Xbox  
 
Oddworld Strangers Vergeltung
Preis: ca. EUR 60,-

Entwickler:
Oddworld Inhabitants

Erschienen bei:
Electronic Arts

Als vor drei Jahren die Xbox das Licht der Welt erblickte, zählte damals „Munch´s Oddysee“ zu einem der Starttitel der Microsoft Konsole. Zu dieser Zeit standen die Entwickler von Oddworld Inhabitants noch unter Obhut von Microsoft. Ihr neuester Streich, „Oddworld Strangers Vergeltung“, kommt natürlich wieder exclusiv für die Xbox und wird hierzulande von Electronic Arts herausgebracht. Diese haben sich nämlich der Entwickler quasi angenommen bzw. haben sie eingekauft.

Wer jetzt denkt, dass sie einen einfachen Aufwasch gemacht haben, der täuscht sich gewaltig, denn der Nachfolger hat ziemlich wenig mit seinem Vorgänger zu tun. Kurz zur Story: Die Hauptfigur ist Stranger, ein Typ á la Lucky Luke, welcher mit einem Fell und einer Löwenmähne ausgestattet ist. Witziges Kerlchen! Freundet Euch mit Stranger an, denn seine Aufgabe, bzw. Eure, lautet nun: In Kopfgeldmanier die bösen Schurken auszuradieren, um natürlich kräftig Geld dafür zu kassieren. Ihr befindet Euch auf jeden Fall in Oddworld. Alleine schon das Intro hinterließ bei mir eine Gänsehaut. Extrem beeindruckend! Im Spiel angekommen merkte ich auch hier schnell, dass die Optik nicht von schlechten Eltern ist. Frei schwenkbare Kamera und völlige Bewegungsfreiheit. Es gibt zwei verschiedene Ansichten. Zum einen die Third-Person- und zum anderen die Ego-Perspektive. Bei der letztgenanten ist es Euch möglich, mittels der Armbrust die Feinde zu eliminieren. Es gibt die unterschiedlichste Munition, allerdings keine gewöhnlichen Pfeile oder so, sondern nun aufgepasst, bei der Munition in „Oddworld Strangers Vergeltung“ handelt es sich um lebendige.

Das bedeutet für Euch, dass Ihr Eure eigene Munition erst jagen müsst, damit Ihr die Feinde damit erlegen könnt. Die Namen dieser Tiere, bzw. Munition sind wirklich der absolute Hammer. Da wäre zum einen das „Arschbackenhörnchen“ (siehe rechtes Bild, rechtes Tierchen). Ihr habt schon richtig gelesen, mit diesem Hörnchen könnt Ihr die Banditen anlocken und aus dem Hinterhalt abknallen. Die Armbrust kann immer mit zwei verschiedenen Tierchen ausgestattet werden. Zum einen sitzt die Zapffliege. Diese ist unendlich verfügbar, jedoch muss sie sich ab und an kurz aufladen. Zum jagen der Munition am besten die Zapffliege verwenden. Da wären aber noch die Fuzzles, die Gürtelkäfer und und und…. Findet selber heraus, für welchen Zweck welches Tierchen am Besten geeignet ist. Im Laufe des Spiels lassen sich die Tiere noch „Upgraden“. Aus dem „Arschbackenhörnchen“ wird dann das „Brüllhörnchen“. Wer in Gottes Namen kam bitte auf diese Namen? Sobald Ihr einen Banditen zur Strecke gebracht habt, müsst Ihr diesen nun quasi einsacken. Tote Gauner saugen sich schneller ein als Lebende. Allerdings gibt es für lebende Banditen mehr Kohle. Mit dem Kleingeld könnt Ihr im „Tante-Henna-Laden“ Gegenstände und Upgrades kaufen. In der unteren Ecke haben die Entwickler einen Radar mit eingebaut, welcher Euch in manchen Situationen sehr von nutzen sein wird. Nehmt Auftrag um Auftrag an und befreit Oddworld von den Schurken. In den meisten Situationen seid Ihr in nummerischer Unterzahl. Dies bedeutet, Ihr müsst mit Taktik vorzugehen. Setzt die richtigen Tiere ein und schwups, saugt Ihr die Banditen in Euren Riesenstaubsauger.

Stranger kann aber auch an Seilen hochklettern. Mit der Zapffliege könnt Ihr Schalter auslösen, so dass sich Brücken senken oder andere Dinge geschehen. Für Abwechslung dürfte auf jeden Fall gesorgt sein. Alles in allem haben die Entwickler auch bei ihrem neuesten Streich viel Witz und Charme mit in den Spiele-Topf gegeben. Die einzelnen Unterhaltungen zwischen den Banditen, aber auch andere Dialoge sind recht amüsant. Die Grafik ist klasse. So langsam wird aus der Xbox alles rausgekitzelt was möglich ist. Zwar flimmert es an manchen Stellen, doch die ganzen Landschaften sehen nett aus. Das Gameplay ist auch prima ausgefallen. Zwar verwirrt das Wechseln zwischen den beiden Perspektiven zu Beginn ein wenig, allerdings macht dies nach einer gewissen Eingewöhnungsphase absolut süchtig. Sehr flüssig lässt sich der Stranger über den Bildschirm bewegen. Der Sound ist absolut bombastisch. Ich habe die Xbox an meiner Stereo-Anlage angeschlossen und schon nach kurzer Zeit dachte ich, ich sitze mitten in Oddworld. Zum Schluß kann ich jedem Xbox-Besitzer dringend raten, sich dieses Spektakel aus einer Mischung zwischen einem Ego-Shooter mit Action-Adventure, welche mit einer Brise Western-Flair und mit jeder Menge Humor garniert ist, zu zulegen.

Michael Birkle