Playstation 3  
 
Rage

Preis: ca. EUR 60,-

Entwickler:
id Software

Erschienen bei:
Bethesda Softworks

Um die texanischen Entwicklerschmiede id Software war es lange ruhig, doch pünktlich zu ihrem 20-jährigen Bestehen werfen sie mit Rage einen Titel auf den Markt, welcher es in vielerlei Hinsicht in sich hat. So verwendet Rage die nagelneue id-Tech 5 Engine, die aus meiner PS3 viel rauskitzeln soll. Konstante und butterweiche 60 Frames pro Sekunde sorgen für einen flüssigen Spielspaß. Doch bevor das Endzeit-Abenteuer beginnt wird meine Festplatte mit Daten gefüttert.

Dies dauerte gefühlte 30 Minuten. Zum Thema Ladezeiten muss ich gleich zu Beginn sehr kritisch anmerken: Die sind starker Tobak. Die Abschnitte werden zwar komplett geladen, doch dies dauert schon eine Zeit. Selbst nach dem Ableben werden sie von vorne geladen. Das Speichersystem ist auch zweifelhaft und nicht gerade sehr bedienerfreundlich. Es gibt in diesem Sinne keine Checkpoints sondern Ihr solltet manuell so oft speichern, um den Frustfaktor nicht so hoch werden zu lassen. Tauchen wir nun in die Welt von Rage ein.

Die Zeit, in welche Ihr Euch begebt ist trostlos und spielt in ferner Zukunft. Nach dem verheerenden Einschlag des Meteoriten „Apophis“ finden wir uns ein einer postapokalyptischen Einöde wieder. Hier treiben sich viele Banditen und blutrünstige Mutanten umher, welche Euch ans Leder wollen. Wer jetzt aber denkt, es kommt pure Ego-Shooter-Action a la Doom auf Euch zu, dem muss ich den Wind aus den Segeln nehmen. Die Entwickler haben neben der Action zusätzlich Fahrzeug-Schlachten involviert um ein neus Spielkonzept anzugehen. Jagd durch die Canyons oder nehmt an offiziellen Rennen teil um damit Euer Gefährt aufzumotzen. Natürlich besitzen die Fahrzeuge auch Waffen und Extras wie Schutzschilder. Steuern lassen sich die Vehikel recht gut und selbst der Unterschied der einzelnen Fahrzeugtypen ist deutlich zu spüren. Die Story beginnt noch recht viel versprechend, doch nach circa 15 Stunden Spielzeit bin ich fast genauso schlau wie zu Beginn, und frage mich nach dem „warum“ und „wieso“.

In den einzelnen Städten könnt Ihr euch zwar mit vielen Leuten unterhalten, doch leider spricht unser Held kein Wort im kompletten Spiel. Die Entwickler versprachen ein Open World-Spiel, doch wenn man es kritisch betrachtet, hat der Spieler wenig Möglichkeiten, die Umgebung frei zu erkunden. Die Atmosphäre, welche id Software geschaffen hat ist hingegen sehr beeindruckend ausgefallen. Grafisch echt ein Hingucker und der Flair sind einfach klasse inszeniert. Die Waffenauswahl ist mit ihren neun an der Zahl zwar sehr übersichtlich, doch dafür besitzen die meisten Peacemaker unterschiedliche Geschosse. So hat die Armbrust z.B. Stahlbolzen, Elektrobolzen bis hin zum Hypnosebolzen, mit welchem Ihr Feinde fernsteuern könnt und per Knopfdruck in die Luft sprengen könnt. Für den Nahkampf empfehle ich die altbewährte Schrotflinte oder den puren Faustkraft. Das Waffensystem ist wirklich sehr umfangreich und innovativ. Sprecht mit Leuten und nehmt Aufträge an und fahrt dann mit Eurem Buggy zum Ziel.

Dies wird Euch auf einer kleinen Karte prima angezeigt. Unterwegs trefft Ihr feindliche Fahrzeuge, für welche es bei Zerstörung Geld gibt. Am Ziel angekommen, raus aus dem Auto und dann beginnt die Ego-Shooter-Action in verwinkelten, düsteren Locations. Selten hatte ich es mit so intelligenten Feinden zu tun. Sie springen wild umher oder gar an die Wände bzw. Decken. Auch wechseln sie oft die Position oder ziehen sich gänzlich zurück. Ein fettes Plus, welches vom Spieler einiges abverlangt. Ich entschied mich für den Schwierigkeitsgrad Schwer und lag des Öfteren auf dem Rücken. Ich liebe Herausforderungen! Er lässt sich aber problemlos während des Spiels verändern. Die Steuerung ist in alter Ego-Shooter-Manier gehalten. Jeder erledigte Feind sollte mittels X-Buttons genauer untersucht werden. Auch liegen nützliche Gegenstände in der Umgebung umher, welche Ihr an der richtigen Stelle zu Geld machen könnt. Spontan fiel mir da Bioshock ein, wo der Spieler auch bis zur Whiskey-Flasche alles einpacken konnte. Ein wichtiges Features bei Rage ist das Selbstbauen von Objekten, bzw. Gegenständen. So könnt Ihr ein RC-Bombenauto bauen mit welchem sich Feinde oder Objekte exzellent in die ewigen Jagdgründe schicken lassen. Oder baut per Bauplan Wachroboter, Selbstschussanlagen oder gar eure eigene durchschlagkräftige Munition.

Es ist in jeder Ortschaft möglich, Munition zu kaufen und Dinge an den Mann zu bringen, welche für Euch nutzlos sind. Die Währung ist natürlich der Dollar. Diese Bastelaktionen bringen viele taktische Möglichkeiten mit sich. Probiert einfach herum. Kämpft gegen Clans wie die Ghosts, Jackals oder Gearheads. Im späteren Verlauf lautet der Feind: Die Regierung. Ich möchte Euch aber nichts verraten. Die Gesichter der Charaktere sehen sehr schön detailliert aus. Von der grafischen Seite macht Rage alles richtig. Schöne Ego-Shooter-Action in einer exzellenten Atmosphäre. Kommen wir nun zu den Multiplayer-Features von Rage. Online geht es bei Kampfrallys, im Spiel heisst des „Road Rage“ gegen einander antreten. Jedes zerstörte Fahrzeug gibt Punkte. Auch hier gibt es den Deathmatch-Modus oder die Meteor-Rally, bei welcher Ihr während eines Meteoritenhagels diese einsammeln solltet. Für alle Koop-Freunde haben die Entwickler neun Missionen eingebaut, welche entweder Offline per Splitscreen oder Online gespielt werden können. Zusätzliche Features wie die doppelläufige Schrotflinte und weitere Dinge können per Download ins Spiel eingebaut werden.

Zum Schluss fällt mein Fazit positiv aus. Zwar sind die nervigen Ladezeiten und die Speicherfunktion nicht ideal gelöst, doch weiß das Spiel anderweitig zu überzeugen. id Software haben zwar das Genre nicht revolutioniert, doch Rage kommt mit breiter Brust daher. Die Grafik sowie Atmosphäre sind wirklich prima gelungen. Die Rennen machen nicht nur Spaß sondern sorgen auch für nötige Abwechslung im Ego-Shooter-Alltag. Die Action fesselte mich an meine Playstation 3 und bereitete mir 15 Stunden Spielspaß. Ich kann Rage nur jedem ans Herz legen, auch wenn die ein oder andere Schwäche vorhanden ist. Doch das ist dann schon jammern auf hohem Niveau. Mehr als nur ein Blick wert. Ich wünsche mir eine Fortsetzung, liebe Entwickler……

Michael Birkle