt. So sollt Ihr zum Beispiel in einem Ameisenlöwenbau sämtliche Larven vernichten, immerhin über 300 oder ca. 20 Gegner mit Gegenständen zermalmen.

Fazit: Episode Two ist eine rundum gelungene Fortsetzung. Besonders die schönen Außenareale haben es mir angetan. Die Story ist spannend und das Gameplay abwechslungsreich. Herz was willst du mehr? Ach ja, bevor ich es vergesse: Auch diese Episode endet wie die letzte, nämlich mit einem offenen Ende.

 

 

Team-Fortress 2
Auf diesen Titel habe ich mich ganz besonders gefreut. Der coole Comik-Look hatte es mir schon seit den ersten erhältlichen Bildern angetan und auch die verschiedenen Klassen versprachen interessante Gefechte. Das die Neuauflage des beliebten Team-Shooters noch mehr als eine neue Optik zu bieten hat, könnt Ihr hier nachlesen. Fürs erste bietet Euch das Spiel nur sechs Karten an.

Diese sind dafür aber clever designt und lassen alleine wegen der Beschaffenheit des Terrain und der Aufbauten verschiedene Taktiken und Vorgehensweisen zu. Vor dem Scharmützel stimmt Euch auf Wunsch ein witziges kleines Lehrvideo auf die Karte und deren Besonderheiten im stimmigen Stummfilmlook ein. Natürlich wird hier noch kurz erklärt, welche Ziele für den Sieg erreicht werden müssen. Damit im kommenden Gefecht erst gar keine Langeweile aufkommt, könnt Ihr zu Anfang und bei jedem Ableben aus neun verschiedenen Klassen wählen. Dieses sind allesamt noch aus Team Fortress Classic bekannt, haben jetzt aber zum großen Teil deutlich andere Funktionen und ergänzen sich gegenseitig mit ihren Talenten. So kann der Medic seine Kollegen jetzt per Heilstrahl auch aus größerer Distanz verarzten und bei Bedarf auch für kurze Zeit unverwundbar machen. In diesem Modus leuchten beide Figuren hell auf. Derzeit besonders beliebt ist die Kombination mit dem schweren Havy. Der Muskelprotz teilt mit seinem überdimensionalem Maschinengewehr mächtig aus und kann jede Menge Treffer schlucken ohne umzufallen. Dafür ist er im Gegenzug jedoch recht behäbig und alles andere als der schnellste. Der wieselflinke Scout ist das genaue Gegenteil und eignet sich besonders für schnelle Vorstöße und natürlich den Spielmodus Capture the Files, also die Flagge schnappen.

Außerdem ist er in der Lage, per Doppelsprung erhöhtes Gelände zu erreichen. Ein Comback feiert der Pyro. Der feurige Geselle ist in verwinkelten Gängen und auf kurze Entfernungen um einiges tödlicher als noch im Vorgänger. Auch die anderen Klassen wie Spy, Demomann (Sprengmeister), Engineer (Ingenieur) und Sniper sind gelungen ausbalanciert und haben allesamt sinnvolle Talente sowie eine zweite Schuss- und eine Nahkampfwaffe. Während Capture the Files momentan nur auf einer offiziellen Karte gespielt wird, dreht sich auf den anderen Maps alles um die Eroberung neutraler und feindlicher Kontrollpunkte. Auf der Map „cp_Gravelpit“ gibt es drei Zonen, die Ihr Runde für Runde innerhalb von acht Minuten einnehmen müsst, bis alle drei Sektoren in Eurer Gewalt sind. Sind beide Parteien gleich gut, kann das schon mal ein schönes Hin und Her geben. Auf der Map „tc_Hydro“ gibt es sogar sechs Zonen, wobei hier um zwei gleichzeitig gekämpft wird. Übrigens wird Euch in einer netten Animation gezeigt, wer Euch auf die Bretter geschickt hat. Das motiviert ungemein, es mit gleicher Münze zurück zu zahlen.

Fazit: Bei Team-Fortress 2 macht selbst das Verlieren noch Spaß. Das Spiel ist von hinten bis vorne durchgestylt. Die Atmosphäre stimmt, der Anspruch auch und der Comik-Look samt coolen Animationen ist einfach nur erfrischend neu. Dabei bleibt Teamplay und Taktik auf erfreulich hohem Niveau. Lediglich bei der Kartenanzahl und Spielmodi hätte ich etwas mehr erwartet, aber das ist Meckern auf hohem Niveau und wird sicherlich nicht sehr lange so bleiben.

 

 

Portal
Als quasi kleines Sahnehäubchen spendiert uns Valve das innovative Denkspiel Portal. Zwar wird bei diesem Titel im genaueren Sinne nicht geschossen, zumindest nicht mit scharfer Munition, dennoch reaktiviert dieser gekonnt die grauen Zellen und sorgt mit einer gehörigen Portion schwarzem Humor für verschmitzte Gesichter.

Der Anfang: Ihr erwacht in einer kleinen weißen Zelle inklusive weißer Plastikmöbel und Toilette. Eine weibliche Stimme teilt Euch nach kurzer Zeit mit, dass Ihr Euch in einem Forschungslabor von Aperture Science befindet und 19 Testräume zu durchqueren habt. Ach ja, und wenn man das schafft, gibt es zur Belohnung einen schönen Kuchen. Dass es sich hierbei um keine harmlosen Versuchsreihen dreht, merkt man recht schnell an den verschiedene Fallen und Selbstschussanlage. Das Werkzeug um zu überleben wird Euch freundlicher Weise mit auf den Weg gegeben: Die Portalkanone. Mit dieser könnt Ihr auf fast jeder Oberfläche ein blaues Dimensionstor und anschließend auf einer anderen Stelle ein oranges erzeugen. Durch beide Tore könnt Ihr nun ohne Zeitverlust hindurchschreiten. Was sich zunächst simpel anhört, birgt ungeahnte Möglichkeiten. Das Spiel zeigt Euch diese Schritt für Schritt auf, wobei es natürlich immer schwieriger wird, das Ziel, in diesem Fall den Ausgang des jeweiligen Level zu erreichen. Doch wo bleibt der versprochene Humor? Diesen Part übernimmt die weibliche Computerstimme, die Euch ständig mit ihren schrägen Kommentaren zum lachen bringt. Mal normal moduliert und im nächsten Moment total schrill verzogen braucht es nicht lange bis man zum Schluss kommt, dass der Computer einen Sprung in der Festplatte haben muss. Ihr fragt Euch, was jetzt mit dem Kuchen ist? Nun, findet es selbst heraus.

Fazit: Portal mag nicht sehr lange dauern, doch in den wenigen Stunden werdet Ihr königlich Unterhalten. Auch das Finale des Spiels ist toll gelungen und überraschend, mehr möchte Ich Euch aber nicht erzählen. Durch den enthaltenen Level-Editor wird es außerdem bestimmt bald reichlich neues Futter zum knobeln geben.

Sven Eggen

Systemvoraussetzungen:
Windows 2000/XP/Vista
CPU mit 1,7 GHz
512 MB Speicher
128 MB Grafikkarte
20 GB HD