Xbox  
 
SSX 3
Preis: ca. EUR 55,-

Entwickler:
EA Sports Big

Erschienen bei:
Electronic Arts

Immer wieder müssen Fun-Sportarten für Konsolenspiele herhalten, wobei die Umsetzung und der Erfolg sich aber meistens in Grenzen halten. Bei der Neu- bzw. Wiederauflage des Spieles "SSX 3" zeigt EA SPORTS BIG, dass es auch anders geht. Nach zwei Jahren Entwicklungszeit wurde mit der richtigen Musik, einer tollen Grafik und einem überzeugenden Gameplay ein Fun-Spiel auf die Beine gestellt, dass durchaus mit der "Tony Hawks Pro Skater"-Reihe vergleichbar ist, nur ohne Rollen am Board.

Schon das Intro beeindruckt und zeigt die vielen Events bzw. Spielmodi, an denen teilgenommen werden kann und die Tricks, die wenigstens im Spiel mit einem Snowboard möglich sind. Das Hauptmenü präsentiert sich dann eher wieder schlicht oder netter ausgedrückt; übersichtlich. Ein Tutorial wird der ambitionierte Snowboard-Neuling vergeblich suchen. Es gibt aber die Möglichkeit, auf schon freigespielten Strecken zu trainieren. "Freigespielt" bedeutet, dass EA SPORTS BIG ein Motivationssystem eingebaut hat. Die ganze Geschichte spielt sich auf einem großen Bergmassiv mit drei Gipfeln ab. Es wird auf Gipfel 1 begonnen, der aus Anfänger-Pisten (in meiner Gegend sagt man auch Idiotenhügel dazu) besteht. Erst wenn diverse Events gewonnen wurden, werden der zweite und dann der dritte Gipfel freigeschaltet. Hierbei steigt jeweils der Schwierigkeitsgrad, wobei bemerkt werden muss, dass schon der "Idiotenhügel" sehr anspruchsvoll ist.

Ein weiteres Motivationssystem ist das liebe Geld. Wer Events gewinnt, bekommt eine Siegerprämie, mit der dann Fahrer-Attribute wie Tempo, Beschleunigung oder Stabilität gekauft werden können. Ebenfalls können die Fahrer neu eingekleidet werden und wer noch genug Geld auf dem Konto hat, leistet sich auch noch einen Rucksack oder eine neue Frisur. Dies bringt zwar nichts im Spiel, sieht aber klasse aus. Schon nach einer kurzen Übungsphase hat man die Steuerung im Griff, da sie glücklicherweise einfach gehalten wurde. Nur der schnelle Wechsel zwischen dem linken Ministick und dem Steuerkreuz ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig. Mir dem linken Ministick wird der Snowboarder gesteuert und mit dem Steuerkreuz können Tricks in der Luft ausgeführt werden. Bei der Steuerung kann nur zwischen zwei vorgegebenen Konfigurationen gewählt werden, eine eigene Konfiguration des Controllers wurde leider nicht vorgesehen. Der Snowboarder auf dem Bildschirm folgt exakt sämtlichen Controller-Befehlen und die Tricks in der Luft sind fast schon intuitiv ausführbar. Dank dieser guten Steuerung, macht das Spiel von Anfang an Spaß. Nun geht es aber darum, den Gipfel zu stürmen (der Menüpunkt heißt "Gipfelstürmer"). Nachdem einer der zehn Snowboarder ausgewählt wurde, findet man sich direkt auf der Piste wieder. Hier kann nun zwischen den einzelnen Events gewählt werden. Ein Auswahlmenü im klassischen Sinn gibt es aber nicht.

Während der Fahrt muss sich der Fahrer entscheiden, an welchem Event er teilnehmen will und dann der Beschilderung entsprechend abbiegen. Zu Beginn ist dies etwas verwirrend, da ich noch keine Möglichkeit gefunden habe, nach einer falschen Entscheidung zurückzufahren. Eine akustische Hilfe gibt es aber. Es ist immer der Moderator des "EA Radio Big" zu hören. Er gibt gute Tipps, legt noch bessere Musik auf und spricht deutsch. Das ganze Spiel wurde in das Deutsche übersetzt. Als Events werden unter anderem das Rennen, der Freestyle und der Freeride angeboten. Beim Rennen kommt es darauf an, als Erster im Ziel zu sein. Es wird gegen fünf Fahrer auf einer Rennstrecke angetreten, mit dem Ziel unter die ersten Drei zu fahren. Dies muss der Fun-Sportler in der Qualifikation, im Halbfinale und im Finale schaffen. Danach wird man herausgefordert und es wird ein Rennen gegen nur einen Snowboarder abseits der befestigten Rennstrecken gefahren. Der Freestyle legt mehr Wert auf die verschiedenen Tricks als auf Geschwindigkeit. Für jeden Trick gibt es Punkte. Je schwieriger, desto mehr. Wenn ein Trick ausgeführt wurde, steigt auch das Adrenalin im Blut. Ab einem gewissen Adrenalin-Level können dann spezielle Tricks gezeigt werden, die noch mehr Punkte bringen. Im Freeride müssen entweder Eiskristalle gesammelt werden oder man nimmt eine BIG-Herausforderung an. Diese reichen von "fahre durch alle Tore" bis hin zum ausgewachsenen Zeitrennen.

Zählt man alle möglichen Events zusammen, können über 250 Spiele gespielt werden.

Die Strecken sind ein dickes Lob wert. Nicht nur, dass sie grafisch wunderschön aussehen, sie sind auch extrem groß und es können sehr viele alternative Routen eingeschlagen werden. Auch die Größe des gesamten Spielfeldes ist beeindruckend. Es gibt manchmal Aufgaben, bei denen von einer Bergstation zur Anderen gefahren werden muss. Hier gibt es eine Zeitvorgabe, die eingehalten werden muss. Diese kann bis zu 30 Minuten lang sein, was sehr knapp bemessen ist. Trotz dieser riesigen Abfahrten muss die Xbox nie neu laden. Dies trägt zu dem ununterbrochenen Spielspaß erheblich bei. Auf die gesamte Grafik überhaupt muss ein Loblied gesungen werden. Hier wurde eine nicht zu übersehende Liebe in das Detail gesteckt. Der Schattenwurf ist perfekt und das Panorama atemberaubend. Es sind sogar Gimmicks wie umfallende Bäume, abstürzende Seilbahnen oder Lawinen eingebaut. Sogar die Spuren der Boards bleiben während eines ganzen Events im Schnee sichtbar. Für eine atemberaubende Atmosphäre wurde auch gesorgt. Dies reicht vom Sonntagswetter bis zum schweren Gewittersturm. Während eines solchen Sturmes ist die Sicht eingeschränkt und es kann vorkommen, dass ein unerwartetes Hindernis plötzlich die Abfahrt jäh bremst. Damit es wenigstens etwas zu kritisieren gibt, eine Anmerkung zur Fortbewegung. Sie funktioniert über weite Teile der Strecken sehr gut, es geht ja auch immer bergab. Manchmal kommt es aber vor, dass man während eines Rennens hinter einem Stein oder einer Mauer hängen bleibt.

Bis der Snowborder dann wieder auf die eigentliche Strecke gebracht wurde, kann es dauern, da nicht immer klar ist, in welche Richtung es eigentlich weiter geht. So ein Hänger sorgt grundsätzlich dazu, dass das Rennen auf dem letzten Platz beendet wird. Dies zeigt aber auch, dass der Schwierigkeitsgrad recht hoch angesetzt wurde, was aber dem Spiel nur zugute kommt. Die Musik wurde schon des Öfteren gelobt. Es sind aktuelle Titel der Gruppen X-Ecutioners, Felix Da Housecat, Queens of the Stone Age, N.E.R.D. und vielen anderen enthalten. Die Soundeffekte schließen sich der hohen Musikqualität nahtlos an. Alles hört sich so an, wie man es erwartet. Das grinding über ein Geländer klingt metallisch und der Zusammenstoß mit einem Stein schmerzhaft dumpf. Natürlich hat EA SPROTS BIG auch einen Multiplayer-Modus eingebaut, bei dem jedoch nur zwei Spieler gegeneinander antreten können. Trotz der wegen des Split-Screens beengten Sicht macht aber auch das richtig Spaß, vor allem wenn man einen echten Snowboarder um Längen schlägt (war natürlich etwas unfair, da sie mit Handschuhen spielen musste). Die "Xbox-Live"-Option fehlt allerdings.

"SSX 3" ist natürlich ein Fun-Spiel, das mit der Realität nicht sehr viel gemein hat. Wer aber gerne stundenlang rasant über riesige Pisten brettern, dabei die tolle Grafik genießen und unglaubliche Sprünge und Tricks erleben möchte, ist mit "SSX 3" bestens bedient.

Bernhard Prommer

Features:
Spieler 1-2
Memory Unit (6 Blöcke)
Dolby® Digital-Unterstützung