Xbox  
 
Forza Motorsport
Preis: ca. EUR 49,-

Entwickler:
Microsoft Game Studios

Erschienen bei:
Microsoft Game Studios

Eigentlich gibt es für die Xbox nicht wirklich viele Rennsimulationen. Diesen Zustand möchte Microsoft mit "Forza Motorsport" nun endlich ein Ende setzen. Nach einigen durchspielten Nächten kann hier ruhigen Gewissens gesagt werden, dass sie es wirklich geschafft haben.

Als erstes fällt bei "Forza Motorsport" die große Auswahl an realen Fahrzeugen auf. Weit über 200 Vehikel von ca. 60 Markenherstellern sind hier vertreten. Dies reicht vom normalen Serienwagen bis hin zum Leichtbau-Prototypen mit etwa 600 PS. Wer diese alle ausprobieren möchte, kann dies im Spiel-Modus "Freier Lauf" ohne Einschränkungen ausgiebig tun. Es stehen sämtliche Fahrzeuge und alle Strecken zur Verfügung. Zur Trainingskontrolle tritt der Spieler ab der zweiten Runde gegen sich selbst in Form eines Geister-Fahrers an. Echte Gegner sind hier noch nicht auf der Strecke, da dieser Modus der Übung dient. Wem dies auf die Dauer zu einsam ist, kann nun entweder das Arcaderennen oder den Karrieremodus starten. Das Arcaderennen ist quasi das schnelle Spiel für zwischendurch. Zu Beginn stehen nur ein paar Fahrzeuge und wenige Rennstrecken zur Verfügung. Erst wenn mindestens der dritte Platz in einer Rennserie erreicht wurde, werden weitere Strecken und Fahrzeuge freigeschaltet.
Wirklich ins Eingemachte geht es dann im Karrieremodus. Hier ist das Geld der ausschlaggebende Faktor. Zu Beginn steht ein begrenztes Guthaben zur Verfügung. Erst wenn Rennen gewonnen werden, wird dieses aufgestockt. Da die Fahrzeuge gekauft werden müssen ist klar, dass es nicht gleich mit einem Ferrari losgeht. Je nach fahrerischem können stehen nach und nach die finanziellen Mittel für das Fahrzeugtuning und die Erweiterung des Fuhrparks zur Verfügung. Für fahrfaule Mitstreiter ist es hier sogar möglich, einen eigenen Fahrer auszubilden, der dann die Rennen für einen bestreitet. Mittels der Drivatar-Technologie erlernt der virtuelle Kollege durch Beobachtung und Nachahmung den eigenen Fahrstiel. Dies tut er jedoch nicht selbstlos sondern kassiert einen Teil der Siegesprämien.

Die Fahr-Physik entscheidet nun darüber, ob ein Titel ein nettes Spiel oder eine echte Simulation ist. Microsoft hat bei "Forza Motorsport" bewiesen, dass sie ihr Handwerk verstehen. Alle Fahrzeuge warten mit unterschiedlichem Fahrverhalten auf. So ist z.B. ein deutlicher Unterschied zwischen den front- und den heckangetriebenen Fahrzeugen zu erkennen, vor allem was das Verhalten in den Kurven angeht. Bei den PS-starken Fahrzeugen sollte das Gaspedal fein dosiert werden, da diese giftig beschleunigen und zum Ausbrechen neigen. Dem Fahranfänger wird mit den verschiedenen Fahrhilfen, wie STM, TCS oder ABS unter die Arme gegriffen. Sogar eine intelligente Ideallinie kann eingeblendet werden. Sie zeigt nicht nur die richtige Position auf der Strecke sondern auch die richtige Geschwindigkeit an. Ist sie grün, ist alles in Ordnung. In Kurven oder bei Bodenwellen ändert sie, je nach Geschwindigkeit, ihre Farbe von gelb nach rot. Erst wenn die Geschwindigkeit entsprechend gedrosselt wurde, wird sie wieder grün und die Gefahr des gekonnten Abfluges ist gebannt. Aufgrund des Schadenmodells sollten Berührungen mit der Streckenbegrenzung oder mit anderen Fahrzeugen auch tunlichst vermieden werden. Apropos Berührung mit gegnerischen Fahrzeugen, stößt man einen Gegner an, sollte dieser während des Rennens gut im Auge behalten werden, da es sein kann, dass dieser sich rächt. Dies bleibt aber in einem fairen Rahmen. Die komplette KI ist Microsoft übrigens sehr gut gelungen. Das Feld ist ziemlich ausgewogen und es gibt keine Überflieger. Dennoch fahren die Gegner auf einem guten Niveau. Verlässt man unfreiwillig die Strecke, kann das Rennen nicht mehr gewonnen werden. Ohne Fahrfehler stellen sich aber recht schnell erste Erfolge ein, was der Motivation gut tut. Je weiter die Karriere fortschreitet, desto wichtiger wird das Tuning der Fahrzeuge, um mit dem Fahrerfeld Stand halten zu können. Auch hier wurde nicht gespart. Spoiler, Turbolader, Bremsen, Stoßdämpfer oder Getriebe, alles kann gegen ein entsprechendes Entgeld aufgerüstet und eingestellt werden. Gerade bei der Feineinstellung muss probiert werden. Zum Einen sollte das Setup dem eigenen Fahrstiel entsprechend abgepasst werden, zum Anderen kann es aber auch vorkommen, dass eine Modifikation die Fahrleistung verschlechtert anstatt sie zu verbessern. Glücklicherweise stehen hier ausreichend Telemetrikdaten zur Verfügung. Je nach dem wie getunt oder gefahren wird, sollte auch der Krafftstoffverbrauch und die Reifenabnutzung im Auge behalten werden. Der Fahrzeugverschleiß wirkt sich ebenfalls auf die Fahrleistung aus und im schlechtesten Fall wird ein Boxenstopp notwendig.

Die eigentliche Steuerung ist gutmütig ausgefallen. Sie reagiert direkt und exakt. Optional kann auch ein Lenkrad angeschlossen werden. Als angenehme Kleinigkeit hat Microsoft die Belegung des Controllers zusätzlich auf der Rückseite des Manuals abgedruckt, was aber eigentlich nicht nötig gewesen wäre, da sie übersichtlich und logisch aufgebaut ist. Trotz all dieser technischen Komponenten wurde die Grafik nicht außer Acht gelassen. Die Fahrzeuge sind sehr detailliert und sehen einfach nur gut aus. Auch die Licht- und Schatteneffekte oder Reflexionen können sich sehen lassen. Hinterlässt der Fahrer Bremsspuren auf der Strecke oder Kratzer an der Begrenzung, so bleiben diese während des gesamten Rennens erhalten. Die Strecken selbst sind ebenfalls detailreich und realistisch umgesetzt. Hier bietet "Forza Motorsport" virtuelle und reale Kurse an. Die Palette reicht vom Rundkurs über verwinkelte Stadtkurse bis hin zur wunderschönen aber schwer zu fahrenden Bergstrecke. Auf der Nordschleife des Nürburgrings wurden sogar die Bodengraffitis übernommen. Der Sound ist ebenfalls nicht zu verbessern. Die Motoren hören sich satt an und vermitteln eine gute Rennbahnatmosphäre. Details wie die einsetzende Traktionskontrolle oder das Aufsetzen des Unterbodens auf der Rennstrecke vervollständigen die Akustik. Lediglich bei der Hintergrundmusik wurde gespart. Glücklicherweise können hier eigene Songs abgespielt werden. Wer gegen echte Menschen antreten möchte, dem steht ein Multiplayermodus über Splitscreen oder das System Link zur Verfügung. Wesentlich umfangreicher ist dann der Online-Modus (Xbox-Live). Hier kann weltweit gegen bis zu acht Fahrer angetreten werden. Wer möchte, kann sogar mit seinem Fuhrpark onlinehandel betreiben.

Mit "Forza Motorsport" hat Microsoft die derzeit beste Rennsimulation für die Xbox auf den Markt gebracht, die die Bezeichnung Simulation auch zu Recht tragen darf. "Forza Motorsport" bietet eine Vielzahl an Fahrzeugen, interessante Strecken, eine gute Steuerung und vor allem eine gute Fahrphysik. In Verbindung mit dem Online-Modus bleiben dann keine Wünsche mehr offen, so dass sowohl der Rennprofi als auch der Genre-Neuling hier gut aufgehoben ist.

Bernhard Prommer

Features:
Spieler 1-2
Eigene Soundtracks
Dolby® Digital-Unterstützung
System Link 2-8
Xbox Communicator

Xbox-Live:
Online Multiplayer 2-8
Sprachausgabe
Freunde
Statistiken