PC  
 
Spore
Preis: ca. EUR 40,-

Entwickler:
Maxis

Erschienen bei:
Electronic Arts

Was kommt wohl dabei heraus, wenn die beiden Welterfolge "Die Sims" und "SimCity" miteinander vermischt werden? Genau diese Frage muss sich Will Wright, der Erfinder dieser Spiele, wohl auch gestellt haben, als er auf diese Weise "Spore" zum Leben erweckte.

"Spore" ist ein Spiel, in dem es um Evolution, um gesellschaftliches Zusammenleben aber auch um Fressen oder Gefressen werden und um das Erschaffen und Zerstören von Zivilisationen geht. Genau betrachtet, handelt es sich bei "Spore" um fünf einzelne Spiele, welche hier Phasen genannt werden, die aufeinander aufbauen und der Reihe nach gemeistert werden müssen, wobei von Phase zu Phase die Komplexität und auch der Schwierigkeitsgrad steigt. Ein neues Spiel beginnt im Weltall, auch wenn dies nur von kurzer Dauer ist. Eine nette Eingangssequenz zeigt, wie ein Meteorit auf einen Planeten zurast und kurze Zeit später auf diesem einschlägt. Auf diese weise gelangt außerirdisches Leben auf diesen Planeten, nämlich wir. So finden wir uns unter idealen Lebensbedingungen in einem Meer wieder. Dummerweise sind wir ein Einzeller, der sich schleunigst weiterentwickeln muss.

Ab diesem Moment befinden wir uns in dem ersten Spiel, der Zellphase. In einer nett gestalteten 2D-Umgebung bewegen wir uns ganz im PacMan-Stiel vorwärts und fressen uns quasi durch den Ozean. Immer dann, wenn wir etwas gefressen haben, bekommen wir Fortschrittspunkte in Form von DNA. Sobald genug DNA gesammelt wurde, kann sich unsere Zelle weiterentwickeln. Hier kommt zum ersten Mal der "Spore-Editor" zum Einsatz. Mit diesem Editor können wir an unserer Kreatur Veränderungen vornehmen. In der Zellphase beschränkt sich dies noch auf das Anbringen von zusätzlichen Flossen oder Stacheln zur Abwehr. Ab der Kreaturenphase zeigt der Editor aber sein ganzes Potential. Natürlich läuft die Zellphase, wie alle anderen Phasen auch, nicht ruhig und friedlich ab. Es gibt Fressfeinde, es müssen Zellteile gefunden und Missionen erfüllt werden. Wenn alles gut verläuft haben wir uns irgendwann zu einem Organismus weiterentwickelt, für den es Zeit wird, das Land zu erobern, vorausgesetzt wir haben ihm bereits Beine spendiert. Nun beginnt die Kreaturenphase und wir bewegen uns in einer dreidimensionalen Welt. Im Prinzip geht es wieder darum, sich weiterzuentwickeln, um die nächste Stufe der Evolution zu erreichen.

In dieser Phase kommen zum notwendigen Fressen auch noch primitive soziale Aspekte hinzu. So können mit anderen Kreaturen Freundschaften geschlossen werden, was durch Musik oder Tanz geschieht und es ist notwendig, ein Rudel aufzubauen. Die Animationen in "Spore" sind einfach unheimlich witzig und gut gelungen und so ziemlich jeder wird die Kreaturen schnell in das Herz schließen. In dieser Phase spielt der "Spore-Editor" das erste Mal sein ganzes können aus und es ist möglich, die eigene Kreatur individuell zu erstellen. Bei der Entwicklung des "Spore-Editors" wurde großen Wert darauf gelegt, dass er die Möglichkeiten eines professionellen Design-Werkzeugs bietet, die Bedienung aber ein Kind nicht überfordern soll. Dies ist tatsächlich gelungen, was die unzähligen Kreaturen, die das Spore-Universum besiedeln, eindrucksvoll beweisen. Nach der Kreaturenphase beginnt die Stammesphase. Nun kontrolliert der Spieler nicht mehr seine einzelne Kreatur sondern einen ganzen Stamm. Diese Phase hat große Ähnlichkeit mit einem einfachen Echtzeit-Strategie-Spiel. Es ist möglich Stammesmitglieder auszuwählen, ihnen Aufgaben zu übertragen, andere Stämme anzugreifen oder Handel mit ihnen zu betreiben, dies aber auf recht primitivem Niveau. Leider kann der Spieler, schon ab dieser Phase, keinen Einfluss mehr auf das Aussehen und somit auf die Evolution seiner Kreatur nehmen.

Nun gilt es für die Geschicke und das Wohlergehen des Stammes zu sorgen. Nach der Stammesphase beginnt die Zivilisationsphase und "Spore" wird ein weiteres Mal komplexer, obwohl es nur ein Ziel gibt, die Weltherrschaft. Nun müssen Städte und Flotten aufgebaut werden, gegnerische Basen eingenommen oder einfach gekauft werden und ständig auf die eigene Verteidigung geachtet und für ausreichend Geld auf dem Konto gesorgt werden. Trotz der Möglichkeiten wird "Spore" auch in dieser Phase niemanden wirklich überfordern. Besonders schön ist die Tatsache, dass hier mit dem "Spore-Editor" die eigenen Gebäude und Fahrzeuge nach belieben gestaltet werden können, was aber eigentlich gar nicht notwendig wäre, denn die vom Spiel angebotene Grundform der Architektur entspricht dem Aussehen der eigenen Kreatur und ist wunderbar passend getroffen. Irgendwann ist die Zivilisationsphase abgeschlossen und die Weltraumphase beginnt. Von nun an bewegen wir uns in einem Raumschiff, welches wir ebenfalls mitgestalten können, im Weltall umher und können wieder Handelsbeziehungen mit anderen Völkern aufnehmen, Planeten erobern, zerstören oder unbewohnbare Planeten mittels Terraforming für unsere Spezies bewohnbar machen. Dies ist natürlich nicht ohne weiteres möglich, auch in dieser Entwicklungsstufe ist das Geld die begrenzende Komponente, welches wir durch Handelsbeziehungen und das Erfüllen von Missionen erhalten. Natürlich müssen wir uns auch permanent um unseren Heimatplaneten kümmern, denn auch wir werden zu Zielen anderer ebenfalls weltraumtauglicher Spezies.

Eigentlich endet "Spore" an dieser Stelle, obwohl es hier nie enden wird. Die Galaxie, in der wir uns bewegen können ist riesengroß und es gibt unendlich viel zu entdecken, denn es ist möglich, die Kreatur-Kreationen der anderen Spieler in das eigene Spiel zu integrieren oder die eigenen Lebewesen anderen Spielern zur Verfügung zu stellen. Hierzu sind aber ein kostenloses Spore-Konto und ein Internetzugang notwendig. Einen echten Multiplayer-Modus gibt es aber leider nicht. Es sei noch darauf hingewiesen, dass die Beschreibung der fünf Phasen von "Spore" hier bei weitem nicht vollständig ist, für einen Überblick sollte es aber reichen. Zumal auch die technische Seite von Interesse ist. Die Grafik von "Spore" bewegt sich technisch auf gutem aber nicht zu hohem Niveau, so dass das Spiel auch auf älteren Rechnern installiert werden kann. Dass es dennoch möglich ist, detailverliebte, liebenswerte und witzige Grafiken zu erstellen, beweisen die Entwickler hier eindrucksvoll. Die akustische Untermalung verhält sich unauffällig, unterstützt das Spiel aber in sehr angenehmer Weise. Die Steuerung ist beherrschbar, wenngleich sie etwas zu komplex ausgefallen ist, was natürlich mit den unterschiedlichen Spieltypen der einzelnen Phasen zusammenhängt. Mit etwas Geduld stellt dies aber kein echtes Problem dar.

Die Idee von "Spore" ist unumstritten genial und die Umsetzung gelungen. Das Spiel lebt von den knuffigen Kreaturen, den witzigen Animationen und dem allgegenwärtigem Spielwitz. Das Erschaffen von eigenen Kreaturen macht mit den vorhandenen Werkzeugen richtig Spaß und der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Die Langzeitmotivation steckt meiner Meinung nach aber in der Weltraumphase. Wenn ein Internetzugang zur Verfügung steht, können hier die unzähligen Schöpfungen anderer Spieler erforscht werden.

Bernhard Prommer

Systemvoraussetzungen (empfohlen):
Betriebssystem: Microsoft® Windows® XP oder Vista
Prozessor: 2 GHz P4 oder vergleichbar
Arbeitsspeicher: min. (XP) 512 MB, (Vista) 768 MB
Festplatte: min. 6 GB
Grafikkarte: 128 MB mit Pixel Shader 2.0-Unterstützung
Laufwerk: DVD-ROM
Internet: Internet benötigt