PSP  
 
Gottlieb Pinball Classics
Preis: ca. EUR 45,-

Erschienen bei:

System 3

For Amusement Only! Die Automatenfirma Gottlieb wird wohl eher den älteren Zockern etwas sagen, wurde sie doch spätestens Mitte der 70er von Bally und Anfang der 80er durch Williams in der Marktführerschaft abgelöst. Kenner werden allerdings mit der Zunge schnalzen, denn diese Sammlung hält einige Hochkaräter bereit, u.a. mit dem bereits 1932 erschienene Playboy Tisch, einer Art Prä-Flipper, dem ersten Zwei-Ebenen-Flipper „Black Hole“ oder gar dem zeitbasierenden Multiballspiel „Goin´ Nuts“, das lediglich in einer Kleinstauflage von 10 Stück hergestellt wurde. Gottlieb kann sich rühmen, den eigentlichen Flipper erfunden zu haben, indem man als erste Firma Hebel mit ins Spiel brachte.

Gottlieb Pinball Classics entführt den Spieler in eine virtuelle, gut sortierte Spielhalle, voller erstklassiger Groschengräber. Im Modus „Training“ sind zunächst die Tische „Genie“ (1979) und „Eldorado“ (1984) anwählbar. Will man allerdings alle Flipper ausprobieren, muss man sich wohl oder übel der „Gottlieb-Challenge“ stellen. In diesem Modus verdient Ihr Euch Eure Credits, die Ihr dann wieder ins Training investieren könnt.

Die Auswahl der einzelnen Flippertische ist sehr gelungen. Von den frühen Vertretern der Pinball-Maschinen, mechanische Kunstwerke aus Holz, Metall und Glas mit recht simplen Aufbauten bis hin zu Hightech-Geräten mit Rampen, mehreren Ebenen und Dot-Matrix-Display, die Entwicklung ist von Tisch zu Tisch mit nachzuvollziehen. Aber ob Klassiker oder ein modernerer Vertreter, die Tische wurden hervorragend versoftet. So kommt bei den detailverliebten Umsetzungen, den Aufbauten und Originalgeräuschen Freude auf. Lediglich den Anzeigen auf dem Dot-Matrix-Display hätte man mehr Platz einräumen können. Die Flipperkugel offenbart ein Verhalten, das den Naturgesetzen recht nahe kommt. Nett ist auch der Spiegeleffekt der Deckplatte. Bei so viel Realismus fehlt nur noch der Barhocker. Das Spiel kann horizontal und auch Vertikal – mit angepasster Tastenbelegung – aus jeweils 8 Kameraperspektiven gespielt werden. Für eine Flippersimulation bietet sich die vertikale Ansicht natürlich an.

Die Themen der Tische sind recht breit gefächert, so ist eine wilde Flipper-Bowling-Mixtur ebenso wie ein recht simpler Punkteaufbau mit einigen wenigen Bumpern und Zielen vorhanden. Will man noch mehr Abwechslung, kann man sich an Automaten wie dem Wahrsager Xolten – er lässt sich anhand des Sternzeichens des Spielers zu Aussagen über Zukunft, Liebesleben oder der Karriere bewegen oder dem Lovemeter, das aufgrund der Betätigung der L und R Tasten Rückschlüsse auf die Liebesfähigkeiten des Spielers zeiht, verweilen.

Sehr schön ist auch der Game Sharing Modus, in dem man über die WLan Verbindung ein Turnier oder Einzelspiel austragen kann, ohne dass der Gegner das Spiel selbst besitzen muss. Ein tolles Feature. Für diesen Titel gilt: Mit einem kurzweiligen Flipperspiel lässt sich so manche Wartezeit versüßen. Zudem ist die Simulation eine wahre Schatzkiste für Fans der elektromechanischen Unterhaltungsgeräte. Gottlieb Pinball Classics ist somit ein hervorragender Begleiter.

Christian Dännart