PC  
 
Unreal Tournament 3

Preis: ca. EUR 50,-

Entwickler:
Epic Games

Erschienen bei:
Midway

Schnell, schön und fesselnd! Das sind die ersten Wortfetzen, die mir spontan zum neuen Unreal 3 einfallen, gleich gefolgt von „Potzblitz“, das macht im Team ja gleich doppelt soviel Freude. Ja, man muss es schon sagen, die Jungs von Epic Games verstehen ihr Handwerk und liefern uns mit dem neuesten Spross der Unreal Tournament-Reihe einen weiteren Grund, das Bett gleich vor den Computer aufzustellen.

Weit ab von dem üblichen zweiter Weltkrieg- und Terror-Szenario werden die Kämpfe im Unreal-Universum in einer fiktiven Zukunft ausgetragen. Laut Entwickler soll dieses Mal der Schwerpunkt auch auf der Solo-Kampagne liegen, denn den Umfragen zufolge zocken viele Spieler, warum auch immer, den Titel ausschließlich offline. Die etwas dürftige Story beginnt mit einem bombastischen Intro, in welchem Ihr Euren zukünftigen Charakter gleich mal so richtig in Action erleben dürft. Danach kommt etwas Ernüchterung auf, denn die groß angekündigte Solo-Kampagne entpuppt sich als hauchdünner Faden, der die sechs verschiedenen Unreal-Modi miteinander verbindet.

In fünf Akten müsst Ihr die bedrohte Menschheit vor den Krall, Skaarij und Necris beschützen, wobei gelegentliche Zwischensequenzen den Handlungsfaden weiter spinnen. Nun ja, irgendwie hatte ich eine „richtige“ Kampagne erwartet. Immerhin, die äußerst fähigen Bots machen aus dem ganzen ein gelungenes und gewaltiges Tutorial. Ganz Solo ist die Kampagne dann doch nicht. Wer mag, kann die Gefechte gegen die Krall und Necris auch per LAN oder online im Multiplayer zocken. Im direkten Vergleich zum Vorgänger haben die Entwickler bei den Spielvarianten mächtig aufgeräumt und die Zahl der Modi von zehn auf sechs heruntergeschraubt. Dem Rotstift zum Opfer gefallen sind unter anderem die eher unbeliebten Varianten Bombing Run oder Double Domination. Geblieben sind Deathmatch, Team-Deathmatch, Capture the Flag, eine CTF Variante mit Fahrzeugen, Duell und der Warfare,- oder auch Kriegsführung-Modus. Letzterer ist eigentlich eine Mischung aus dem bekannten Onslaught- und dem Assault-Modus.

Hauptaufgabe bei Warfare ist die Zerstörung des feindlichen Kerns. Hierfür müssen Knotenpunkte erobert und so eine Energielinie zum feindlichen Kern gelegt werden, denn dieser ist erst verwundbar, wenn besagte Verbindung besteht. Was sich auf dem Papier so leicht anhört ist in der virtuellen Realität alles andere als einfach. Die Knotenpunkte wechseln im Minutentakt ihre Besitzer. Das geht entweder durch mühsames zerschießen des Knoten, woraufhin dieser neu errichtet wird oder per Energiekugel, welche in der Basis produziert wird. In diesem Fall wird der Knoten sofort übernommen. Es kann pro Seite immer nur eine Kugel geben. Damit nicht nur Kugeln durch die Level getragen werden dauert es immer eine Zeit, bis eine neue produziert wird. Die Kartengröße in Warfare variiert stark von klein bis riesig, in denen es bis zu drei Knoten zu erobern gilt, bevor man überhaupt daran denken kann, dem feindlichen Kern einen Besuch abzustatten. Auf Karten dieser Größe sind die mächtigsten Vehikel des Spiels wie zum Beispiel den turmhohen Darkwalker der Necris verfügbar, welche der äußerst umfangreiche Fuhrpark zu bieten hat.

Doch aller Vehikel zum Trotz, der stille Star der Transportmittel bleibt das Hoverboard, welches jeder Kämpfer zu jeder Zeit per Tastendruck aktivieren kann. So könnt Ihr schneller von A nach B gelangen, was bei Capture the Flag sehr hilfreich sein kann. Allerdings gibt es auch einen kleinen Nachteil. Um die Sache nicht zu leicht zu machen könnt Ihr auf dem Hoverboard keine Waffe abfeuern und werdet bei einem Treffer vom selbigen geschleudert. Wer als einfacher Fußsoldat noch schneller unterwegs sein möchte hängt sich mit seinem Board einfach an ein befreundetes Fahrzeug oder Gleiter. Auf diese Art und Weise könnt Ihr völlig neue Rush-Taktiken einsetzten. Auf dem Waffensektor gibt es keine Überraschungen. Kenner der Serie wissen sofort, was man mit einer Flak Cannon anstellt oder wozu der sekundäre Feuermodus des schicken Raketenwerfers gut ist. Ebenfalls wieder mit im Spiel ist die „Mutter aller Waffen“ oder besser unter Kennern auch schlicht als Redmeer bekannt.

Für alle die nicht wissen was ich hier meine (Schande über Euer Haupt). Die Redmeer ist ein Mini-Atombombenwerfer mit dem sich ganze Landstriche effektiv samt lästiger Gegnern ausradieren lassen. Sieht man vom wieder einmal gelungenen Gameplay ab ist es besonders die neue schicke Grafik, welche den Spieler ein ums andere Mal vergessen lässt, in einem Ego-Shooter zu sein. Die verschiedenen Szenarien sind zum sterben schön und erfüllt von einer solchen Detailfülle, dass ich schwören würde, an dem ein oder anderen Fleckchen liebend gerne ein Picknick zu veranstalten. Sein ganzes Potenzial entfaltet das Spiel natürlich erst im Gefecht gegen andere menschlich Kontrahenten, obwohl man klar sagen muss, dass die Bot-KI wohl die beste im Genre ist.

Fazit: Tja, was soll ich eigentlich hier noch sagen. Ihr habt den Bericht ja schließlich gelesen. Unreal Tournament 3 ist ein mehr als gelungener Nachfolger. Hier stimmt eigentlich alles. Egal ob im Team oder einfach nur just for Fun auf eine schnelle Runde Deathmatch. Der Titel bietet für jede Gelegenheit zu jeder Zeit die richtige Alternative. Hinzu kommt eine Hammer-Optik und eine fast perfekte Spiele-Balance sowie ein nicht zu unterschätzendes Suchpotenzial. Nicht voll überzeugen konnte mich dafür die Solo-Kampagne. Doch jetzt mal ehrlich, das ist schon meckern auf hohem Niveau.

Sven Eggen

Systemvoraussetzungen:
Windows XP/Vista
CPU mit 2 GHz
512 RAM
128 MB Grafikkarte
8GB HD
DVD-Laufwerk