Xbox  
 
Brothers in Arms: Road to Hill 30
Preis: ca. EUR 55,-

Entwickler:
Gearbox Software

Erschienen bei:
Ubisoft

Es ist 1944, zweiter Weltkrieg, Normandie, Amerikaner und Deutsche. Dieses Szenario wird sehr vielen Konsolenspielern unglaublich bekannt vorkommen, da der Markt in der Vergangenheit mit solchen Kriegsspielen förmlich überflutet wurde. "Brothers in Arms: Road to Hill 30" ist aber anders

In diesem Spiel schlüpft der Spieler die Haut des Sergeant Matt Baker, der zu den Soldaten der Fox Company des 502. Fallschirmjägerregiments gehört. Auch hier ist das Ziel, den 2ten Weltkrieg etwas zu verkürzen. Aber nicht, wie sonst üblich, als griesgrämiger Einzelkämpfer, der ganze Armeen auslöscht und dann tonnenweise mit Orden überschüttet wird. Wer die Missionen in "Brothers in Arms: Road to Hill 30" meistern möchte, muss taktisch im Team vorgehen und seine Leute geschickt auf dem Schlachtfeld platzieren. Aus diesem Grund ist Baker auch Gruppenführer und kann bzw. muss seinen Leuten Befehle erteilen. Ist z.B. eine Stellung auf dem direkten Wege nicht einnehmbar, müssen einige Soldaten diese mit einem Sperrfeuer beschäftigen, so dass sich Baker auf anderem Wege seitlich an diese Stellung heranschleichen und diese ausschalten kann. In einer kurzen englischsprachigen Einführung wird uns Kriegsdienstverweigerern erklärt, dass man dieses Manöver "In die Flanke fallen" nennt. Die Steuerung vom "Brothers in Arms: Road to Hill 30" erfolgt aber weiterhin aus der Ego-Shooter-Perspektive. So schleicht man sich durch das feindliche Gebiet und schießt auf alles, was nicht zur eigenen Einheit gehört. Die Waffen entsprechen denen, die zu dieser Zeit üblich waren. Ein Druck auf den rechten Ministick wechselt in den gut umgesetzten Zielmodus und man schaut durch Kimme und Korn. Wird ein Schuss abgegeben, ist der Rückschlag spürbar und die Waffe verzieht, was das Zielen nicht gerade einfach macht.

Dass "Brothers in Arms: Road to Hill 30" kein üblicher Ego-Schooter ist, fällt schon daran auf, dass es nicht möglich ist, hunderte verschiedener Waffen mit sich herumzuschleppen. Es können maximal zwei Schießprügel benutzt werden. Will man sich eine Waffe eines gefallenen Gegners aneignen, weil diese besser ist oder einem die Munition ausgeht, muss man sich von einer eigenen trennen. Munition liegt ebenfalls nicht, wie sonst üblich, wahllos herum und Verbandskästen zur Regeneration der Gesundheit sucht man auch vergebens. Dies führt dazu, dass immer auf die eigene Deckung geachtet wird und Schüsse werden nur gezielt und wohldosiert abgegeben. Ein Druck auf die "Back"-Taste des Controllers unterbricht das Spiel und wechselt die Sicht in die Vogelperspektive. Nun ist es möglich, sich ein Bild über die bestehende Situation zu machen. Es werden die Positionen der eigenen Leute und die der Gegner angezeigt. Mit einfachen Befehlen teilt man seinen Soldaten mit, wo sie sich positionieren sollen, ob sie in Deckung gehen oder ein Ziel angreifen sollen. Leider machen die eigenen Untergebenen nicht immer den intelligentesten Eindruck und sind strikte Befehlsempfänger. Wurde z.B. der Befehl, ein Ziel unter Beschuss zu nehmen gegeben, versuchen sie dies von ihrer Position aus. Ist ein Hindernis im Weg, erzählen sie ständig, dass sie das Ziel von dort aus nicht treffen können, was sich nach der dritten Wiederholung recht jämmerlich anhört. Auf die Idee, ihre Position leicht zu ändern, kommen sie leider nicht. Somit ist klar, dass der Spieler eine große Verantwortung trägt und seine Leute gut platzieren muss. Ansonsten funktioniert das Herumkommandieren sehr gut und macht dazu auch noch Spaß.

Zu Beginn des Spieles sind die einzelnen Aufgaben noch recht einfach, da die Gegner nicht die besten sind, zudem wird die Steuerung erklärt. Die Stärke der Gegner steigert sich aber rasch und es wird immer schwerer, die einzelnen Missionen zu meistern, da auch sie damit beginnen, taktisch vorzugehen. So wird der Spieler Schritt für Schritt an dieses taktische Handeln herangeführt. Trotz dieser doch recht komplexen Aufgaben, wurde die Steuerung erfreulich einfach gehalten. Zwar sind alle Tasten belegt, nach einer kurzen Eingewöhnungsfase geht hat man Baker aber sehr gut im Griff.
Insgesamt 20 verschiedene und gut modellierte Kameraden stehen Baker zur Seite. Alle wurden mit einer eigenen Persönlichkeit ausgestattet und sie erzählen in den Zwischensequenzen Geschichten aus ihrem Privatleben. Dies hilft ungemein, diese "wir sind eine große Familie"-Stimmung aufzubauen. Neben den sehr guten Grafiken der Charaktere wirken die Texturen der Umgebung eher verwaschen, so wie man es aus alten Kriegsfilmen kennt. Der Sound wiederum kommt aus unserem Jahrzehnt. Er klingt satt und ist den verschiedenen Gegebenheiten sehr gut angepasst. Wer eine Dolby-Digital-Anlage sein eigen nennt, kommt in einen unglaublichen Raumklanggenuss. Einzig die sich schnell wiederholenden Kommentare können hier etwas störend wirken. Immerhin sind diese, sowie das restliche Spiel, in das Deutsche übersetzt.

In vielen Zeitschriften wurde geschrieben, dass dieses Spiel sehr authentisch sein soll. Hierüber kann ich mir kein Urteil bilden. Fest steht aber, dass "Brothers in Arms: Road to Hill 30" anders als die sonst üblichen Ballerspiele ist. Zwar wird der größte Teil dieses Spieles in der Ich-Perspektive verbracht und die eigene Waffe ist die beste Lebensversicherung aber ohne eine gute Taktik kann man hier nicht überleben. Wer sich also zutraut, die Verantwortung für seine Kameraden zu übernehmen. ist mit "Brothers in Arms: Road to Hill 30" bestens bedient.

Bernhard Prommer

Features:
Spieler 1-2
Dolby® Digital-Unterstützung

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