PC  
 
S.T.A.L.K.E.R. Shadow of Chernobyl

Preis: ca. EUR 45,-

Entwickler:
GSC Game World

Erschienen bei:
THQ Entertainment

Was lange währt wird endlich gut. Zumindest bei S.T.A.L.K.E.R. scheint diese Devise zu stimmen. Nach ca. vier Jahren Entwicklungszeit hat es der heiß ersehnte Ego-Shooter nun doch noch auf meine heimische Festplatte geschafft. Und siehe da, das warten hat sich gelohnt! Die spannenden Streifzüge in der verbotenen Zone rund um den Atomreaktor von Tschernobyl haben es gewaltig in sich.

Das Spiel beginnt mit einem schicken Render-Intro, in welchem Ihr sehen könnt, wie ein Militär-Laster durch eine Anomalie verunglückt. Das hat zur Folge, dass Eure Spielfigur ohnmächtig von einem Stalker aufgefunden und zum örtlichen Händler gebracht wird. Durch den Unfall von einer Amnesie geplagt bleibt Euch als einziger Anhaltspunkt nur ein Eintrag auf eurem PDA - „töte Strelok“. Der Kniff mit der durch einen Unfall bedingten Amnesie ist nicht unbedingt neu, funktioniert aber im Falle von S.T.A.L.K.E.R recht gut. So jagt Ihr im Laufe des Spiels nicht nur dem mysteriösen Stalker Strelok und seiner Gruppe, sondern auch Eurer eigenen Vergangenheit hinterher.

Doch zunächst gilt es, einige Aufträge für den Händler zu erledigen, denn ein ungeschriebenes Gesetzt der Zone lautet „Nichts ist Umsonst“ und geschenkt wird einem in diesem gottverlassenen Landstrich schon dreimal nichts. Das Abenteuer beginnt am äußersten Rand der Zone. Diese ist in verschiedene Gebiete aufgeteilt, wobei es, je näher man dem Reaktor kommt, immer gefährlicher wird. Ohne eine passende Ausrüstung, die euch Schutz vor radioaktiver Strahlung, Geschossen und Biss- bzw. Kratzwunden sowie gegen die überall vorhandenen Anomalien bietet, hat selbst eine gewöhnliche Eintagsfliege eine weitaus höhere Lebenserwartung als Euer Alter Ego. Da versteht es sich von selbst, dass man auch die ein oder anderer durschlagskräftige Feuerwaffe im Gepäck haben sollte. Genannte Artikel könnt ihr Euch sündhaft teuer erwerben, durch Aufträge ergattern oder mit viel Glück finden.

Standardmäßig seid Ihr immerhin mit einem Messer ausgerüstet, welches im Nahkampf verheerenden Schaden anrichten kann und im Gegensatz zu anderen Spielen wirklich etwas taugt. Da Ihr nur eine begrenzte Menge an Ausrüstung mit Euch herumschleppen könnt, die Gewichtsbegrenzung liegt bei 60 kg, solltet Ihr stets abwägen, was Ihr mitnehmt. Neben Rüstung, Waffen und Munition sollte man auch Verbände, Medikits, etwas essbares sowie Wodka oder Spritzen gegen Strahlungsschäden im Gepäck haben. Die Waffen, die Ihr im Spiel benutzt kommen fast alle auch so in der Realität vor. Euch steht ein breites Arsenal an Pistolen, Maschinen- und Sturm- und Scharfschützengewehren sowie Shutguns zur Verfügung. In späteren Abschnitten dürft ihr euch sogar mit einem Granat- oder Raketenwerfer ausrüsten. Die Waffen haben alle unterschiedliche Stärken und Schwächen, welche ihr beim schießen auch genau zu spüren bekommt. Jede Waffe fühlt sich einfach anders an – super! Ebenfalls zur Standartausrüstung gehört ein leistungsstarkes Fernglas, dass praktischerweise Freund und Feind farblich unterschiedlich markiert.

Es ist im Allgemeinen nicht ratsam; durch offenes Gelände zu marschieren oder sich Gebäuden zu nähern; ohne das Gelände observiert zu haben. Das verstrahlte Gebiet um Tschernobyl ist schon lange nicht mehr verwaist. Neben Söldnern, Banditen und dem Militär macht Euch die mutierte Tierwelt und abartige Menschenmutationen das Überleben schwer. Besonders nachts kommen die verstrahlten Monster zum Vorschein oder sie verbergen sich in dunklen Verstecken unter der Erde. Um in der Zone weiter zu kommen erledigt Ihr abwechslungsreiche Haupt- und Nebenaufträge. Die meisten davon haben ein zeitliches Limit. Ihr solltet also nicht zu viele Aufträge auf einmal annehmen. Artefakte, welche Ihr kaufen oder in der Zone finden könnt nehmen eine wichtige Rolle im Spiel ein. Sie geben Euch je nach Art verschiedene Rüstungsboni oder verlängern Ausdauer und Gesundheit. Trotzdem sollte man mit dem Trgen der Artefakte vorsichtig sein, denn sie haben auch fast alle negative Wirkungen. Schlussendlich können Artefakte auch teuer an Händler verkauft werden. Je seltener das Stück, desto höher der Preis.

Das macht sie zu begehrten Objekten,nach denen die Banditen und Stalker unablässig suchen. Der Spielverlauf in Stalker ist nicht linear. Ob Ihr stur dem Hauptstrang folgt oder auch die anderen Nebenaufgaben erledigt bleibt Euch überlassen. Im Spiel selbst gibt es mehrere Fraktionen, mit denen man es sich verscherzen oder gut Freund sein kann. Die wichtigsten Parteien sind die „Wächter“ und „Freiheit“. Beide Fraktionen bekämpfen sich bis auf das Messer und sind die einzigen Parteien, bei denen Ihr Mitglied werden könnt. Auch hier habt Ihr die freie Auswahl. So bekommt Ihr z.B. von den Wächtern den Auftrag einen Scharfschützen der Freiheitsbasis auszuschalten. Ihr könnt nun Euren Auftrag ausführen oder beim Freiheitskommandant den Standort der Wächtervorhut verpetzen. Um hier nicht den Überblick zu verlieren speichert das PDA sämtliche Aufträge und Dialoge mit anderen Charakteren. Außerdem könnt Ihr hier jederzeit eine zoombare Übersichtskarte aufrufen um Euren Standort und den Standort Eures nächsten Einsatzgebietes zu bestimmen. Grafisch wie atmosphärisch ist S.T.A.L.K.E.R ein wahrer Leckerbissen, um nicht zu sagen ein Fest für die Sinne.

Allen voran sind hier die unglaublich lebensechte Umwelt und die großartigen Lichteffekte zu nennen. Besonders in den unterirdischen Wissenschaftslabors kommt eine geradezu beängstigende Atmosphäre auf. Hier könnt Ihr Euch stellenweise nur auf den begrenzten Lichtkreis der Taschenlampe verlassen. Werdet ihr dann urplötzlich von einem kreischenden Mutanten angesprungen, kann einem das Herz schon mal in die Hose rutschen. Auch die Gegner KI ist nicht von schlechten Eltern, sieht man von kleinen Schnitzern ab. Die Gegner handeln in der Regel sehr clever, gehen in Deckung, versuchen Euch einzukreisen und pirschen sich sogar leise an Euch heran. Hat man sich aber einmal in einem Gebäude verschanzt können selbst größere Gegnermengen relativ leicht einfach einer nach dem anderen abgeknallt werden.

Fazit: Was für ein überragendes Spiel. Habe ich schon erwähnt, dass es in S.T.A.L.K.E.R sieben verschiedene Enden gibt, je nachdem wie Ihr das gute Stück gemeistert habt? Für mich ist dieser Titel ein absoluter Pflichtkauf. Schon nach der ersten Spielminute wird Euch die Zone in ihren Bann ziehen!

Sven Eggen

Systemvoraussetzungen:
Windows XP/2000
CPU mit 2,2 GHz
512 MB RAM
128 MB Grafikkarte
10 GB HD