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Lords of the Realm 3

Preis: ca. EUR 35,-

Erschienen bei:
Vivendi Universal

Den etwas älteren Zockern unter Euch wird der Titel sicherlich noch ein Begriff sein. Die Vorgänger, Lord of the relam 1 + 2, erschienen als Strategie-Spiele in den 90er Jahren. Entwickler Impressions Games hat für Teil drei die angestaubte Spielemechanik mit einer zusätzlichen Portion Echtzeit angereichert. Warum das Spiel aber dennoch nicht zu empfehlen ist: Lest selbst!

In Lords of the Realm verkörpert Ihr einen mittelalterlichen Fürst mit dem Ziel, in 14 Missionen ganz Europa unter Eure Fittiche zu bringen. Primär besteht das Gamplay aus zwei Teilen, nämlich dem Strategie- und dem Taktikpart. Im Strategiepart verwaltet Ihr Euer Reich, welches aufgeteilt ist in Provinzen, auf einer unansehnlichen Übersichtskarte. Ihr heuert Söldner an, baut Burgen zur Verstärkung und sorgt dafür, dass die Steuergelder fließen und die Nahrungsproduktion nicht zum erliegen kommt. Hierfür könnt Ihr auf jedem Lehen Verwalter einsetzten, deren Beruf über die Provinzproduktion entscheidet. Ein Ritter als Verwalter bringt z.B. seine eigene kleine Armee mit, setzt Ihr hingegen einen Leibeigenen(!) als Verwalter ein, produziert die Provinz vorwiegend Nahrung. Um nicht ständig kämpfen zu müssen könnt Ihr auch Diplomatie einsetzten. Sämtliche Aktionen laufen in Echtzeit ab. Im Taktik-Part kommt es schließlich zum Kampf. Diesen könnt Ihr per Computergeneral schlagen lassen oder Eure Truppen selbst in die Schlacht führen. Hierbei befehligt Ihr mehrere Kompanien aus jeweils 30 Mann. Zwar dürfen diese mehrere Formationen einnehmen, sehr taktisch geht es aber trotzdem nicht zu. Die feindliche KI macht da leider auch kein sehr gutes Bild. Feindliche Truppen, die sich minutenlang regungslos beschießen lassen oder umherirrenden Kompanien, die scheinbar nicht wissen, wo der Feind ist, sind an der Tagesordnung. Auch bei der Optik schlägt das Spieler-Herz nicht schneller. Die triste Übersichtskarte und die schmucklosen 3D-Landschaften mit ihren Mini-Kämpfern sind heute einfach nicht mehr zeitgemäß. Überhaupt ist es besser, seine Schlachten dem Computer zu überlassen. Dieser schlägt sich zum Einen nicht schlecht, und zum Anderen könnt Ihr so über Eure Verwaltung, die ja ebenfalls in Echtzeit abläuft, wachen. Es ist also nicht nur unnötig, die Kämpfe selbst zu bestreiten, sondern auch nachteilig, da Ihr so weniger Zeit für die Armeeführung und Verwaltung Eures Reiches über habt.

Sven Eggen

Systemvoraussetzungen:
Windows 98/ME/2000/XP
CPU mit 800 MHz
256 MB RAM
32 MB Grafikkarte
850 MB Festplatte