Xbox  
 
SWAT: Global Strike Team
Preis: ca. EUR 60,-

Entwickler:
Argonaut

Erschienen bei:
Vivendi Universal

Um eins vorwegzunehmen, das Spiel hat mit der gleichnamigen Fernsehserie nichts zu tun. Der Ego- Shooter spielt in einer nahen Zukunft, nämlich im Jahr 2008. Da der Terrorismus immer schlimmere Formen annimmt, wurde das "SWAT: Global Strike Team" gegründet.

Es setzt sich aus den Besten der Besten der Besten zusammen, die da M. Kincaid, ein ehemaliger Angehöriger der US-Eliteeinheit Delta Force, K. Lee, eine Scharfschützin und A. Jackson, ein Techniker wären. Die Hauptfigur, die vom Spieler hauptsächlich gesteuert wird ist Kincaid. Aber während des Spielverlaufes wechselt der Spieler ab und zu seine Identität und schlüpft in die Rollen der anderen Teammitglieder, was Freunde des "Scharfschützenschießens" ziemlich freuen wird. Das Spielprinzip ist fast das eines klassischen Ego-Shooters, da es darum geht, die 21 Missionen zu überleben. Dass in jeder Mission wiederum einige Aufgaben erfüllt werden müssen, ist eigentlich klar. Wie aber angemerkt, gibt es in "SWAT: Global Strike Team" einige kleine Feinheiten, die das Spiel von den "normalen" Ballerspielen unterscheidet. Ob diese gut sind oder nicht, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Am augenfälligsten ist die Tatsache, dass nicht alles erschossen werden darf, was sich auf dem Bildschirm bewegt. Bei Geiseln, Zivilisten oder Gangstern, die sich ergeben, ist dies einzusehen. Die Entwickler von "SWAT: Global Strike Team" haben es aber so gut mit den Gegnern gemeint, dass man diese am besten auch nicht tötet. Der Hintergrund ist der, dass nach jeder Mission die geleistete Arbeit bewertet wird. Der Spieler erhält nach einem bestimmten System Punkte und Orden. Kommen nun in einer Mission Zivilisten oder zu viele Gegner um, gibt es weniger bis keine Punkte. So muss der Spieler entsprechend der jeweiligen Situation entscheiden, ob er eine tödliche oder eine betäubende Waffe einsetzt. Bei der Betäubungspistole dauert es übrigens länger, bis der Gegner außer Gefecht ist. Es stehen fünf verschiedene Waffen zur Verfügung. Ein Sturmgewehr, eine Maschinenpistole, eine Schrotflinte, ein Scharfschützengewehr (das aber nur K. Lee verwenden kann) und eine Betäubungspistole. Bis auf diese Pistole sind alle Waffen tödlich, was zur Folge hat, dass ich hauptsächlich die Betäubungspistole benutze, wegen der Punkte, Bewertung und Orden. Neben der nicht so guten Effektivität hat die Betäubungspistole auch noch das Manko, dass sie nicht aufgerüstet werden kann. Es ist nämlich möglich, mit den Punkten aus den Missionen, die anderen Waffen mit diversen Upgrades aufzurüsten.

Da hat man nun ein besseres Zielfernrohr, bessere Munition und größere Magazine und benutzt fast nur die alte Betäubungspistole. Dann gibt es noch eine zweite Möglichkeit, die Gegner unblutig zur Aufgabe zu zwingen, indem man sie einschüchtert. Dies geschieht mit der "X-Taste". Wird diese gedrückt, wird der Gegner mit freundlicher aber bestimmter Stimme zur Aufgabe aufgefordert. Ein Balken auf dem Bildschirm zeigt an, wie bereit der Gegner dazu ist. Je öfters die "X-Taste" gedrückt wird, um so mehr ist der Gegner zur Aufgabe bereit. Diese Aktion erinnert mich stark an die "Wintergames" des C64, da man auch hier ziemlich schnell hintereinander eine Taste drücken musste.

Ansonsten ist die Steuerung aber sehr gut geworden. Es sind zwar alle Tasten belegt, diese sind aber logisch aufgeteilt und die Steuerung erfolgt intuitiv. Auf eine größere Eingewöhnungsfase kann somit verzichtet werden. Glücklicherweise ist die Belegung gut gelungen, denn eine eigene Konfiguration des Controllers ist nicht möglich. Wenn wir gerade bei der Steuerung sind, "SWAT: Global Strike Team" bietet zusätzlich noch die Steuerung via Stimme und Headset. Alle Team- und Kooperationsbefehle können auch gesprochen werden. Die Stimmenerkennung funktioniert gut und die Teammitglieder horchen sozusagen auf's Wort. Es könnte nur zu Irritationen bei Mitbewohnern oder Nachbarn führen, wenn nachts plötzlich Worte wie "Eindringen", "Sichern", "Durchbrechen" oder "Polizei" aus dem Wohnzimmer schallen.

Neben der Benutzung des Headset ist dieses Spiel auch noch "Xbox-Live" fähig, aber nicht um gegeneinander anzutreten, sondern nur um Updates herunterzuladen. Will man mit oder gegen andere Personen spielen, muss dies auch in den heimischen Räumen geschehen. Neben der klassischen Einzelspielerkampagne gibt es noch ein "Gegen die Uhr" Spiel, in dem einzelne Missionen in einem Zeitlimit bestanden werden müssen. Will man mit mehreren Personen spielen, kann der ambitionierte Kämpfer entweder das klassische Deathmatch oder ein Koop-Spiel wählen. Im Kooperationsmodus können die Einzelspielermissionen zu zweit gespielt werden, was richtig Spaß macht. Nur der geteilte Bildschirm trübt das Vergnügen etwas. Hier wäre ein Systemlink oder Xbox-Live echt toll gewesenů Der Spielverlauf ist im Großen und Ganzen gut gelungen, wirft aber an einigen Stellen Fragen auf. Es ist möglich sich anzuschleichen, von Gegner die mit dem Rücken zu einem stehen wird man nicht entdeckt und die Gegner tauchen auch nicht auf dem Nichts auf. Ist ein Raum gesichert, so bleibt er es auch. Nur die Aktionen, die unsere Spielfigur bezüglich der Geiseln oder Verletzten ausführen kann, sind sehr eingeschränkt. So kann eine Geisel nur gerettet werden, indem sie verhaftet wird und Verletzte werden auch nur versorgt, indem sie ebenfalls verhaftet werden. Was mit wiederum gut gefällt, ist die Tatsache, dass es nicht möglich ist, seine eigene Gesundheit zu regenerieren. Somit muss man also mit dem auskommen, was einem an Gesundheit mit auf den Weg gegeben wurde. Das Leveldesign ist allerdings wieder extrem geradlinig. Alternative Wege, geheime Gänge oder Räume wird der Spieler vergeblich suchen.

Die Texturen der Grafik sind sauber und die Bewegungen flüssig und bewegen sich auf dem Niveau, dass von der Xbox erwartet werden kann. Die Palette reicht vom Hochhaus über Tunnelanlagen bis hin zum Maschinenraum eines Frachters und ist somit ziemlich abwechslungsreich.

Ebenso wurde der Sound gut auf das Spiel abgestimmt. Alles hört sich so an, wie man es erwartet. Einige besonderheiten wurden auch eingebaut. Explodiert z.B. in der nähe der Spielfigur eine Granate, hört man einige Zeit alles dumpfer und leiser. Auch die Sprachausgabe ist gelungen. Es ist alles deutlich zu verstehen, nur die Geiseln und Gangster sind sich nicht sicher, ob sie französisch oder englisch sprechen sollen. Auch der Techniker hat einen Sprachfehler, denn auf jeden Befehl den er erhält, antwortet er mit "Die Tür ist verschlossen". Ansonsten stimmt aber alles und bis auf die Sprachausgabe der Geiseln und Gegner ist das komplette Spiel in das Deutsche übersetzt worden. So wie der Sound ist auch die Hintergrundmusik stimmig und unterstützt die Atmosphäre, ohne jemals störend zu wirken. Alles in Allem Betrachtet handelt es sich bei "SWAT: Global Strike Team" um einen guten Ego-Shooter, bei dem nicht das Töten im Vordergrund steht. Aufgrund der 21 Missionen und einem Anfängerfreundlichen Schwierigkeitsgrad, sowie der Möglichkeit des Kooperationsspiels und der intuitiven Steuerung macht dieses Spiel von Anfang an Spaß und wirkt auch über längere Zeit motivierend. Nur eine Kleinigkeit kann ich mir nicht verkneifen. Da wurde ein Team aus den Besten Kämpfern zusammengestellt und dann lassen die sich von einem umgestürzten Schrank oder einer Schranke aufhalten (Springen gehört anscheinend nicht zu den Fähigkeiten eines SWAT-Teams).

Bernhard Prommer

Features:
Spieler 1-4
Memory Unit (8 Blöcke)
Dolby® Digital-Unterstützung

Xbox-Live:
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