Xbox  
 
Time Splitters Future Perfect
Preis: ca. EUR 55,-

Entwickler:
Free Radical

Erschienen bei:
Electronic Arts

2401, 1924, 1969, 2243 sind nur einige der Jahre, in denen Cortez, der allseits beliebte und ziemlich draufgängerische Spacetime Marine, im dritten Teil der "Time Splitters-Reihe" seinen Gegnern tüchtig einheizt. Unkomplizierte und gute Steuerung, abwechslungsreiche und große Level sowie eine witzige Story. Auch dieses Mal haben die Entwickler von "Free Radical" bewiesen, dass sie genau wissen, was einen guten Ego-Shooter ausmacht.

2401, Cortez kehrt von einem Angriff auf die Raumstation der TimeSplitters, ziemlich üble Kreaturen, die es sich zum Ziel gesetzt haben, die Menschheit auszurotten, zurück. Er hat es geschafft, sich Zeitkristalle anzueignen, mit denen das Zeitreisen möglich ist. Dummerweise wird sein Raumschiff getroffen und er muss sich zu Fuß zum Hauptquartier durchschlagen. So fängt der erste von insgesamt 13 Level im Story-Modus an.
"Time Splitters Future Perfect" ist ein ausgewachsener Ego-Shooter, bei dem aber nicht genau gesagt werden kann, welcher Spielmodus im Vordergrund steht. Es gibt den Story-Modus, den Arcade-Modus und die Herausforderungen. Der Story-Modus glänzt durch seinen Abwechslungsreichtum, da der Spieler in die unterschiedlichsten Zeitepochen versetzt wird. In jeder dieser Zeitepochen stehen auch nur die dort üblichen Waffen zur Verfügung. Die Gegner wechseln ebenfalls jedes Mal ihre Gestalt. Mal kämpft man gegen Zombies oder lebende Kuhhälften, dann wieder gegen futuristische Roboter oder einfach nur gegen menschliche Bösewichte. Natürlich passt sich auch die Umgebung den unterschiedlichen Zeiten perfekt an. Die Story als solche ist mit viel Witz und Ironie gestaltet. Besonders dann, wenn Cortez sich selbst trifft, bei Zeitreisen ist dies fast unausweichlich, sind diverse Verwirrungen und coole Sprüche vorprogrammiert. In einem Level taucht er sogar gleich viermal auf und der Spieler muss diese eine Situation auch viermal, aus unterschiedlichen Perspektiven und mit unterschiedlichen Aufgaben meistern. Der Story-Modus kann auch zu zweit bestritten werden. Hier übernimmt der zweite Spieler die Rolle der Person, die Cortez jedes Mal zur Seite steht. Mal ist es ein britischer Agent, dann eine geheimnisvolle Untergrundkämpferin, in einem weiteren Level ein Roboter, der durch einen Computervirus eine eigene Persönlichkeit entwickelt hat (er sieht sich selbst als die Spitze der Schöpfung an und hält von Menschen als solches nicht sehr viel) oder ein Polizist mit einer Affinität zu Frauenkleidern. Leider sind die 13 Level im Story-Modus recht schnell durchgespielt. Wer dann noch weiterspielen will, und das werden fast alle Ego-Shooter-Fans sein, kann entweder den Story-Modus noch mal in einem anderen Schwierigkeitsgrad spielen oder auf einen der anderen Spielmodi zurückgreifen.

Hinter den Herausforderungen verbergen sich verschiedene recht abgefahrene Geschicklichkeitsspiele, die auf Gegebenheiten des Story-Modus basieren. So wird bei der "Katzenfahrt" ein Rennen mit einer ferngesteuerten Katzenkamera gefahren. Das Einzige was hier etwas störend wirkt, ist die Tatsache, dass man der Katze ständig auf den Hintern schauen muss. Die Grafik ist aber sehr detailreich. Dann Gibt es noch den "Affentanz". Hier müssen batteriebetriebene Affen mit einem Elektroschocker aufgeladen werden, damit sie tanzen. Wem das alles zu unblutig ist, kann in "Tod den Untoden" mit einer Schrotflinte mehrere Wellen von Affen ohne Schädeldecke oder lebende Kuhhälften abwehren. Jede der sieben Herausforderungen ist nochmals in mehrere Level unterteilt.
Der Arcade-Modus gibt sich vom Spielprinzip erst einmal klassisch. Auf einem teilweise ziemlich großen Spielfeld wird gegen verschiedene Gegner angetreten. Es stehen die bekannten Spielvarianten wie das Deathmatch oder Capture the Flag zur Verfügung. Dann wurden von Free Radical aber auch noch einige ungewöhnliche Spielvarianten eingebaut. Bei "Affen Assistent" (schon wieder Affen) bekommt der schlechteste Spieler Hilfe von schießwütigen Affen oder bei "Schrumpfen" hängt die Größe des Spielers von seinem Erfolg ab. Im Arcade-Modus kann man sich entweder alleine gegen ziemlich gut programmierte Bots behaupten oder es können bis zu vier Spieler via Splitscreen teilnehmen. Wer mehrere Xboxen besitzt, hat dann noch die Möglichkeit diese via Systemlink zusammenschließen und wer Xbox-Live sein eigen nennt, hat gewonnen. 16 Spieler können sich bei "Time Splitters Future Perfect" auf einem Spielfeld das Leben zur Hölle machen. An Servern mangelt es nicht, nur wenn wirklich alle 16 Spieler gleichzeitig aufeinander losgehen, kann es schon mal ruckeln. Ranglisten existieren natürlich auch. Was hier aber alles gespeichert wird, sucht seines Gleichen. Neben den Abschüssen und Kopftreffern werden hier auch die Schüsse, die auf schon tote Gegner abgegeben wurden gezählt. Die insgesamt abgegebenen Schüsse, zerstörte Glasscheiben oder die zurückgelegte Distanz finden sich ebenfalls in der Statistik wieder.

Wem das alles noch nicht ausreicht, kann sich auch selbst als Level-Designer probieren. Der in "Time Splitters Future Perfect" integrierte Mapmaker ist ein mächtiges Werkzeug um eigene Mehrspielerkarten oder sogar ganze Missionen, dank des integrierten Editors, zu erstellen. Diese Karten können dann online veröffentlicht werden. Es ist unglaublich, welche kreative Fähigkeiten in den Spielern von "Time Splitters Future Perfect" steckt. Zum Glück ist die Festplatte der Xbox recht groß ausgefallen.
All diese Möglichkeiten, die das Spiel bietet, sind natürlich nur so gut, wie die technischen Voraussetzungen. Was nützen die besten Levels, wenn die Steuerung nichts taugt oder der Sound nur müde aus den Boxen kommt. Auch hier haben die Entwickler von Free Radical perfektes Handwerk abgeliefert. Die Steuerung ist genau so, wie sie bei einem solchen Spiel auch sein muss. Einfach, intuitiv und mit einer tödlichen Präzision. Die Voreinstellung ist schon perfekt, wer mag kann sie aber auch selbst frei konfigurieren. Auch der Waffenwechsel, der je nach Spielsituation sehr schnell von statten gehen muss, wurde sehr gut gelöst.

Die Grafik ist sehr detailreich und mit einer Liebe zu versteckten Gimmicks ausgefallen. Da "Time Splitters Future Perfect" in verschiedenen Zeiten spielt und die Umgebung sich jedes Mal dieser Zeit anpasst, kann man diese als sehr abwechslungsreich bezeichnen. Dies kommt auch den Spielfeldern im Arcade-Modus zu Gute. An die Interaktion mit der Umgebung wurde ebenfalls gedacht. Fast jedes, auf den ersten Blick nur nutzlos herumstehende Objekt kann benutzt oder zerstört werden. Am Straßenrand abgestellte Fahrzeuge können übrigens auch gesteuert werden. Der Sound wurde gut und stimmig gewählt. Die verschiedenen Waffen geben genau die Geräusche von sich, die man von ihnen auch erwartet. Besonders erfrischend sind die Kommentare, die während des Spieles oder der Zwischensequenzen im Story-Modus abgegeben werden. Das Spiel wurde erfreulicherweise komplett in das Deutsche übersetzt. Die Hintergrundmusik rundet den guten Gesamteindruck ab. Sie bleibt dezent im Hintergrund, untermalt die jeweils erzeugte Stimmung und passt sich sogar der jeweiligen Situation an.
Der echte Ego-Shooter-Fan wird an "Time Splitters Future Perfect" nicht vorbeikommen. Aber auch der Genre-Neuling kann hier getrost zugreifen. Ihm werden eine solide Steuerung, abwechslungsreiche Umgebungen und eine abgefahrene Story geboten. Er sollte sich aber im Klaren sein, dass der Story-Modus relativ kurz ist und das ganze Potential des Spieles erst mit Xbox-Live ausgeschöpft wird.

Bernhard Prommer

Features:
Spieler 1-4
Systemlink 2-16
Ingame Dolby® Digital

Xbox-Live:
Online Multiplayer
Communicator-Headset
Inhalt Herunterladen
Ranglisten
Freunde
Sprache