PSP  
 
Gangs Of London
Preis: ca. EUR 45,-

Erschienen bei:

Sony

Mit Gangs Of London wollen die Spieleentwickler wohl klarstellen, dass die europäischen Großstädte den amerikanischen in Punkto Verkommenheit in nichts nachstehen. Auch in London treiben rivalisierende Banden ihr Unwesen. Man griff für diesen Titel ein Spielprinzip auf, das sich bereits bewähre und in der GTA Serie wohl seinen Ursprung hatte.

Im Comicstil stimmt ein Intro in den knallharten Gangsteralltag ein. Entscheidet Euch zunächst für eine Gang, dann kann es losgehen. Ihr bewegt Euch, charakterlich nicht an eine Person gebunden, durch London. Ähnlich abwechslungsreich wie in der GTA Serie sehen Eure Missionen aus: Ihr bewegt Euch in der 3rd Person Perspektive, dringt in Gebäude (Flughafen, Hotel, Bordell) ein und erledigt Aufträge. Mitunter kommt es auch zu klassischen Verfolgungsjagden, für die Ihr Euch auch hemmungslos der Fahrzeuge ahnungsloser Passanten bedienen könnt.

In einzelnen Missionen gilt es also zu Morden, zu Infiltrieren, zu Beschützen oder zu Zerstören. Dabei übernimmt der Spieler immer die Cheffunktion und kann die Gangmitglieder befehligen. Das Stadtgebiet Londons ist zu erkunden und nebenbei bemerkt durch die typischen touristischen Sehenswürdigkeiten hervorragend wiederzuerkennen. Nun, so abwechslungsreich die Missionen auch sind, so eintönig - weil spartanisch – ist die Grafik ansonsten. Hier brennt man wahrlich kein Feuerwerk ab. Geradezu primitiv sind Szenarien wie Flughafen, Baustellen und Nebenstrassen. Ähnlich eintönig sind die ewig gleich aussehenden Gegner.

Habt Ihr genug von Sex And Crime, dann geht doch mal ins original englische Pub! Dort erwartet Euch der englische Kneipensport schlechthin: Dart! Inklusive Tafel für die Punkte, wie schick! Weitere Zerstreuungsmöglichkeiten gibt es bei einem Kegelspiel sowie zwei Billardvarianten und einem nostalgischen Spielautomaten, auf dem man eine Art Schlangenrennen spielen kann. Weitere Spielmodi sind „Freie Fahrt“ und „Gangschlacht“. In „Freie Fahrt“ kann man sich nach belieben als Tourist durch London bewegen und sich mit Hilfe der Passanten und der öffentlichen Verkehrsmittel zu den Sehenswürdigkeiten hangeln. Oder man verbreitet – reichlich makaber - Angst und Schrecken als Amokfahrer oder Schütze. „Gangschlacht“ ist ein kleiner Echtzeitstrategie-Exkurs, indem Ihr Eure Truppe mit den anderen Gangs messen könnt. Nun, das ist ja recht umfangreich, was hier aufgefahren wird. Allerdings verballerte man zu Viel ins Randgeschehen wie die Minispiele und vernachlässigte den Karrieremodus. Dieses Manko, das sich in einer hakeligen Steuerung, was die Zweikämpfe angeht, und einer mäßigen, gerade so zweckmäßigen Grafik manifestiert, wirkt sich auf die Motivation aus. Hätte man sich etwas mehr Zeit mit diesem Titel gelassen, hätte dies ein Toptitel werden können, so sollte man doch besser zum Original greifen.

Christian Dännart