Xbox  
 
Need for Speed: Most Wanted
Preis: ca. EUR 50,-

Entwickler:
EA Games

Erschienen bei:
Electronic Arts

Illegale Autorennen, getunte Sportwagen, schöne Frauen und eine große Stadt, dass sind die bekannten Elemente, die "Need for Speed" zu einem der besten Rennspiele machen. Doch dieses Mal kommt noch etwas dazu, die Polizei.

Wird die DVD in die Xbox eingelegt, meldet sich zuerst einmal das Fotomodel und die Schauspielerin Josie Maran zu Wort, die nicht nur in dem Film Van Helsing sondern auch in "Need for Speed: Most Wanted" keine unbedeutende Rolle spielt. Es wirkt schon fast obligatorisch, wenn sie den Spieler darauf hinweist, dass illegale Straßenrennen illegal sind, schaden kann es aber sicher nicht. Nun kann zwischen den einzelnen Spiele-Modi gewählt werden. Das Quickrace und die Herausforderung-Serie sind für das schnelle Spiel zwischendurch und zum Üben bestens geeignet. Richtig ernst wird es dann aber im Karriere-Modus. Dieses Mal hat es Electronic Arts geschafft, eine enorm motivierende Story um das Spiel zu kreieren. Zu Beginn sitzt der Spieler in seinem dicken BMW und ist neu in Rockport City, der Stadt, in der er sich für ziemlich lange Zeit aufhalten wird, denn "Need for Speed: Most Wanted" wird im Karriere-Modus, auch bei erfahrenen Fahrern, sehr lange dauern. Nachdem ein paar Rennen gewonnen wurden, wird man vom örtlichen Fiesling zu einem "Blacklist-Rennen" herausgefordert, bei dem der Einsatz der fahrbare Untersatz ist. Komischerweise versagt bei diesem Rennen der Motor und der Spieler ist plötzlich wieder Fußgänger. Da der Fiesling keinen Zweifel daran lässt, dass er es war, der am Motor manipuliert hat, kommt vor dem Fernseher unweigerlich der Wunsch auf Rache auf. Von nun an zeigt sich "Need for Speed: Most Wanted" von seiner bekannten Seite. Mit einem kleinen Startkapital und der Hilfe von Mia (alias Josie Maran) kann ein normales Serienfahrzeug aus der Mittelklasse erstanden werden. Durch das Gewinnen von Rennen kommt Geld auf das Konto, mit dem entweder der Wagen getunt oder ein größerer gekauft werden kann. Neu hingegen ist unter Anderem, dass es eine Rangliste, die "Blacklist" gibt. Ein Fahrer aus dieser Liste kann nur dann herausgefordert werden, wenn neben verschiedenen gewonnenen Events auch noch der Ruf stimmt, der an dem Kopfgeld, das auf den Fahrer ausgesetzt ist, gemessen wird. Dies ist auch zugleich eine weitere Neuerung.

Wer rücksichtslos und verkehrsgefährdend genug unterwegs ist, weckt die Aufmerksamkeit der örtlichen Gesetzeshüter, die mit mehreren Streifenwagen, im späteren Spielverlauf sogar mit Straßensperren oder einem Helikopter versuchen, den Spieler zu stoppen. Gelingt die Flucht, erhöht sich das Kopfgeld. Die "Blacklist" beginnt übrigens bei 15 und unser ausgemachter Lieblingsgegner sitzt auf Platz Eins, also ein langer Weg. Die Fahrzeuge sind wieder einmal eine Augenweide. Über 30 bis auf das letzte Detail original getreu nachgebildete Wagen stehen zur Verfügung. Die Skala reicht vom Renault Clio bis zum Aston Martin oder Porsche. Das Fahrgefühl ist bei jedem Fahrzeug auch tatsächlich anders und nach jedem neuen Tuningteil verändert sich dieses nochmals merklich. Hier kann wieder geschraubt und eingestellt werden was die Konsole hergibt. Um die Änderungen auszuprobieren steht dem Spieler mit Rockport City eine komplette Stadt und somit ein riesengroßes Areal, das nach und nach frei befahren werden kann, zur Verfügung. Hier gibt es nicht nur die innerstädtischen Verkehrswege sondern auch Highways, Landstraßen und viele Schleichwege, die sich meistens als Abkürzungen herausstellen. So muss auch mal die Wartehalle eines Busterminals oder ein Golfplatz als Rennstrecke herhalten. Auf einer Karte werden einzelnen Events oder wichtige Punkte angezeigt. Wichtige Punkte sind entweder Tuningshops oder Autohändler und die Events setzen sich aus den bekannten Drag-Race, Rundkursen oder Sprintrennen sowie aus neuen Varianten wie z.B. das Radarfallen-Rennen zusammen. Hier muss so schnell wie möglich durch mehrere Radarfallen gefahren werden. Am Ende zählt dann die Summe der geblitzten Geschwindigkeiten. Die konsolengesteuerten Gegner besitzen eine gute und im Verlauf des Spieles immer stärker werdende Intelligenz. Zu Beginn ist es sogar nach einem Fahrfehler noch möglich ein Rennen zu gewinnen, was dem Genre-Neuling zu Gute kommt. Dass die Gegner aber nicht immer fair zur Sache gehen ist sehr gut daran zu erkennen, dass sie ihre Fahrzeuge auch schon mal als Waffe einsetzen. Die Polizei macht dies übrigens permanent.

Hier wurde die Intelligenz jedoch recht einfach gehalten. Während einer Verfolgungsjagd versuchen sie hauptsächlich den Spieler von der Straße zu drängen oder einzukeilen. Nach und nach steigt der Schwierigkeitsgrad, was sich neben den stärker werdenden Gegnern auch in dem zunehmenden Verkehr widerspiegelt. Der Verkehr ist übrigens das Einzige, was Rockport City von einer Geisterstadt unterscheidet. Fußgänger scheinen hier eine Ausgangssperre zu haben, was aber um zivile Opfer zu vermeiden, nicht unbedingt schlecht ist. Optisch bewegt sich "Need for Speed: Most Wanted" auf höchstem Niveau. Die einzelnen Stadteile sind nicht nur extrem groß sondern auch sehr gut voneinander zu unterscheiden. Im krassen Gegensatz zu der bunt beleuchteten City präsentiert sich das düstere Hafen- und Industrieviertel, wobei verlassene und eingefallenen Fabrikgebäude dennoch ziemlich sauber und aufgeräumt wirken. Neben der Strecke befinden sich auch einige interaktive Objekte wie Wassertanks, Mauthäuschen oder Donatbuden, die teilweise gegen die Polizei während einer Verfolgungsjagd eingesetzt werden können. Meistens schaden sie bei Berührung aber eher dem eigenen Fahrzeug. Auf ein echtes Schadensmodell wurde bei "Need for Speed: Most Wanted" dennoch verzichtet. Bis auf ein paar Kratzer und eingedellte Stoßstangen passiert, auch bei schweren Unfällen, nicht viel. Hier sollte jedem klar sein, dass "Need for Speed: Most Wanted" keine Rennsimulation sondern ein Rennspiel ist, wobei die Steuerung und das Fahrgefühl wieder einmal so gut umgesetzt wurde, dass einige Rennsimulationen auf dem Markt vor Neid erblassen müssten. Die Steuerung wurde übersichtlich und intuitiv umgesetzt, so dass eine Eingewöhnungszeit hier nicht benötigt wird.

Selbst die neue Zusatzfunktion "Speedbreaker" stellt hier keine fingertechnische Herausforderung dar. Der "Speedbreaker" schaltet kurzzeitig das Spielgeschehen auf Zeitlupe um, so dass schwierige Passagen einfacher gemeistert werden können. Soundtechnisch hat Electronic Arts, wie gewohnt, wieder hohes Niveau umgesetzt. Die Motoren klingen satt und in den Kurven kann der Gummiabrieb akustisch förmlich gerochen werden. Die Sprachausgabe ist klar, sehr gut zu verstehen und komplett in Deutsch. Musikalisch wird das Geschehen durch über 25 aktuelle rockige Tracks untermalt, die perfekt zu dem Renngeschehen passen. So wird, gerade bei Verfolgungsjagden mit der Polizei, eine hollywoodreife Atmosphäre erzeugt.
Wer dies alles nicht alleine genießen möchte, kann sich via Splitscreen mit einem Freund bzw. Gegner vor dem heimischen Fernseher austoben. Den System-Link, also das Verbinden zweier Xboxen hat Electronic Arts leider nicht implementiert. Dafür steht aber mit Xbox-Live ein riesengroßes Rennfahreruniversum zur Verfügung. Es können Sprint-, Drag- oder Rundkurs-Rennen gegen bis zu vier Teilnehmer gefahren werden. Jedoch sind nur die Fahrzeuge und Strecken nutzbar, die bereits offline freigespielt wurden. Dies ist aber kein Nachteil, denn ein Blick auf die Online-Statistiken zeigt, dass es besser ist etwas zu üben, bevor man sich mit Fahrern aus aller Welt messen will.

"Need for Speed: Most Wanted" ist wieder ein gelungenes Rennspiel, an dem der ambitionierte Rennsportfan nicht vorbeikommt. Aufgrund einiger neuer Rennvarianten und vor allem durch die Präsenz der Polizei, ist das Spiel im Singelplayer-Modus noch abwechslungsreicher als seine Vorgänger. Aufgrund des enorm großen Umfanges ist selbst in diesem Singelplayer-Modus ein ungetrübter Spielspaß auf lange Sicht hin garantiert. Wer nun noch Xbox-Live sein Eigen nennt, liegt mit "Need for Speed: Most Wanted" auf jedem Fall richtig.

Bernhard Prommer

Features:
Spieler 1-2
Dolby® Digital-Unterstützung

Xbox-Live:
Online Multiplayer
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Freunde
Sprachausgabe