PC  
 

So Blonde

Preis: ca. EUR 35,-

Entwickler:
Wizarbox

Erschienen bei:
dtp entertainment AG

So Blonde heisst das neuste Point-and-Click Adventure welches sehr an Monkey Island erinnert. Daraus muss es aber keinen Hehl machen, denn wieder mal hat Steve Ince mitgewirkt.

Die 17-Jährige Sunny Blonde ist ganz und gar nicht begeistert davon, dass sie mit ihren Eltern eine Kreuzfahrt machen muss, nur um deren Hochzeitstag zu feiern. Viel lieber würde sie mit ihren Freundinnen shoppen gehen. Zu allem übel geht sie auch noch über Bord und als sie aufwacht, findet sie sich auf einer ihr fremden Insel wieder. An dieser Stelle beginnt das eigentliche Spiel. Auf dem ersten Bild findet man noch groß nichts was man kombinieren kann, bis auf eine Halbe Kokosnuss und Wasser. Schon auf dem zweiten Bild findet man den ersten Bewohner und hofft natürlich darauf, dass man nun Anweisungen bekommt was weiter zu tun ist. Zu blöd, dass unser 17-jähriger Paris Hilton Verschnitt den Jungen nicht ansprechen möchte bevor sie sich die Haare gekämmt hat und frisches Makeup aufgetragen hat. So steht man vor dem ersten Problem.

Jetzt heisst es Schminkutensilien sowie einen Spiegel suchen. Diese sind schon recht gut versteckt. Nachdem das Makeup mit Hilfe von einer Pfütze in der Sunny sich spiegelt vollständig aufgetragen ist, kann man das Gespräch mit dem Jungen beginnen. Im laufe des Gesprächs kommt heraus, dass Sunny wohl auch eine Zeitreise gemacht hat und nun auf einer Insel festsitzt, welche zeitlich sehr stark zurückhängt. Telefone und Hotels sind alles Fremdworte. Sunny jedoch bleibt weiterhin in dem Glauben, dass es sich um ein großes Themen Ressort handelt. Weiter geht es in den Ort, wo Sunny auf einer Suche nach einem Telefon weiterhin erfolglos bleibt. Dafür hat sie inzwischen einen Kollegen gefunden, ein Eichhörnchen(?) namens Max, welches sie mit Futter gelockt hat. Ab jetzt wird Max mit einbezogen und es wird noch schwerer zu kombinieren, da man immer noch bedenken muss, dass Max auch Stellen erreichen kann, für die Sunny zu klein ist. Zwischen den normalen Aufgaben, die man zu bewältigen hat bietet So Blonde immer mal wieder so genannte Minispiele wie zum Beispiel Wassertropfen fangen oder Armdrücken. Wer sich diese sparen will, kann sie auch einfach überspringen. Sobald Sunny akzeptiert hat, dass sie sich nicht in einem Themenressort befindet verliert sie teilweise ihre Naivität und benutzt auch Fremdwörter, welche nicht so ganz zu dem eigentlichen Image passen.

Da die Insel flächenmäßig wirklich sehr groß ist und es im Spiel keinen wirklichen roten Faden gibt bleibt einem manchmal nichts anderes übrig, als zu probieren und alles mit allem und jedem zu kombinieren. Kleine Fehler, wie dass Sunny manchmal erst bei einem zweiten Klick auf einen Gegenstand reagiert, erschweren das ganze noch ungemein. Immerhin gibt es eine Taste, mit der sich die zahlreichen Hotspots pro Bild einblenden lassen. Der Spielverlauf gestaltet sich teilweise auch sehr schleppend, da zwischen jedem Bild ein Ladebildschirm erscheint. Somit ist zu sagen, dass das Spiel technisch etwas hängen geblieben ist. Bei den heutigen Systemen hätte man sich einiges an Ladezeiten sparen können. Wer einen Widescreen besitzt wird sich mit schwarzen Balken zufrieden geben müssen, da So Blonde keine 16:9 / 16:10 Auflösung bietet. Die Minispiele lassen sich nur mit dem Numpad steuern, was wohl auf den ersten Blick nicht schlimm scheint wird, aber so manchen Notebook Besitzer nerven. Grafisch hingegen ist zu sagen, dass So Blonde wirklich ein Augenschmaus ist. Die Bunten Farben und die tolle Umgebung gleichen so manchen durch Fehler vergangenen Spielspaß wieder aus. Soundtechnisch bietet das Spiel auch einiges. Die Sprachausgabe ist sehr gut und Sunny wird von keinem anderen als der Synchronsprecherin von Hermine Granger gesprochen.

Fazit: Mir als Monkey Island Fan hat So Blonde so einiges an Material zum lachen geboten und das nicht nur durch die Anspielungen auf Zusammenhänge. Grafisch trifft es auch genau meinen Geschmack mit seinen bunten Farben. Den Spielspaß, der durch unlogische Rätsel verloren gegangen ist, konnte ich jedoch nur mit einem Blick in die Komplettlösung wieder ausgleichen.

Timo Windschall

Systemvoraussetzungen:
Windows 2000 / XP / Vista
Prozessor mit 2 GHz
512 MB RAM (1024 MB RAM für Vista)
DirectX 9 kompatible Grafikkarte mit 128 MB
DirectX 9 kompatible Soundkarte
DirectX 9.0c
3 GB freier Speicherplatz