Playstation 3  
 
Castlevania -
Harmony of Despair

Preis: ca. EUR 15,-

Entwickler:
Konami

Erschienen bei:
Konami

Konami präsentiert uns mit “Castlevania: Harmony of Despair” ein völlig neues Spielerlebnis. Wer jetzt aber glaubt, dieses Game reiht sich an den coolen Vorgänger „Castlevania: Lords of Shadows“ an, den muß ich enttäuschen. Wieso? Lest einfach selbst.

Bei „Castlevania: Harmony of Despair“ handelt es sich nicht um ein Action-Adventure Game in Third-Person Optik, sondern man höre und staune um ein 2D Action Spiel, welches als klassischer Side-Scroller in Szene gesetzt ist. Um sich etwas darunter vorstellen zu können, werde ich es beschreiben. Nach einer etwas längeren Ladezeit werden wir aufgefordert, unsere Bildschirmgröße mittels Richtungstasten (PS3) so auszurichten, damit die weiß markierten Ecken noch sichtbar sind. Dann geht es los. Die Ansicht ist so, als ob wir in ein großes Puppenhaus schauen, welches aus mehreren Etagen mit vielen Zimmern besteht.

Wir beginnen in der einen Ecke, gelangen über viele Räume bis zum Ziel mit dem Bossgegner. Überall bewegt sich was oder laufen Gegner hin und her. Als ich meinen linken Stick seitlich bewege, entdecke ich meine Figur…ups, sind die winzig. Sei es drum, ich laufe nach rechts und vermöbel dabei einige Gegner, die ich nicht wirklich identifizieren kann. Im oberen linken Bildschirmeck ist das Bild meines Kämpfers mit 2 farblichen Balken. Ich bewege meinen Helden weiter nach rechts durch eine Türe und treffe auf weitere Feinde, die mit Steinen oder etwas ähnlichem nach mir werfen. Hier muß ich auf eine Plattform hüpfen, die andauernd hoch und runter schwebt, um auf einen Absatz oberhalb zu gelangen. Erschwert wird mir dies durch einen Typen, der mir von dort oben Steine entgegen wirft.

Nach einigen Abstürzen gelange ich auf den Vorsprung und schenke es dem Werfer ordentlich ein. So steure ich zur nächsten Tür, um durch ein Art Getriebe mit drehenden Zahnrädern nach unten zu gelangen. Der ganze Bildschirm wimmelt von sich drehenden oder schwingenden Fallen. Laut Hersteller können bis zu 6 Personen im online Koop-StoryModus zusammen zocken. Entweder spielen alle als Team oder gegeneinander wie im Überlebensmodus, um als bester Vampirjäger zu gelten. Ach ja, die Story, wenn es denn in diesem Game eine geben sollte, ist kurz und bündig: Wir spielen , wie mir die Optionen verraten haben, mehrere Personen, die Jagd auf Vampire machen. Was soll ich noch um den heißen Brei herum reden: Das Game ist grottenschlecht. Die Grafik ist unterirdisch, genauso wie die 2D Animation. Sowas spielt man (ich nicht) vielleicht auf einem Handy, aber nicht auf einer Konsole. Stolze 14,99 € muß der Zocker für den Download löhnen.

Ich habe nichts gegen Jump&Run Spiele wie Little Big Planet zum Beispiel, aber wenigstens eine zeitgemäße Grafik muß sein. Wäre es größer gestaltet und nicht so miniaturmäßig, hätte es durchaus Suchtfaktor. Die Fallen sind abwechslungsreich gestaltet, das muß ich zugeben, drehende Räder, schwingende Beutel, an denen wir uns von einem zum nächsten hangeln müssen, Plattformen. Schade, dass diese positiven Aspekte durch die schlechte Grafik und die unpassende Größenordnung zunichte gemacht wird.



Mein Fazit ist vernichtend. Meiner Meinung nach ist das Game weder das Geld noch die Zeit wert es ausgiebig zu zocken. Es kam mir so vor, als hätte man ein Game vom Handy auf die PS3 konvertiert und dabei vergessen, dass der Fernseher leider etwas größer ausfällt als das Display. Wie auch immer, ich kann nur jedem davon abraten, kauft Euch lieber ein gescheites Jump&Run Game, bei dem ihr keinen Feldstecher braucht. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

Siegfried Wondrak