PC  
 
Rise & Fall:
Civilizations at War

Preis: ca. EUR 40,-

Entwickler:
Stainless Steel Studios

Erschienen bei:
Midway

Das Mixen verschiedener Genre-Stile ist schon länger in Mode. Zwar wird bei dieser Variante das Rad nicht neu erfunden, dennoch kommen so immerhin interessante Spiele abseits der ausgetretenen Pfade auf den Markt. Im Falle von Rise & Fall verbanden die Entwickler Echtzeit-Strategie mit einer gehörigen Portion Action. Herausgekommen ist ein prickelnder Mix, der Vertreter beider Lager ansprechen soll.

Rise & Fall entführt Euch zeitliche in die Antike. Neben den zwei Einzelspielerkampagnen, in denen Ihr wahlweise die Rolle von Alexander dem Großen oder der schönen Cleopatra übernehmt, könnt Ihr Euch auch im Skirmish-Modus alleine gegen die KI oder im Multiplayer per LAN oder Internet nach Herzenslust austoben. Wahrend Ihr in den Kampagnen nur die Geschicke der Griechen und Ägypter leitet, dürft Ihr in den anderen Modi auch auf die Perser und Römer zurückgreifen. Absolviert Ihr eine der Kampagnen, scheint auf den ersten Blick alles normal zu sein. Ihr erkundet das Umfeld, baut ein Stadtzentrum mittels dessen Hilfe Ihr Arbeiter rekrutiert, die wiederum die dringend benötigten Rohstoffe abbauen, welche Ihr zum Aufbau neuer Gebäude benötigt. Also alles wie gehabt? Denkste!

Denn spätestens mit dem Einsammeln der ersten unscheinbar wirkenden Amphore und einem Druck auf die Q-Taste verwandelt sich Rise & Fall zu einem Actiongeschnetzel in Third-Person Perspektive. Anstatt das Geschehen wie gewohnt von oben zu Betrachten seid Ihr auf einmal mitten drin in der Schlacht, statt nur dabei. Mittels WASD Tasten und Maus schnetzelt Ihr Euch mit dem Schwert durch ganze Batallione oder erledigt haufenweise Gegner per Pfeil und Bogen. Auf diese Weise könnt Ihr Eure eignen Truppen quasi als Heldensuperwaffe unterstützen. Zumindest solange wie der Energiebalken am oberen linken Bildschirmrand noch etwas Energie hat. Dieser nimmt durch zuschlagen aber auch feindliche Treffer stetig ab. Sinkt die Anzeige auf Null, wechselt die Ansicht wieder und Ihr seht Euren Helden aus der gewohnten Perspektive. Um wieder in den Heldenmodus wechseln zu können, benötigt der Held mehr Energie, welche er in Form von Amphoren bekommt.

Diese sind mehr oder minder versteckt auf der jeweiligen Karte verteilt. Atmosphärisch ist den Entwicklern dieses mittendrin Gefühl sehr gut gelungen. Es macht schon gehörig Laune, sich durch die Gegnerhorden zu kämpfen. Der exzellente Sound, und die bunte, stimmungsvolle Grafik tragen zum Gelingen bei. Ein gewichtiger Anteil der Schlachten findet bei Rise & Fall auf hoher See statt. Zwei Pötte könnt Ihr bei der Werft in Auftrag geben. Zum einen die schnelle wendige Galeere oder die etwas größere Trireme, welche man noch zusätzlich mit einem Katapult ausrüsten kann. Die Schiffe sind nicht nur einfache Transportmittel, sondern vielmehr schwimmende Kasernen, denn an Bord könnt Ihr Bogenschützen und Infanteristen rekrutieren. Doch damit nicht genug könnt Ihr mit den Schiffen auch eine gnadenlose Rammattacke fahren. Hierfür muss Euer Schiff im richtigen Winkel zum feindlichen stehen. Außerdem müsst Ihr, um das Manöver überhaupt ausführen zu können, einen Trommler auf dem Schiff ausgebildet haben. Bildet Ihr Matrosen aus, seid Ihr in der Lage, feindliche Schiffe zu entern.

Doch egal ob auf Land oder hoher See, zumindest in den beiden Kampagnen musste ich das ein oder andere Mal aufgrund der schlechten Wegroutine der Einheiten, mangelnder Kollisionsabfrage und besonders ärgerlichen Missionsdesignfehlern frustriert ins Mauspad beißen. Da verkeilen sich Schiffsflotten hoffungslos ineinander oder wollen einfach nicht anlegen. Einheiten bleiben in Mauern hängen und kommen weder vor noch zurück. Einmal musste ich eine Mission komplett neu starten, als mein Held von einem Katapultgeschoß getroffen die Mauer herunterfiel. Unten angekommen musste ich feststellen, dass mir der Weg durch eine Leiter versperrt wurde, die anderen Seiten wurden durch Häuser versperrt, doch was ich auch tat, mein Held blieb immer an der Leiter hängen und das kurz vor Missionsende. Völlig anders präsentiert sich das Spiel im Skirmish-Modus, wo die oben genannten Mängel nicht oder kaum vorhanden waren. Die feindliche KI agiert hier clever und auch die Wegfindung der Einheiten funktioniert auf einmal. In diesem Modus macht Rise & Fall auch am meisten Spaß und entfaltet sein wahres Potenzial, da es anders als in den Kampagnen euch selbst überlassen wird, wann Ihr den Heldenmodus aktiviert.

Fazit: Rise & Fall – Civilisation At War hat zwei Gesichter. Die beiden Einzelspielerkampagnen mit insgesamt 22 Missionen sind zwar durchaus unterhaltsam, führen aber durch oben genannte Mängel zu unvermeidlichen Frustmomenten. Dagegen hält der geniale Skirmish-Modus, wo es richtig zur Sache geht. Vielleicht bringt ja ein Patch bald Abhilfe. Die Mischung aus Echtzeitstrategie und Action hat mir persönlich sehr gefallen und lecker aussehen tut das Spiel allemal.

Sven Eggen

Systemvoraussetzungen:
Windows 2000/XP
CPU mit 1,5 GHz
256 MB RAM
64 MB Grafikkarte
3 GB HD