PC  
 
Spellforce 2:
Shadow Wars

Preis: ca. EUR 45,-

Entwickler:
JoWood Productions

Erschienen bei:
Koch Media

Die von magischen Mächten zerrissene Fantasy-Welt Eo steht ein weiters Mal vor dem Abgrund. Die Dunkelelfen haben einen Pakt mit den Schatten geschlossen und drohen die restlichen Völker zu überrennen. Doch für den Pakt mit den dunklen Mächten mussten die Dunkelelfen einen hohen Preis zahlen. Nicht alle sind damit einverstanden und es kommt zum Bürgerkrieg. Von den dunklen Mächten unterstützt haben die Aufrührer aber keine Chance. Als das Ende in Sicht ist wird „Schattenlied“, die Tochter des hochrangigen Kriegerfürsten Craig Un´Shallach von ihrem Vater, ausgeschickt, um die Mächte des Lichts vor der kommenden Bedrohung zu warnen.

Dies ist grob gesagt die Vorgeschichte von „Spellforce 2“, welche Ihr Euch in einem fulminanten Intro anschauen könnt. Was folgt ist der beste Mix aus Rollenspiel und Echtzeitstrategie, den ich bis dato zu Gesicht bekommen habe, denn „Spellforce 2“ übertrifft seinen Vorgänger locker in allen Bereichen und macht so ziemlich alles richtig, was das Spielerherz erfreut. Die Handlung wurde lange nach Geschehnissen von Teil Eins angesiedelt. Die Runenkrieger sind schon lange verschwunden und die Tore zu den verschiedenen Welten scheinen immer mehr an Kraft zu verlieren. Ihr schlüpft in die Haut eines jungen Shaikan; das sind die Erben einer uralten Blutlinie von Menschen, die ihr Blut mit dem eines Drachen vermischt haben.

Kraft des Blutes könnt Ihr gefallene Kameraden wieder zum Leben erwecken oder aus weiter Entfernung per Magie zu Euch teleportieren. Allerdings sind die Shaikan bei den anderen Völkern nicht gerne gesehen, denn sie tragen ein dunkles Erbe in ihren Adern. In dem anfänglichen Turtorial lernt Ihre Eure Kräfte kennen und trefft mit Schattenlied zusammen. Kurz darauf wird das Land der Shaikan von den Truppen des Pakts; das ist ein Bündnis aus Dunkelelfen, Schatten und Gargoylen, belagert. Schnell wird klar, dass Hilfe von Außen notwendig ist und so werdet Ihr auserkoren, den Bund aus Menschen, Zwergen und Elfen um Hilfe zu bitten. Doch die zunächst einfach erscheinende Mission stellt sich immer mehr, sehr zur Freude des Einzelspielers, als eine wahrhaft gigantische Herausforderung heraus, die Euch mit gelungener Storyline und epischen Umfang immer mehr und mehr an den Bildschirm fesseln wird. Im Laufe der Handlung werdet Ihr das Kommando sowohl über die Truppen des Bundes als auch des Pakts und der dritten Partei des Clans; ein Zusammenschluss aus Orks, Trollen und Barbaren innehalten. Neben den Hauptquests gibt es wie immer zahlreiche Neben- Aufträge zu erledigen.

Zum Dank gibt es Erfahrungspunkte und manchmal besondere Ausrüstungsgegenstände. „Spellforce 2“ hat einiges an Neuem zu bieten. Wie oben bereits erwähnt gibt es keine Runenkrieger mehr. Anstatt jederzeit austauschbarer Recken habt Ihr nun eine feste Party zu verwalten, die Euch bis ans Ende begleitet und mit Eurem Helden Stufe um Stufe aufsteigt. Eure Begleiter sind mächtige Kämpfer, Magier, Bogenschützen oder eine Mischung daraus. Je nach Anweisung bleiben sie an Eurer Seite oder unterstützen andere Truppen mit ihren Fähigkeiten. Kritisch wird es nur, wenn ein Held das Zeitliche segnet. Dann habt Ihr etwas über eine Minute Zeit, ihn per Magie ins Leben zurück zu rufen. Der Haken hierbei: Euer Held selbst oder ein anderer muss in der Nähe des Gefallenen stehen und das Gebiet muss frei von gegnerischen Einheiten sein. Der Basisbau wurde radikal entschlackt. Die vielen Zusatzgebäude des ersten Teils sind nun Geschichte und auch bei den Rohstoffen haben die Entwickler den Rotstift angesetzt. Gut so! Der Basisbau geht jetzt viel flotter von der Hand und man kann sich mehr auf die Schlacht konzentrieren. Eine Basis aufbauen muss jetzt endlich auch die feindliche KI und zwar mit den Rohstoffen, die auf dem jeweiligen Gelände vorhanden sind. Vorbei sind die Zeiten, als unzählige Gegner solange aus den Gebäude teleportierten bis diese zerstört waren.

Die KI des Spiels macht eine gute Figur und zeigt Euch ab Stufe „Schwer“ die Zähne. Sie greift gezielt wichtige Einheiten an und geht insgesamt recht aggressiv zu Werke. Einige Verbesserungen hat ebenfalls die Menüsteuerung erfahren, welche jetzt extrem übersichtlich erscheint. Auf Wunsch werden alle gesammelten Waffen, Rüstungen und andere Objekte einfach per Knopfdruck nach Art und Level sortiert. Wollt Ihr Eure Charakter mit neuer Ausrüstung versehen, werden automatisch alter und neuer Gegenstand miteinander verglichen. Sehr komfortabel! Eine wahre Augenweide bietet Euch die Optik des Spiels. Egal ob nun von Vogelperspektive oder direkt hinter Eurem Recken. Die Welten und Charakter von „Spellforce 2“ laden zum bestaunen ein. Ein gutes PC-System vorausgesetzt wirkt die Spielpracht dank HDR gleich noch mal so schön. Im Wind wiegende Gräser und Bäume, wunderschöne Sonnen Auf,- und Untergänge, reflektierend Wasseroberflächen, extrem detaillierte Figuren und, und, und. Eo sieht so schön aus, da würde ich glatt meinen Urlaub verbringen. Zumindest in den „Schönen“ Regionen. Neben der Kampagne bietet Euch das Spiel noch gratis andere Nebenmissionen mit einem Charakter, den Ihr selbst erstellt. Natürlich könnt Ihr Euch auch im Skirmish gegen die KI oder via Multiplayer im LAN oder Internet gegen menschliche Kontrahenten messen.

Fazit: Spellforce 2 ist ein genialer Mix aus Rollenspiel und Echtzeitstrategie. Wer den ersten Teil schon mochte wird das Spiel lieben. Es ist schon lange her, dass mich ein Titel nächtelang vor dem Bildschirm fesseln konnte. Sei es der genial eingängige Soundtrack, die überragende Grafik, Umfang, packende Handlung oder das süchtig machende Spielprinzip. Wer diesen Titel nicht spielt ist schlicht und ergreifend selber schuld.

Sven Eggen

Systemvoraussetzungen:
Windows 2000/XP
CPU mit 1,5 GHz
512 MB RAM
128 MB Grafikkarte
5 GB HD