PSP  
 
Metal Gear Solid:
Portable Ops
Preis: ca. EUR 45,-

Entwickler:
Kojima Productions

Erschienen bei:

Konami


Der mittlerweile in die Jahre gekommene Snake hat die PSP schon zweimal beehrt, jedoch handelte es sich hierbei um rundenbasierende Strategie-Titel und hatte nichts mit der Stealth-Action auf der Playstation 2 gemein. Doch damit ist nun Schluß, denn die Entwickler Kojima Productions schicken mit Metal Gear Solid – Portable Ops den ersten Action-Adventure-Titel auf die PSP.

Und dieser schließt nahtlos an das Ende des dritten Teils MGS: Snake Eater an. Und ein weiterer wichtiger Fakt ist die Tatsache, dass die vorliegende PSP-Version die Vorgeschichte des kommenden vierten Teils, welcher auf der Playstation 3 erscheint, darstellen soll. Doch nun genug der Vorgeschichten, stürzen wir uns gemeinsam ins neue Abenteuer von Naked Snake, oder auch Big Boss genannt. Auf jeden Fall ist dies kein Aufguss oder ähnliches, sondern ein eigenständiges Spiel, welches sechs Jahre nach dem Showdown von Snake Eater spielt.

Der gute, alte Snake wird in einer russischen Militärbasis von einem seiner ehemaligen FOX-Kollegen festgehalten. Eure erste Aufgabe ist nun das Ausbrechen aus eurem Knast. Ein Feature, welches mir schon immer bei allen Metal Gear Solid-Teilen ein wenig bitter aufgestoßen ist, sind die minutenlangen Dialoge. Sie lassen sich aber problemlos mit der Start-Taste beenden. Seis drum, ich war auf jeden Fall gespannt, wie die Entwickler mit den ganzen Tastenbelegungen auf dem Handheld zu Recht kommen. Ohne gleich loszuschimpfen, aber die Kameraperspektive zu verändern grenzt fast schon an eine Doktorarbeit.

Nicht weil es so schwer ist, sondern weil der Spieler ständig zwischen dem Analog-Stick (Steuern von Snake) und dem Steuerkreuz (Drehen der Kamera in alle Richtungen) beschäftigt ist. So kann es schon vorkommen, dass Ihr bei einer neuen Location erst einmal am schwenken seid, bevor Ihr den ersten Schritt vornehmen könnt. Dies soll jetzt nicht heißen, dass dieses Spiel schlecht ist, nein, sondern es kommt somit kein richtiger Spielfluss auf. Wenn man die Ansicht von schräg oben gewählt hätten, wäre der Spieler dafür sicherlich dankbar gewesen, da er somit eine bessere Übersicht hätte. Eine wichtige Neuerung ist, dass Snake nicht mehr alles alleine erledigen muss. Dafür gilt es jedoch Überzeugungsarbeit zu leisten. Betäubt einen Feind und schleift ihn hinter einen Lastwagen. Nun solltet Ihr ihn von Euren Absichten überzeugen, um ihn somit auf Eure Seite zu holen.

Ihr könnt ihm nun fortan Befehle erteilen. Insgesamt gibt es vier verschiedene Einheiten: Techniker, Mediziner, Spione und zu guter letzt Infanterie. Selbstverständlich besitzt jeder seine Vorzüge, so kann der Mediziner Kameraden heilen. Findet sie einfach heraus. Auf jeden Fall ein gutes Feature. Die komplette Menüführung im Spiel erinnert sofort an den großen Bruder von der Playstation 2. Also zum Schluss muss ich wirklich sagen, dass die Entwickler ein packendes PSP-Spiel geschaffen haben, wenn da nur nicht die nervige Kameraführung wäre. Sie dürfte jedem Neueinsteiger gleich zu Beginn die Suppe gehörig versalzen. Der Spieler kommt einfach in keinen richtigen Spielfluss hinein. An der Grafik gibt es nichts zu meckern. Zum Gameplay sei gesagt, dass die Tastenbelegung mit der der Playstation 2 fast übereinstimmt. Die langen und sehr ausführlichen Dialoge sind auch hier mit von der Partie.

Ihr dürft Euch auf jeden Fall auf eine gute Story und auf eine Spieldauer von circa 14 Stunden freuen. Ich möchte jedoch jedem ein Probespielchen ans Herz legen. Im Übrigen kommen auch Mehrspiel-Fans bei Metal Gear Solid – Portable Ops auf ihre Kosten. Beim Schwierigkeitsgrad haben die Entwickler auch wieder Gas gegeben, denn dieser ist sehr hoch angesiedelt. Stellenweise recht frustrierend! Lange Rede kurzer Sinn, das Spiel kann technisch überzeugen, jedoch sind beim Gameplay ein paar Abzüge zu machen. Sicherlich ein überdurchschnittlicher Titel für die PSP. Unbedingt anspielen….

Michael Birkle