Playstation 3  
 
Resistance 3

Preis: ca. EUR 65,-

Entwickler:
Insomniac Games

Erschienen bei:
Sony Computer Entertainment

Ernie hat es erwischt. Bevor wir jetzt ein heiteres Ratespiel um die Person machen, kläre ich es auf: “Resistance 3 “ von Sony Computer Entertainment dreht sich in meiner Konsole. Insomniac Games schickt uns in die 3. Runde gegen die Chimera-Invasion ins Jahr 1957.Lets Go!

Nach einer etwas längeren Installationszeit betreten wir als Joseph Capelli die virtuelle Bühne. Joseph ist Ex-Sergeant und steckt tief in der Midlife Crisis. Mit seiner Frau und seinem Sohn lebt er ein tristes Leben in einem heruntergekommenen Nest namens Haven, welches im mittleren Westen der USA liegt. Wir schreiben das Jahr 1957, die USA wurde von der Chimera Invasion besiegt und Osteuropa ist im Begriff eingenommen zu werden, als plötzlich ein alter Bekannter namens Dr. Malikov bei uns vorbeischaut. Nun haben wir die Alienbrut wieder am Hals…Vive la Resistance!
Nun lassen wir unsere Familie zurück und machen uns mit Dr. Malikov auf den Weg nach New York. Was mir persönlich im Gegensatz zum 2. Teil gefallen hat ist, dass wir keinen Elitesoldaten sondern einen „Otto-normalbürger“, zugegeben mit militärischer Vorkenntnis steuern, was der Story eine besondere Note verpasst.

Wir starten unsere ersten Gehversuche in einem Schießstand der Resistance, in dem wir den richtigen Umgang mit den Waffen erlernen. Neben den Bekannten aus Teil 2 wie den Bohrer, die Marksman und Bullseye gibt es im weiteren Verlauf noch neue Friedensstifter einzusammeln. Wie zum Beispiel den Atomisierer, der mittels Magnetwellen die Gegner in Schutt und Asche zerlegt oder den Freezer, der wie der Name erahnen lässt, die Meute einfriert. Neu ist, dass wir alle Waffen mitnehmen können und uns nicht auf 2 beschränken müssen. Per Dreieck-Taste (PS3) öffnen wir das Radial-Menü der Waffen. Genial ist, dass sich die Waffen durch häufigen Gebrauch selbst Upgraden, meist sind es 2 Stufen. Wie im Vorgänger verfügt jede Waffe über ein Primär und Sekundärfeuer. Wie dieses im Einzelnen ausfällt wird an Hand einer Beschreibung erklärt, sobald wir diese Waffe in Besitz nehmen. Der Feindeskader ist in seiner Vielfalt breit gefächert und beinhaltet neben dem Fußvolk, den Hybridaliens noch die Grims, eine Art Alienzombies, Drohnen und richtig fette Bossgegner.

Letztere sind nicht immer leicht zu erledigen, da sie meist 3 Phasen der Vernichtung haben. Aber im Gegensatz zu manch anderen Stellen, an denen die Checkpoints nerviger ausgefallen sind, werden wir bei einem virtuellen Ende an der gleichen Phase wieder respawned, an der wir das zeitliche gesegnet haben. Einziges Manko, welches im ganzen Game ständig vorkommt sind die Gegnerfluten, was folgendermaßen aussieht: Wir befinden uns mit unseren Kameraden in einem Areal und nach dem 1. erfolgreich geschlagen Scharmützel folgen dann noch Gegnerwelle 2 und 3. War manchmal schon etwas nervig. Da sich Insomniac Games zumindest in der Kampagne und dem offline Koop-Modus gegen regenerative Lebensenergie sträuben, sind wir oft damit beschäftigt, das Areal nach den grünen Medipacks abzusuchen, um unsere Gesundheitsanzeige wieder in den grünen Bereich zu bringen. Dies ist gerade auf dem Schwierigkeitsgrad Schwer sehr nervig, da wir in dem Modus schnell das zeitliche segnen und die Gegner, die taktisch und gerissen vorgehen, in Scharen über uns herfallen. Gut gelungen ist das ländliche Setting und rein optisch kann sich das Game sehen lassen, obwohl hier und da manche Texturen meiner Meinung nach etwas matschig wirkten.

Die Aliens sehen ekelerregend und hässlich aus, die Protagonisten sind vor allem in den Zwischensequenzen detailiert in Szene gesetzt und jede Mission ist im Setting und atmosphärisch erfrischend anders ausgefallen. Mal durchkämmen wir einen alten Minenstollen, dann schleichen wir durch ein verlassenes, heruntergekommenes Dorf oder bekämpfen von einem Schiff oder Zug aus die angreifende Alienbrut. Die Atmosphäre ist dicht, gerade bei Nacht in einem nebligen Tal, durch das wir müssen oder in den Dörfern und der Mine. Der Spieler merkt hier sofort, dass die Entwickler ihre Hausaufgaben gemacht haben und eine tolle Stimmung rüberbringen, was auch an den Texturen der einzelnen Levels liegt. Der Sound ist authentisch, die Waffen klingen realistisch und die deutsche Synchronisation kann sich sehen lassen. Aber bei allem Lob gibt es auch Minikritik. Die Zwischenladezeiten sind etwas länger ausgefallen, bei denen wir nur den schwarzen Bildschirm betrachten. Außerdem ist es uns nicht möglich, manche Absätze zu überspringen, die gefühlte 20 cm hoch sind.

Leichte Clipping-Fehler, bei denen Aliens beim Ableben bis zur Hälfte im Erdboden versanken, sind aufgetaucht, was aber auf das Gameplay keine Relevanz hatte. Im offline Koop-Modus, den wir jederzeit am letzen Punkt der Kampagne einsetzen können fiel mir die Reanimation des Kameraden ins Auge. Wird unser Begleiter schwer verwundet, erleidet er einen Blutverlust und ein Countdown von 30 Sekunden setzt ein. Um ihn zu reanimieren, müssen wir uns neben ihn stellen und die Viereck-Taste (PS3) für ca. 6 Sekunden gedrückt halten, bis er gerettet ist. Leider läuft dabei der Countdown weiter, was oft zur Folge hatte, dass unser Mitstreiter stirbt, wenn wir nicht rechtzeitig mit der Wiederbelebung beginnen. Ausserdem konnte ich hier die Bewegungen meines Kollegen sehen und diese sahen alles andere als flüssig und physikalisch aus, irgendwie hölzern wie bei einer Marionette. Trotz allem macht es wieder unheimlich Spaß, zu Zweit die Aliens zu vernichten.

Die Missionen sind wie im Vorgänger geradlinig ausgefallen und ist mal der weitere Weg unklar, sollten wir kurz inne halten, dann erscheint ein Richtungsweiser in Form eines kleinen weißen Kreises mit Pfeil. Um den online-Koop-Modus spielen zu können, müssen wir erst einen im Booklet angegebenen Code im PSN eingeben. Hier haben die Entwickler Insomniac Games uns einen vollwertigen Mehrspielermodus mit 10 Karten, von denen 4 der Kampagne entnommen wurden, spendiert…alle Achtung. Außerdem haben wir hier regenerative Lebensenergie, was wohl ein Zugeständnis an die Durchschlagskraft der Sekundär-Modi der Waffen ist. Außerdem kann das Game wahlweise mit Pad oder PS-Move gezockt werden.

„Resistance 3“ startet etwas gemächlich, entwickelt sich aber kontinuierlich zum Super First-Person-Shooter. Die Story ist fesselnd, das Setting und die damit aufkommende Atmosphäre im ländlichen Teil der USA anno 1957 gefällt und alle positiven Eigenschaften des Vorgängers wurden übernommen. Leider ist die Kampagne recht kurz ausgefallen. Bis auf kleine Schönheitsfehler, die wir getrost ad acta legen können ist „Resistance 3“ ein geniales Game, welches in keiner Spielesammlung fehlen sollte.

Siegfried Wondrak