Playstation 3  
 
Need for Speed:
The Run

Preis: ca. EUR 60,-

Entwickler:
Criterion Games

Erschienen bei:
Electronic Arts

EA schickt uns in ihrem neuen Ableger der Serie “Need for Speed“ namens „The Run“ auf die Piste. Diesmal gibt es wieder eine Story, aber auch klassische Rennspielinhalte. Wie sich das Game zockt und ob es richtig rockt erfahrt Ihr in meinem Testbericht.

Wie schon angedeutet gibt es wieder eine Story, welche aber recht schnell erzählt ist. Jack Rourke ist ein armes Schwein und einer der besten Autofahrer. Leider drücken ihm Schulden aufs Gemüt und seine Gläubiger gehörig auf die Füße, wie wir in der ersten Sequenz gleich miterleben, in der die Schuldner ihn mitsamt einem Ferrari in der Schrottpresse beseitigen wollen. Nach einer gelungenen Flucht aus dem Nobelgefängnis beginnt die erste Verfolgungsjagd. Haben wir es vor dem Zug über die verschlossene Bahnschranke geschafft, sind wir unsere Verfolger erst einmal los. Da kommt die Rettung in Form einer schönen Frau, die uns ein Angebot unterbreitet. Wir sollen an einem Rennen – the run - von San Francisco nach New York teilnehmen. Der Gewinner erhält 25 US$, wovon 10% auf das blanke Konto unseres Protagonisten fließen würden, so der Deal.

Viel bleibt unserem Helden nicht übrig, also willigen wir ein und begleiten die Dame in die Küche, in der die Startprämie per Aufzug den Besitzer wechselt. So die Story. Das Rennen besteht aus 10 Etappen, die den Pässen in anderen Rennspielen entsprechen. Jeder dieser Rennabschnitte enthält mehrere Wettkämpfe, die wir absolvieren müssen, wie zum Beispiel Zeitrennen oder Überholrennen, indem wir 10 Plätze gut machen müssen. Ich muß sagen, daß die Rennen schon von Anfang an recht knackig sind. Ich habe es auf „Normal“ gespielt und das Pad ist so manches Mal durch die Gegend geflogen. Später gesellen sich auch noch die Cops ins Renngeschehen und versuchen uns von der Fahrbahn zu drängen oder per Straßensperre zu stoppen. Wie im Vorgänger auch erhalten wir XP für saubere oder dreckige Überholmanöver, sogar für den Takedown eines Cops gibt es kräftig Punkte. Neben diesen XP fahren wir noch Trophäen, Abzeichen und neue Boliden ein. Später schalten wir die beliebte Nitroeinspritzung frei, die für mehr Power sorgt und uns Boost verschafft, was auch dringend erforderlich ist bei manchen Rennen. Haben wir diesen verbraucht füllen wir den Tank wieder auf, indem wir im Windschatten unseres Gegners oder auf der Gegenspur fahren. Gleich geblieben ist auch die Aufwertung des Fahrerlevels, der sich nach gut absolvierten Rennen und je nach XP immer weiter erhöht. Ab und zu treten im „the run“-Modus Sequenzen mit Quicktime Events auf. Zum Beispiel wird unser Protagonist zu Fuß von Polizisten verfolgt.

Durch drücken bestimmter angezeigter Tasten, wirft Jack den Cops Kisten vor die Füße oder vermöbelt ihnen die Visage. Drücken wir die Taste zu spät, wird Jack geschnappt. Fair ist dabei, daß die Sequenz dann an der gleichen Stelle wieder ansetzt und die Tasten immer die gleichen bleiben. So artet es nicht in einer Knöpfchendrückerei aus. Optisch ist das Game super gelungen. Das Setting ist immer erfrischend anders, ob wir nun durch die staubige Wüstenlandschaft mit Sandsturm brettern, eine kurvige Gebirgsstrecke befahren oder durch die Straßen von Las Vegas vor der Polizei fliehen, jede Strecke ist sehr realistisch und detailreich angelegt. Ob nun bei Tag oder Nacht, selbst bei hohem Tempo verschwimmt nichts und das Fahrgefühl und die gefühlte Geschwindigkeit sind grandios. Toll, was die Entwickler mit der Frostbite 2 Engine alles auf die Mattscheibe zaubern. Zu den aufpolierten Boliden von renommierten Herstellern wie BMW, VW, Ford und Porsche muß ich eigentlich kein Kommentar abgeben, jedes Fahrzeug ist ein absoluter Traum. Unsere Errungenschaften aus Blech können wir in der Garage bestaunen, die Lackierung ändern oder andere Kits einbauen. Auch das Schadensmodell ist ganz ansehnlich geraten mit zerbeultem Blech, geborstener Windschutzscheibe oder abgeschrammten Lack. Der Sound rundet das „Wow-Gefühl“ ab, denn es klingt verdammt gut nach Auto. Nur die Musiktitelauswahl während der Challenges ist da schon ein kleines Problem.

Es törnt mich zumindest recht wenig an, wenn Rockabilly Musik aus den 50er aus den Lautsprechern kommt. Besser wären mehr Titel aus der Ecke Hardrock oder Metal gekommen, was ab und zu auch vorkommt, die die aggressive Fahrweise noch einen Tick mehr anheizen. Neben dem Storymodus „the run“ gibt es noch die Challenges. Hier sind klassische Rennen zu bestreiten wie Musclecar-Rennen, gemischte Rennen in verschiedenen Settings. Leider werden diese erst nach und nach freigeschalten, je nachdem wie weit wir im Storymodus sind. Denn erst die beendete Etappe 1 schaltet Challenge 1 frei und so weiter. Last but not least ist der Multiplayer, der Onlinemodus anzusprechen. Bevor wir jedoch in den Genuß der Hetzjagd kommen und den EA-Onlinepass eingeben dürfen müssen wir ein Konto bei EA einrichten. Die Sitzungen via Internet werden vom Autologsystem generiert, heißt, daß entsprechend unserem Fahrerlevel gleichwertige Gegner ins Rennen geschickt werden, um eine Chancengleichheit zu gewährleisten. Wir können unabhängig davon aber auch per Knopfdruck Freunde dazu einladen. Bis zu 8 Spieler können an den Rennen teilnehmen. Wie in den Challenges stehen hier verschiedene Events mit bestimmten Autos in verschiedenen Landschaften zur Verfügung. Leider muß ich sagen, daß 4 von 8 Rennen gar nicht zustande kamen, da der Server ständig zusammengebrochen ist und sich das Game dadurch „aufgehängt“ hat, sodaß ich es komplett neu starten mußte.

Ich hoffe und ich bin mir ziemlich sicher, daß EA dieses Problem mit einem weiteren Patch in den Griff bekommen wird. Ansonsten gibt es nichts zu meckern. Die Zwischensequenzen im Storymodus sind recht gut animiert und die Protagonisten sehen realistisch aus. Eine Sequenz hat mir vor allem gut gefallen, in der wir 2 Mädels an einer Tankstelle herausfordern, die wir dann abhängen müssen, doch laßt Euch selbst überraschen und genießt die Show. Die Synchronisation kann sich ebenfalls sehen lassen. Ich persönlich fand die Mischung aus klassischem Rennspielinhalt und einer Story erfrischend anders, obwohl die Story doch recht dünn ist und sich eigentlich nur auf ein Rennen von einer Stadt zur anderen bezieht. Trotz allem eine gute Idee, besser jedenfalls als die aus „Undercover“, in der wir einen einen Undercover Agenten mimten und in eine Gang eingeschleust wurden. Die Ladezeiten sind etwas länger ausgefallen, liegen aber im erträglichen Rahmen. Kommen wir von der Piste ab oder crashen wir, wird ein Replay eingeleitet. Wir setzen dann wieder ein Stück vor dem Crash ein. Insgesamt haben wir 5 solcher „Rücksetzpunkte“. Sind alle verbraucht, gilt das Rennen als verloren und wir müssen das Ganze von vorne beginnen. War nicht wirklich der Hit, man hätte auch einfach einige Plätze zurückgesetzt werden können, aber gut, die Entwickler wollten wohl damit ein bißchen mehr Nervenkitzel heraufbeschwören.

„Need for Speed- The Run“ ist ein super gelungenes Arcade Rennspiel, das mächtig Power hat, Eeuch einige Zeit an die Konsole zu fesseln, da das Spiel doch recht umfangreich ist. Die Sequenzen mit den eingestreuten Quicktime-Events im Storymodus bringen Abwechslung in den Rennalltag. Bis auf die Pannen im Onlinemodus kann ich nur jedem empfehlen, das Game gründlich anzuzocken und mehr als nur einen Blick zu riskieren. Einsteigern in das Genre empfehle ich jedoch die niedrigste Schwierigkeitsstufe zu wählen, da die Rennen schon nach einer leichteren Anfangsphase recht knackig ausfallen, was leicht zu Frust führen könnte. Das Game rockt, haut rein Leute und lasst nicht locker.

Siegfried Wondrak