PC  
 

Paraworld

Preis: ca. EUR 40,-

Entwickler:
SEK Ost

Erschienen bei:
Sunflowers

Die Idee, dass neben unserer Welt noch viele andere Parallelwelten existieren, wird bereits schon seit dem 19. Jahrhundert wissenschaftlich ernsthaft diskutiert. Sieht man einmal von der theoretischen Möglichkeit der Existenz solcher Welten ab, bietet sie für Spielentwickler die Gelegenheit, andere Orte und Geschichten mit der unseren zu verbinden. So geschehen im Echtzeitstrategie-Titel Paraworld, wo es die drei Hauptcharaktere des Spiels durch dunkle Machenschaften einer Geheimorganisation in ein Paralleluniversum verschlagen hat.

Anthony Cole, Stina Holmund und Bela Andreas Benedek heißen die drei Wissenschaftler. Nachdem ihnen klar wird, dass sie auf einer fremden Welt gestrandet sind, versuchen sie mit allen Mitteln, wieder in ihre/unsere Welt zurück zu gelangen. Doch der Weg zurück ist lang und gefährlich. Besonders weil ihre geheimnisvollen Entführer alles in die Waagschale schmeißen um das Trio an der Flucht zu hindern. In der Kampagne bekommt Ihr die Gelegenheit, alle drei vorherrschenden Völker der Parawordl zu kommandieren. Das Nordvolk erinnert an die Wikinger. Es verfügt über viele Einheiten, die im direkten Nahkampf kraftvoll zuschlagen können und massive Verteidigungsstellungen bauen. Um einiges beweglicher zeigt sich hier das Volk der Wüstenreiter. Diese Nomaden haben die geringste Anzahl an Gebäuden im Spiel, dafür sind einige wie z.B. das fahrbare Rohstoffzentrum nicht Ort gebunden, was das Wüstenvolk zum flexibelsten Stamm macht.

In der Schlacht verfügen sie über zahlreiche Sauriereinheiten und können als naturverbundenes Volk sogar mit einem Schamanen aufwarten. Das letzte Volk ist der eher technisch versierte Drachen-Clan. Dieser chinesisch angehauchte Stamm liebt das Spiel mit dem Feuer und setzt im Kampf gerne hinterlistige Fallen ein. Dinosauriereinheiten gibt des in den Reihen der Drachen eher selten. Sie setzten lieber auf mittelalterlich anmutende Panzer, Mörser oder Raketenboote. Bei den Ressourcen zeigen sich die Völker der Paraworld genügsam. Arbeiter sammeln Holz, Stein und Nahrung und produzieren aus diesen drei Komponenten ihre Einheiten und Gebäude. Die vierte Ressource sind Schädel, welche man nur im Kampf erlangen kann. Diese quasi Siegpunkte benötigt Ihr, um Einheiten zu befördern. Einzige Ausnahme sind die Nomaden, welche die Schädel auch zum Erreichen der nächsten Epoche benötigen. Da im Spiel ein stark reglementiertes Bevölkerungslimitlimit gibt, solltet Ihr Euch schon gut überlegen, welche Einheiten Ihr produziert, befördert und per Upgrades schlagkräftiger macht. Erste Wahl sind hier immer die Haupt- und Nebencharaktere, da diese mit der Beförderung neue Skills erlernen und die Produktion neuer Kampfeinheiten ermöglichen.

Darüber hinaus hat jedes Volk die Möglichkeit, einen besonders mächtigen Saurier-Titan zu erschaffen. Optisch macht Paraworld eine ausgesprochen gute Figur. Je nach Lust und Laune könnt Ihr das Geschehen aus großer Entfernung oder hautnah heranzoomen. Einzig die menschlichen Kämpfer hätten die Eine oder Andere Animationsphase mehr vertragen können. Dafür sehen die zahlreichen Saurier im Spiel einfach herrlich aus. Für eine bessere Spielbarkeit haben sich die Entwickler etwas ganz besonders einfallen lassen, den Armycontroller. Dieser befindet sich an der linken Bildschirmseite und dient Euch als ultimatives Steuer- und Informationstool. Er zeigt Euch alle Einheiten, unterteilt in Level, was diese gerade treiben und lässt Euch komfortabel sämtliche Befehle ausführen für die man ansonsten umständlich auf dem Bildschirm herumklicken müsste. Ein fettes Lob haben auch die Stimmungsvolle Handlung und die professionellen Sprecher verdient. Neben der Kampagne könnt Ihr natürlich auch Gefechte via LAN oder Netz austragen. Gerade hier zeigt Paraworld dank ausgeklügelter Einheitenbalance und zahlreichen taktischen Möglichkeiten sein wahres Potenzial.

Fazit: Alle Achtung, den Entwicklern ist hier wirklich ein großartiges Echtzeitstrategiespiel gelungen. Paraworld fesselt Euch mit einer packenden Handlung und dem unverbrauchten Dino-Szenario. Die Grafik zaubert wunderschöne Landschaften auf den Bildschirm und die vielen Dinosauriereinheiten sind schlichtweg ein Hingucker. Dank innovativem Armycontroller habe ich meine Mannen und Echsen auch immer brav unter Kontrolle. Seine wahre Stärke zeigt das Spiel, trotz guter Kampagne, jedoch erst im Multiplayer. Dank der vielen taktischen Möglichkeiten bietet sich das Spiel geradezu für Profis an. Absolute Neueinsteiger werden zu Anfang ihre Schwierigkeiten haben. Dennoch: Wer sich nicht am fiktiven Saurier- Szenario stört sollte unbedingt zugreifen.

Sven Eggen

Systemvoraussetzungen:
Windows 2000/XP
CPU mit 1,6 GHz
512 MB RAM
128 MB Grafikkarte