PSP  
 
GO! Explore
GPS Empfänger +
KFZ-Zubehör
Preis: ca. EUR 150,-

Erschienen bei:

Sony Computer Entertainment


Schon als die Playstation Portable das Licht der Welt erblickte war klar, dass Sony nicht nur auf einen reinen Handheld zum Spielen setzt, sondern völlig auf die Multimedia-Schiene aufspringen will. Konnte der Spieler zu Beginn schon neben dem Zocken die PSP auch als MP3-Player nutzen. Des Weiteren waren das Betrachten von Videos sowie das Betreten des Internets möglich. Dank der Einführung der PSP-Kamera (Go!Cam) vor knapp einem Jahr stehen dem User nun alle Türen offen, sich seine eigenen Bilder und Videos mit der PSP in eigener Regie zu entwerfen. Diese kostet knapp 50 Euro und wird einfach auf den USB-Anschluß gesteckt und schon kann munter drauf los geknipst werden. Dank der 180° Funktion der Kameralinse, ist es möglich dass sich der Betrachter selbst aufnimmt. Um natürlich Bilder und Videos auf dem PSP-System zu speichern, ist es von Nöten, einen Memory Stick an Bord zu haben.

Der neuste Streich aus dem Hause Sony lautet nun:

Diese Funktion verwandelt Eure PSP ab sofort in ein Navigations-Gerät und verhindert, dass Ihr sowohl mit dem Auto, zu Fuß oder mit dem Fahrrad die Orientierung verliert.

Den Sender ebenfalls auf den USB-Port stecken und die Schraube zur korrekten Arretierung anziehen. Im Lieferumfang befindet sich neben dem GPS-Sender noch eine UMD, auf welcher alle Daten wie z.B. Karten der einzelnen Länder enthalten sind. Dies ist die einfachste Kombination und kostet allerdings auch schon 120 Euro. Wer jedoch eine KFZ-Halterung sowie ein Ladekabel für den Zigarettenanzünder möchte, der muss schon ein wenig tiefer in die Tasche greifen. Hierfür sind 150 Euro fällig. So langsam bewegen wir uns im Preisniveau in welchem herkömmliche Navigations-Geräte beginnen. Ich werde nun für Euch ausloten, ob sich das Go! Explore lohnt oder ob Ihr lieber doch ein reines Navigations-Gerät kaufen sollt. Die Montage des Senders ist kinderleicht und dürfte auch jedem Nicht-Handwerker spielend von der Hand gehen. Der User hat nun die Möglichkeit, fast alle Daten von der UMD auf den Stick zu kopieren. Dies benötigt fast 1 GB Speicher, allerdings hat es den Vorteil, dass die Ladezeiten während des Navigierens komplett wegfallen. Ich entschied mich dafür, nicht alle Karten zu installieren. Die Stimmen sowie die 3D-Daten und die herkömmlichen Systemdaten legte ich auf meinen Memory Stick ab. Den Rest sollte mein PSP von der UMD laden. Nachdem ich die Sprache und alles andere erledigt hatte gelangte ich ins Hauptmenü. Hier hat der User jede Menge an Möglichkeiten.

Das Hauptaugenmerk liegt sicherlich auf der Nutzung mittels PKW, so dass der erste Menüpunkt „Finden & Los“ genau der richtige Einstieg ist. Hier kann der User die Zieladresse eingeben. Dies geschieht über eine Tastatur auf dem PSP-Bildschirm. Das Gute daran ist, dass das System alle Kombinationen erkennt und somit der User nicht jeden Buchstaben durchblättern muss. Nachdem Ihr den Zielort hinterlegt habt solltet Ihr, wenn möglich, noch die Straße inklusive Hausnummer eingeben. Wie es sich für ein durchdachtes Programm gehört, lassen sich sämtliche Routen unter „Meine Daten“ abspeichern und jederzeit wieder abrufen. Um nun jedoch die Tour zu beginnen, muss das PSP-System zuerst ein GPS-Signal empfangen. In meiner Wohnung konnte er kein Signal entdecken. Erst als ich in den Hof Richtung meines Autos ging, hat das System meine derzeitige Position und somit ein GPS-Signal ermitteln können. Dies wird in der rechten oberen Ecke durch das Satelliten-Symbol angezeigt. Die Stärke des Signals wird farblich unterlegt. Fortan begleitete mich eine zarte Frauenstimme mit ihren Positions-Angaben. Der User besitzt nun die Möglichkeit, die Ansicht durch betätigen des Quadrat-Buttons zu verändern. Entweder 3D- oder Kartenansicht. Die beiden Schultertasten sind für das Heran-, bzw. Wegzoomen verantwortlich.

Durch Betätigen des Analog-Pads habt Ihr nun die Möglichkeit, die Karte frei zu erkunden. Möchtet Ihr wieder auf Eure aktuelle Position zurück, einfach die Start-Taste drücken. Durch das Laden von der UMD kann dieser Vorgang schon ein paar Sekunden dauern. Beim Durchfahren von Tunnels verliert unser System leider jedes Mal das GPS-Signal. Kommt dies häufig vor, ist die Dame, bzw. das System stellenweise ein wenig konfus. Solltet Ihr einmal eine Ausfahrt verpasst haben, reagiert das System sehr schnell, und berechnet eine neue Route. Wer nach Frankreich, Schweiz oder nach Österreich fahren will und dabei keine Autobahnen oder Maut-Strecken nutzen möchte, kann dies natürlich im System angeben. So führt es Euch über Landstraßen. Auf dem Bildschirm werden neben der Karte noch jede Menge nützliche Informationen angezeigt. Neben den noch zu fahrenden Gesamtkilometern berechnet das System auch die noch benötigte Zeit zum Zielort. Des Weiteren ist auch Eure derzeitige Geschwindigkeit zu sehen. Solltet Ihr auch einmal zu schnell fahren, warnt Euch die Dame von nebenan. Vor jeder Richtungsänderung gibt das System mehrmals eine Meldung ab. z.B. „Bitte in einem Kilometer links abbiegen“ oder „In Hundert Meter auf die Autobahn fahren“.

Insgesamt sind zwölf Länder (Deutschland, Frankreich, Schweiz und und und) mit ihrem kompletten Straßenangebot am Start. Selbstverständlich lassen sich die Karten mittels Playstation Store aktualisieren. Es können außerdem Sehenswürdigkeiten konkret angesteuert werden. Ihr seht schon, dass die Entwickler einiges mit an Bord genommen haben. Mein Gesamtfazit fällt äußerst positiv aus. Es sind sehr viele Einstellungen möglich, auch wenn so Geschichten wie Warnungen vor Baustellen oder Staus nicht involviert sind. Mit dem GPS-Signal hatte ich manchmal so meine Probleme, denn der Sender reagiert sehr empfindlich. Besonders beim Durchfahren von Tunnels verlor er auf jeden Fall das Signal. Aber auch in geschlossenen Räumen hatte ich keine Chance auf einen Empfang. Auf diese Dinge wird allerdings im Handbuch ausdrücklich hingewiesen, so dass ich keine Berechtigung habe diese Dinge zu bemängeln. Ich empfehle auf jeden Fall den Kauf einer Halterung, denn die PSP sollte schon befestigt sein. Ich legte meine vor den Schalthebel, und dort war sie wirklich nicht gut aufgehoben, denn bei einer Vollbremsung dürfte sie sich wohl oder übel verabschieden.

Zum Schluß kann ich nur jedem dringend raten, sich das GO! Explore vor dem Kauf einmal näher zu betrachten, denn der Preis von schlappen 150 Euro (inklusive KFZ-Halterung und Ladekabel für Zigarettenanzünder) mag gut überlegt sein. Zumal die herkömmlichen Navigations-Geräte auch bei diesem Preis schon beginnen.

Michael Birkle