Xbox  
 
Der Herr der Ringe: Das dritte Zeitalter
Preis: ca. EUR 55,-

Entwickler:
Electronic Arts

Erschienen bei:
Electronic Arts

Nachdem nun auch der dritte Teil der Tolkin Trilogie "Der Herr der Ringe" ein riesen Kinoerfolg wurde, hat Electronic Arts mit dem Titel "Das dritte Zeitalter" das erste Rollenspiel für die Konsole auf den Markt gebracht, welches sich in dieser Welt aufhält.

Zu Begin des Spieles verkörpert man Berethor, einem Menschen, der aber sehr schnell auf Idrail, eine Elbe stößt. Nach und nach erweitert sich diese Gruppe noch durch einen Zwerg oder einen Waldläufer. Bis zu sechs Charaktere lassen sich im Spielverlauf steuern und ausrüsten. Das Interessante an "Der Herr der Ringe: Das dritte Zeitalter" ist die Tatsache, dass der Spieler mit seiner Gruppe der Gruppe um Frodo und Gandalf folgt und teilweise nur wenige Minuten hinter ihnen ist. So wird man Zeuge von Ereignissen, die durch sie ausgelöst wurden oder die dieser Gruppe noch bevorstehen. In den Minen von Moria sieht man z.B. Balrog auf seinem Weg zu Gandalf oder es fällt einem fast das Zwergenskelett auf den Kopf, das kurz zuvor von Tuk quasi aus versehen in einen Brunnen gefallen ist.

Das Spiel spielt an den original Schauplätzen der Filme, die dank der guten Grafik einen enorm hohen Wiedererkennungswert haben. Die einzelnen Gebiete wurden sehr detailreich und authentisch umgesetzt. Über Effekte wie Nebel, Schatten und der entsprechenden Musik wird eine zu den jeweiligen Szenen passende Stimmung aufgebaut. Das eigentliche Spiel besteht aus zwei Teilen. Der eine Teil ist eine Art Explorermodus, in dem die frei wählbare Spielfigur in der "Dritte-Person-Sicht" die Gegend erkundet und Gegenstände wie Rüstungen, Waffen, Heilkräuter oder Elbensteine sammelt. Eine Interaktion mit der Umgebung wie z.B. Gespräche mit anderen Personen oder betätigen von Schaltern und Hebeln ist leider nicht möglich. Wenn man es genau nimmt, trifft man fast nur solche Leute, die sich entweder der Gruppe anschließen oder einem böses wollen. Der andere Teil des Spieles besteht aus einem rundenbasierenden Kampfsystem. Hier müssen die Gegner durch geschicktes Taktieren vernichtet werden. Es kann bestimmt werden, welche Aktion die einzelnen Charaktere durchführen. Dies reicht vom einfachen Schwerthieb bis hin zum Einsatz von Magie.

Da die einzelnen Charaktere mit unterschiedlichen Fähigkeiten ausgestattet sind, ist es wichtig, die richtigen Personen für bestimmte Gegner auszuwählen. So gibt es Feinde, wie z.B. den Hüter des Wassers vor Moria oder ganz banale Orks mit Pfeil und Bogen, die sich in sicherer Entfernung aufhalten, die somit nicht zu Fuß erreichbar sind. Hier ist der menschliche Charakter zu Beginn nur ein Statist, da er diese Gegner nicht angreifen kann, aufgrund fehlender Waffen mit Fernwirkung. Wesentlich effektiver sind hier die Pfeile des Waldläufers oder die Magie der Elben und Zwerge. Aber auch die Art der Attacken muss mit Bedacht gewählt werden, da mächtige Aktionen, die Eindruck bei den Gegnern hinterlassen, wie besondere Schwerthiebe oder der Einsatz von Magie, nicht beliebig oft wiederholt werden können, da jeder Spielfigur nur eine begrenzte Energie hierzu zur Verfügung steht. Gemein wird die Sache dann, wenn der Gegner einer Aktion ausweicht und somit nur unnütz Energie verbraucht wurde. Nach jedem gewonnenen Kampf werden Punkte verteilt, mit denen dann die Fähigkeiten der einzelnen Personen verbessert werden können. Hierzu zählen Stärke, Geist, Tempo oder Geschick. Ebenfalls können weitere Arten von Attacken erlernt oder die magischen Fähigkeiten erweitert werden. Wer nun glaubt, dies sei kompliziert, muss sich mit der Tatsache auseinandersetzen, dass es bei "Der Herr der Ringe: Das dritte Zeitalter" mehr als eine halbe Million an Waffen-, Gegenständen- und Rüstungskombinationen gibt. Und wenn wir schon bei großen Zahlen sind, jedes Mal wenn eine Schlüsselszene gemeistert wurde, wird eine von über 100 Filmszenen freigeschaltet. Diese Filmsequenzen sowie die Spielhandlung erstrecken sich über die komplette Film-Trilogie.

Die Grafik, die Effekte und Animationen sind unglaublich gut gelungen. Während eines Kampfes wird die jeweilig gewählte Attacke mit eindrucksvollen Lichteffekten untermalt und bei einem Sieg zeigt der jeweilige Charakter seine persönliche Siegespose, die nach einem schweren Kampf auch richtig gut tut. Aber genau diese Effekte können unter Umständen auch nervig werden. Wie bereits erwähnt, sind die einzelnen Kapitel enorm groß. Um ein Kapitel abzuschließen, müssen einzelne Missionen erfüllt werden. Als Zugabe gibt es auch Nebenmissionen, die aber nur für das Ego, jedoch nicht für das Weiterkommen wichtig sind. Nun kann es vorkommen, dass eine Mission noch nicht komplett abgeschlossen wurde, man aber partu das fehlende Stück nicht finden kann. Ab diesem Moment irrt man in den weitläufigen Gebieten umher und sucht z.B. die eine Höhle, die man übersehen hat. Nun ist es so, dass in einem solchen Fall in regelmäßigen und meiner Meinung nach zu kurzen Abständen einige Gegner angreifen. Nach einiger Zeit fangen dann diese eigentlich sehr gelungenen Lichteffekte während der Kämpfe an zu nerven. Auch die Siegesposen würde man bei diesen "Lückenfüllerkämpfen" gerne überspringen, da sie viel zu oft vorkommen. Sobald dann aber wieder der richtige Weg gefunden wurde, ist diese Kritik schnell vergessen, bis zu dem Punkt, an dem man sich wieder verlaufen hat. Apropos laufen, die Steuerung ist hier sehr einfach zu erlernen und übersichtlich ausgefallen. Auch die Kampfprozeduren gehen nach kürzester Zeit in Fleisch und Blut über. Es ist zudem möglich, die Kamera zu steuern um so die eindrucksvolle Gegend genau zu betrachten. Der Sound hat es ebenfalls in sich. Die Soundeffekte klingen mächtig und eindrucksvoll und die Hintergrundmusik passt sich der jeweiligen Umgebung und Gegebenheiten sehr gut an. Es kommt nicht selten vor, dass man sich an bestimmten Stellen des Spieles gehörig erschrickt.
Damit der ambitionierte Retter von Mittelerde nicht alleine vor dem Fernseher sitzen muss, haben die Entwickler von Electronic Arts auch einen Kooperations-Modus eingebaut, bei dem sich zwei Spieler die Aufgaben teilen können. Ein ebenfalls auflockerndes Gimmick ist der Schattenmodus. Hier können endlich auch mal die Bösen gesteuert und die Guten verdroschen werden...

Bernhard Prommer

Features:
Spieler 1-2
Dolby® Digital-Unterstützung