Xbox  
 
Burnout Revenge
Preis: ca. EUR 60,-

Entwickler:
Criterion Studios

Erschienen bei:
Electronic Arts

Der ambitionierte Fahrzeugschrottverwerter wird sich fragen, ob es wohl möglich ist, innerhalb eines Jahres aus dem sehr guten Spiel "Burnout 3: Takedown" ein noch besseres zu machen? Die Antwort ist eindeutig: Ja!

"Burnout Revenge" ist, obwohl es in Rekordzeit entwickelt wurde, bei Leibe kein einfacher Abklatsch seines Vorgängers. Neben noch mehr Effekten und interaktiven Objekten auf und neben der Strecke, wurde es geschafft, nicht nur die Geschwindigkeit der Fahrzeuge nochmals drastisch zu erhöhen, was fast schon als kriminell bezeichnet werden kann, sondern auch das Gameplay wurde weiterentwickelt.
Kurz gesagt ging es in der Vergangenheit bei "Burnout" in erster Linie darum, Fahrzeuge so eindrucksvoll wie möglich zu Altmetall zu verwandeln. "Burnout Revenge" wurde hier schon anspruchsvoller gestaltet, denn nun müssen wieder mehr Rennen gewonnen werden und dies in bewährten und neuen Varianten. "Traffic Attack", "Road Rage" oder "Eliminator" sind nur einige davon. Bei "Eliminator" z.B. explodiert alle 30 Sekunden das Fahrzeug, das sich gerade auf dem letzten Platz befindet. Hieran ist sehr gut zu erkennen, dass sich die Entwickler von Criterion ihrer Linie treu geblieben sind. Bei "Burnout Revenge" darf weiterhin fast alles gerammt werden, was sich in den Weg stellt, aber das Schadensmodell wurde entscheidend geändert. Wie erwähnt, können fast alle Fahrzeuge, und dies ohne Rücksicht auf Verluste, einfach aus dem Weg geräumt und sogar als Waffe gegen die Mitstreiter eingesetzt werden, ohne Konsequenzen für das eigene Fahrzeug, vorausgesetzt sie bewegen sich in Fahrtrichtung. Um Busse und Laster sollte aber ein Bogen gemacht werden, da eine Kollision mit diesen unweigerlich zu einem schön anzuschauenden Crash führen, leider mit dem eigenen Wagen. Der Gegenverkehr, kreuzende Fahrzeuge sowie Mauern oder Wände führen zu dem selben Ergebnis und sollten ebenfalls gemieden werden.

Natürlich sind auch Crash-Events, wenn auch leicht und vorteilhaft modifiziert, und der "Takedown" wieder mit von der Partie. Ein "Takedown" ist das spektakuläre eliminieren eines Gegners durch gekonntes Abschießen von der Strecke. Neu hinzugekommen ist der "Revenge-Takedown", womit auch der Titel des Spieles ins Spiel kommt. Landet ein Gegner beim Spieler selbst einen Takedown, wird dieser als Revenge-Gegner gekennzeichnet. Schafft man es an diesem, ebenfalls mit einem Takedown, Rache zu nehmen, ist dies nicht nur gut für die Psyche sondern auch für das Wertungskonto. Nur durch gute Wertungen, also ziemlich mieses Benehmen auf der Straße, und gewonnene Rennen kommen Punkte auf das Wertungskonto. Nun kennen wir das Motivationssystem, durch das weitere Fahrzeuge und Events freigeschaltet werden.
Das unglaubliche an diesem Spiel ist die gefühlte Geschwindigkeit, mit der die Fahrzeuge über sie Strecken gelenkt werden. Eigentlich ist "lenken" der falsche Ausdruck. "Reagieren auf Dinge, die längst hinter einem liegen" ist hier die bessere Bezeichnung. Glücklicherweise meint es die Streckenführung zu Beginn noch gut mit dem Nachwuchsastronauten. Lange Geraden und weite Kurven lasen Zeit, sich an das gutmütige Fahrverhalten der Fahrzeuge zu gewöhnen. Nach und nach kommen aber enge Torbögen, verwinkelte Straßen in Häuserschluchten oder kurvenreiche Strecken am Meer hinzu. Wenn dann noch der Boost aktiviert wird, und das ist notwendig, um überhaupt eine Chance auf den Gewinn eines Rennens zu haben, erhöht sich die Geschwindigkeit nochmals und der Bildschirm scheint sich zu verformen. Eigentlich ist es schade, dass während eines Rennens die Umgebung nicht richtig genossen werden kann, da der Blick fast ausschließlich einige Zentimeter über dem Fahrzeug fixiert wird. Die Strecken wurden nach dem Vorbild von echten Städten wie Detroit, Rom oder Tokio nachgebildet. Die Kurse und ihre Umgebung sind nicht nur groß sondern auch noch schön und mit viel Liebe zum Detail umgesetzt. Neben der Hauptstrecke gibt es auch noch eine Vielzahl von Sprungschanzen und alternativen Wegen, die aber nicht immer eine Abkürzung bedeuten. So wie die Umgebung sind auch die Fahrzeuge eine Augenweide. Grafisch auf höchstem Niveau können hier eine Vielzahl der fiesesten Rennwagen, Muscle- oder Crash-Cars sowie Prototypen gefahren werden. Da ist es fast schon sträflich, dass nur zwei Kameraperspektiven eingebaut wurden. Nicht gespart wurde beim Sound und der Hintergrund-Musik. Rund 40 Bands, angefangen bei Apocalyptica über Junkie XL bis zu Yellow Card, begleiten den Fahrer durch das Spiel. Wer diese stark rocklastige Musik nicht mag, wird mit dem Sound mehr als nur entschädigt.

Den Motoren hört man ihren PS-Überschuss förmlich an, das Quietschen der Reifen lässt den Gummiabrieb fast riechen und bei einem Crash, tut es akustisch richtig weh. Zu schmerzhaften Krämpfen kann es auch in der rechten Hand kommen, da diese zum Beschleunigen benutzt wird, was eigentlich während des ganzen Spieles gemacht wird. Auf welcher Taste sich die Bremse befindet, habe ich in der Zwischenzeit vergessen. Dennoch ist die Steuerung einfach aufgebaut und sehr schnell zu erlernen.
Der Einzelspieler-Modus von "Burnout Revenge" macht ganz klar viel Spaß, wer aber Xbox-Live sein Eigen nennt, kann sich wirklich glücklich schätzen. Mit dem Bewusstsein gegen menschliche Gegner anzutreten, kann dieses Spiel sein ganzes Potential entfalten. Hier ist ein Takedown doppelt so viel Wert, denn die weltweit verteilten Gegner sind verdammt gut. Einen Multiplayer-Modus mit dem obligatorischen Split-Screen gibt es natürlich auch. Es ist nur schade, dass die Entwickler den System-Link nicht implementiert haben.

"Burnout Revenge" ist ganz klar ein Spiel, das auf Spaß ausgelegt ist und sozialpädagogische Hintergründe dürfen hier nicht gesucht werden. Die Grafik ist so gut und die Geschwindigkeit so hoch und vor allem ruckelfrei, dass ich mich mehrmals davon überzeugen musste, dass meine Xbox360 noch nicht geliefert wurde. Nur sollte der Führerscheinbesitzer mindestens eine Stunde warten, bis er sich wieder hinter das eigene Steuer setzt und das nicht wegen der möglichen verkehrswidrigen Fahrweise, sondern weil das eigene Fahrzeug sonst eine Enttäuschung in Form, Farbe und Motorisierung darstellt.

Bernhard Prommer

Features:
Spieler 1-6
Eigene Soundtracks
Dolby® Digital-Unterstützung
Xbox Communicator

Xbox-Live:
Online Multiplayer
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