Playstation 3  
 
Call of Duty:
Modern Warfare 3

Preis: ca. EUR 60,-

Entwickler:
Sledgehammer Studios

Erschienen bei:
Activision

Der bis dato meistverkaufte First-Person-Shooter geht in die mörderische nächste Runde. Dabei treffen alte Feinde aufeinander: Amerika gegen Russland. Logisch, dass es sich hierbei nur um „Call of Duty-Modern Warfare 3“ aus dem Hause Activision handeln kann. Ob der Nachfolger von „Black Opps“ an den Erfolg von Modern Warfare 2 anknüpfen kann? Lest einfach selbst.

Nach einer kurzen Ladezeit gelangen wir ohne weiteres Herunterladen oder Installieren auf die PS3 Festplatte zum Hauptmenü, welches in die 3 Hauptgruppen Kampagne, Mehrspielermodus und Spezialeinheit unterteilt ist. Aber beginnen wir mit der Story in der Kampagne. Diese ist wie im Prolog schon erwähnt auf alte Klischees aufgebaut, auf der einen Seite die Amerikaner mit ihrem „God bless America“-Patriotismus, die sich gegen die eindringenden bösen Russen wehren müssen und ganz nebenbei noch die gesamte Welt vor dem Untergang bewahren. Modern Warfare 3 setzt da an, wo MW2 aufgehört hat.

Es ist Wahnsinn, was hier an cineastischen Zwischensequenzen und ebensolchem Gameplay aufgefahren wird, es könnte sich ebensogut um einen Blockbuster im Fernsehen oder Kino handeln. Schon nach den ersten Schritten fühle ich mich wie zu Hause, treffe alte „Bekannte“ wie Price mit seinem Schlapphut, Sandman und Soap, den Kerl mit dem Irokesenschnitt. Passender Weise heisst die erste Trophäe „wieder da“, die wir nach Kapitel eins erhalten. Die Belegung der Steuerungselemente ist shootertypisch, so daß Kenner dieses Genres gleich gut damit klar kommen dürften. Aber auch für Einsteiger ist die recht simple Steuerung kein Stolperstein. Im Laufe des Games werden wir in die Rolle diverser Protagonisten versetzt, was meiner Meinung nach dem Ganzen mehr Reiz gibt. Zart besaitetere Zocker dürfen übrigens im Vorfeld die grausamen Stellen unterdrücken lassen, diese Option wird sogar Zweimal abgefragt.

Entscheiden wir uns für die Zensurschere, hat dies aber keinerlei Auswirkungen auf das Gameplay, die Trophäen oder vollständige Beendigung des Spiels. Manches ist gewohnheitsgemäß schon hart am Limit, wenn wir uns von hinten an eine Wache heranschleichen, unser Protagonist per Knopfdruck sein Kampfmesser zückt und in einer Nahaufnahme seinem Widersacher die Kehle durchschneidet. Es gibt noch andere Sequenzen dieser Art, aber ich erspare meinen Lesern hier die Ausführung. Wie schon angeschnitten ist die Grafik einfach bombastisch. Mit jedem Setting tritt ein neuer Überwältigungseffekt ein, wenn wir durch Wolkenkratzerschluchten im Helikopter feindliches Militär bekämpfen, uns durch überschwemmte Tunnel an ein U-Boot herantauchen, um dieses dann zu infiltrieren oder uns in der Londoner U-Bahn atemberaubende Verfolgungsjagden liefern. Die Level sind detailreich und mit massig sehenswerten Texturen gestaltet. Wenn wir zum Beispiel nach einem Tauchgang an die Wasseroberfläche gelangen und unser Blick aus Sicht der Wasseroberfläche auf die teilweise zerstörte oder brennende Skyline von New York fällt, bleibt dem Spieler doch schon mal die Kinnlade offen stehen.

Der Sound hat seinen Anteil an der gelungenen Inszenierung, denn alles klingt absolut realistisch und rockt gewaltig, wenn uns aus den bis zum Anschlag aufgedrehten Boxen Granatschläge und Gewehrsalven um die Ohren fliegen. Auch die Zwischensequenzen sind meisterlich in Szene gesetzt und runden mit einer sehr gut gelungenen Synchronisation das Gesamtbild ab. Leider sind die Gegner manchmal etwas unbeholfen, so hockt ein Kerl in seinem Feuerschutz, an dem wir schon seit 20 Minuten vorbeiballern und wartet nur darauf, von uns aufs Korn genommen zu werden, als wir vorrücken. Oder Gegner knien auf Treppen, die keinerlei Schutz vor feindlichem Beschuß bieten oder sie laufen wirr hin und her. Trotz dieser vereinzelt vorkommenden „Aussetzer“ der Gegner-KI sind die Gefechte nervenaufreiben und abwechslungsreich. Einmal müssen wir eine Drohne steuern und mit ihr durch die Gegend fahren, um feindliche Truppen sowie Helikopter unter Beschuß zu nehmen, um am Ende dieser Mission unsere Kameraden vor einer Gegnerflut zu beschützen. Werden wir verwundet, färbt sich der Bildschirm langsam rot und wir werden gewarnt, daß es uns schlimm erwischt hat. Einige Sekunden im schußfreien Raum lässt uns bald wieder alles klarer sehen und es kann weiter gehen.

Um eigene Schäden zu vermeiden hilft es, ab und zu Blendgranaten abzusetzen, um dem Gegner die Orientierung zu rauben und diese Sekunden zu nutzen. Oder mal auf „Tauchstation“ gehen, also hinlegen und snipern. Tipp: Immer auf die Magazinanzeige rechts unten achten. Nichts ist fataler als einem Gegner gegenüber zu treten und erst nachladen zu müssen, endet meist tödlich für unseren Helden. Sollte dies mal passieren ist es aber kein Beinbruch, da die Checkpoints sehr fair und zahlreich im Spiel angelegt sind. Der Spezialeinheit-Modus entspricht dem Online-Modus. Entweder zocken wir hier die Kampagne, von der die ersten 5 Kapitel stehen und weitere freispielbar sind oder wir begeben uns mit einem oder mehreren Mitstreitern in den Survival-Modus, in dem es eine Gegnerwelle nach der anderen gibt. Glücklicherweise werden diese immer an einem anderen Eck des Settings respawned. Hier geht es darum, so viele Gegner wie möglich zur Strecke zu bringen, um Cash zu kassieren, welches wir in Upgrades der eigenen Waffen, neuer Peacemaker oder deren Munition wieder ausgeben können. Im klassischen Multiplayer warten zum Beispiel Verteidigung der Flagge, private Matches und eigens erstellte Modi auf Euch.

Trotz der Grafikpracht und des selten ruhigen Zustand des Spielfeldes läuft das Game total flüssig. Der Weg ist meist eindeutig, verlaufen unmöglich und wenn mal die Orientierung flöten geht, einfach nach den Kameraden Ausschau halten und an deren Fersen heften. Diese sind zwar hilfreich, aber lassen noch genug „Arbeit“ für uns übrig. Schon fast witzig wirkt das Stehen der Helfer im Kugelhagel ohne jegliche Konsequenz, klar fallen hier und da einige unserer Truppe, aber das „Stammpersonal“ überlebt jeden noch so harten Angriff trotz mangelhafter Deckung. Dies ist aber auch in anderen First Person Shootern Fakt. Was mir noch nie aufgefallen ist, worauf mich aber ein guter Freund aufmerksam gemacht hat ist die Tatsache, daß sich fast immer irgendwo Helikopter oder andere Flugobjekte in der Luft bewegen, wenn wir im Freien agieren.“Call of Duty-Modern Warfare 3“ ist für mich mit Abstand das beste Game dieses Genres, da das Gesamtpaket rundum stimmt.

Was sagte zu Beginn von „Call of Duty-Modern Warfare 3“ ein Typ?“ Krieg entspringt aus Täuschung“ Kann schon sein, Trozki. Ich für meinen Teil bin der Meinung, daß „Call of Duty-Modern Warfare 3“ ein absolutes Musthave darstellt, welches in keiner Spielesammlung fehlen darf. Patriotismus der Amis hin, Gegner-KI Aussetzer her, das Game tut was es soll: Krachen und zwar gewaltig.
Overlord:"Ziel bestätigt: Verdammt nochmal kauft Euch „Call of Duty –Modern Warfare 3“, das ist ein Befehl!!“

Siegfried Wondrak