PC  
 

Stronghold 2

Preis: ca. EUR 40,-

Entwickler:
Firefly Studios

Erschienen bei:
Take 2 Interactive


Mit Stronghold 2 wollen Euch die Firefly Studios erneut in die spannende Welt des mittelalterlichen Burglebens entführen. Wie auch schon im erfolgreichen Vorgänger ist es Eure Aufgabe, mit Hilfe einer gut funktionierenden Wirtschaft eine wehrhafte Burg zu errichten oder mit ausgehobenen Truppen eine feindliche einzunehmen. Das Spiel beginnt mit einem fulminanten Intro, in welchem Ihr die Belagerung einer Burg bestaunen könnt. Das letzte was man sieht ist ein fieser Wikinger mit erhobener Streitaxt während es aus dem Lautsprecher tönt „Baut Eure Burg mit Bedacht“. Ein Satz, den man sich bei Stronghold 2 wirklich hinter die Ohren schreiben sollte.

Das erste, was dem Betrachter bei Stronghold 2 auffällt ist die prächtige 3D-Optik. Die detaillierte Landschaft sieht aus wie aus einem Guss und wirkt sehr realistisch. Tiere wuseln durch den Wald, Vögel ziehen über dem Himmel, Bäume neigen sich sanft im Wind und die Wassereffekte sehen einfach Klasse aus. Die Gebäude wirken nicht aufgesetzt sondern integrieren sich Harmonisch in die Landschaft, welche Ihr zum besseren Überblick ganz nach belieben drehen und zoomen könnt. Soviel Grafik hat allerdings auch seinen Preis! Nur Besitzer eines Highend PC können diese Grafikpracht auch in vollen Zügen genießen. Das Spiel bietet Euch mehrer Modi. Gleich zwei Kampagnen zu je zwölf Missionen führen Euch durch das Burgherrenleben. Militärisch veranlagte Naturen wählen „den Weg des Krieges“ und liefern sich erbitterte Belagerungsschlachten mit Wikingern und Thronräuber. Hier könnt Ihr Euch sogar nach zwei Dritteln der Missionen entscheiden, wie es weitergehen soll. Selber König werden, doch den bedrohten König retten, oder sich den Thronräubern anschließen? Je nach Wahl verlaufen die letzten drei Missionen völlig verschieden.

Wer sich eher auf die wirtschaftlichen Aspekte konzentriert und gerne aufbaut, liegt mit „dem Weg des Friedens“ goldrichtig. Jede Kampagne hat eine eigene Hintergrundstory, die durch Zwischensequenzen in Spielegrafik und kurzen Rendersequenzen gekonnt weitererzählt wird. Habt Ihr die beiden Kampagnen durchgespielt, bleiben euch immer noch packende LAN- oder Internetduelle. Im Sandkastenmodus baut Ihr Euch sorgenfrei und ohne Zeitdruck das eigene Traumschloss oder Ihr belagert bzw. verteidigt zehn real existierende Burgen. Alternativ könnt Ihr auch per Editor selbst eigene Kampagnen entwickeln. Doch was gibt es eigentlich Neues im Vergleich zum Vorgänger? Neben der Eingangs schon erwähnten 3D-Grafik zeichnet sich Stronghold 2 durch viele neue nützliche Features aus. Sehr gut gefallen hat mir der „Baumodus“, bei welchem Ihr jederzeit im Spiel mittels der Leertaste in eine Vogelperspektive umschaltet. Vorbei sind nun die Zeiten, als eine aus versehen belassene Lücke in Eurem Verteidigungsbollwerk zu einer Katastrophe führte. Besonders hervorzuheben ist auch das System der Ehrenpunkte. Diese werden durch das Veranstalten von Festen, Ritterturnieren oder öffentlichen Hinrichtungen erworben. Versorgt Ihr Eure Untertanen mit einem reichhaltigen Nahrungsangebot, schlägt sich das auch auf Eurem Ehrenkonto nieder. Für die gesammelten Punkte könnt Ihr neutrale Ländereihen erwerben oder die mächtigen Ritter anwerben, welche die Kampfstärksten Einheiten im Spiel sind.

Das erweben neutraler bzw. erobern feindlicher Landstriche macht sich übrigens im wahrsten Sinne des Wortes bezahlt, da deren Bewohner Euch nun automatisch mit Steuergelder und Ressourcen versorgen. Natürlich dürfen auch neue Einheitentypen, niederträchtige Verteidigungseinrichtungen und Belagerungswaffen nicht fehlen. Brennende Heuwagen sorgen für Zunder in den feindlichen Reihen, Piktische Bootkrieger können als einzige Wasser überqueren und Rollende Baumstämme, die an den Burgmauern angebracht werden, erweisen sich als verheerend gegen angreifende Infanterie, Katapulte und Belagerungszelte, die unvorsichtiger Weise zu nah am Geschen gebaut wurden. Die feindliche KI macht bei Stronghold 2 nicht immer eine rühmliche Figur. So laufen die feindlichen KI-Truppen mit schöner Regelmäßigkeit immer in dieselben Fallen oder bauen die wichtigen Belagerungscamps in Reichweite der Abwehrwaffen auf. Auch die Wegfindung ist nicht unbedingt das gelbe vom Ei. Dennoch, Stronghold 2 macht einfach unglaublich viel Spaß. Kein anderes Spiel schafft es derzeit, den Spagat zwischen Aufbaustrategie und Belagerungskämpfen so glänzend zu meistern wie dieses. Keine Schlacht verläuft wie die andere und immer wieder ertappe ich mich dabei, wie ich schon in Gedanken meine Burg umbaue, um sie noch sicherer zu machen. Bleibt mir eigentlich nur noch eins zu sagen „ Baut Eure Burg mit Bedacht!“

Sven Eggen

Systemvoraussetzungen:
Windows 98/SE/ME/2000/XP
CPU mit 1,4 GHz
256 MB RAM
32 MB Grafikkarte
2,5 GB HD