Xbox  
 
Tron 2.0: Killer App
Preis: ca. EUR 60,-

Entwickler:
Climax Studios

Erschienen bei:
Buena Vista Interactive

Da hat es nun über 20 Jahre gedauert, bis aus dem Kinofilm TRON ein Spiel wurde, das neben einem ausgeklügeltem und abwechslungsreichen Spielprinzip mit einer Grafik aufwartet, die der des damaligen Filmes ebenbürtig ist. Allen Fans von TRON sei gesagt, das Warten hat sich gelohnt.

"Tron 2.0: Killer App" ist eine Mischung aus einem Ego-Schooter mit Rollenspiel-Elementen und einem Arkade-Renner der besonderen Art. Der Einzelspieler-Modus hat, wie soll es auch anders sein, eine Hintergrundgeschichte. Alan Bradley ist der Programmierer, der damals (im Film) das Sicherheitsprogramm TRON entwickelt hat, mit dem das "Master Control Programm" besiegt wurde. Nun hat er es nach 20 Jahren geschafft, die Technologie nachzubauen, mit der ein Mensch digitalisiert und in die Welt der Computer eingespeist werden kann. Als er plötzlich unter mysteriösen Umständen verschwindet, macht sich sein Sohn, eher unfreiwillig, in der digitalen Computerwelt auf die Suche nach ihm. Ab hier übernimmt der Spieler die Steuerung unseres digitalisierten Helden. In mehr als 60 Level wird Schritt für Schritt eine Verschwörung aufgedeckt, die es zu verhindern gilt. Der Weg dorthin ist aber schwierig und lang, was in Anbetracht der Spieldauer positiv ist.
Zu Beginn des Spieles wird der "USER" (der, der vor dem Bildschirm sitzt) in die Eigenheiten der digitalen Welt eingeweiht und schrittweise an die Steuerung herangeführt. Hierzu gehört unter Anderem der Umgang mit den insgesamt 16 Waffen oder das Einbinden und Verwalten von Subroutinen, mit denen die Fähigkeiten des Spielers verbessert werden können. Diese Subroutinen können aus so genannten Archivbehältern, die in den einzelnen Spielfeldern verteilt sind, heruntergeladen werden. Dies kostet aber Energie, die nur in begrenztem Umfang zur Verfügung steht. Auch der Gesundheitsvorrat muss im Auge gehalten werden, da dieser abnimmt, wenn der Spieler schaden erleitet. Hier ist "Tron 2.0: Killer App" ein klassischer Ego- Shooter.

Dann gibt es Level, in denen sich der Spieler in einen Lichtrenner verwandelt. Um hier zu überleben, müssen die Gegner dazu gebracht werden, entweder die Spielfeldbegrenzungen, ein Hindernis oder die Lichtspur, die von dem Lichtrenner gezogen wird, zu fahren. Dies ist aber nicht so leicht wie es sich anhört. Die Lichtrenner haben ein eigenwilliges Fahrverhalten. Es können nur 90 Kurven gefahren werden und die Geschwindigkeit kann nur zwischen "schnell" und "noch schneller" geregelt werden. Dank der guten Controllerbelegung ist der Lichtrenner aber beherrschbar. Die Steuerung ist im Allgemeinen gut ausgefallen. Sie orientiert sich im Einzelspieler-Modus an der des Spieles "Halo". Nach spätestens 30 Minuten geht die Steuerung des digitalen Helden in Fleisch und Blut über.
Das Leveldesign hält sich an die Vorlage des Filmes und entführt den Spieler in eine ganz eigene Welt. Obwohl man sich die ganze Zeit in dieser digitalen Welt aufhält, wirken die verschiedenen Level angenehm abwechslungsreich. Natürlich sind die Level ziemlich geradlinig, denn erst wenn eine Aufgabe gelöst wurde, kann die nächste in Angriff genommen werden. Aufgrund der Größe der einzelnen Areale gibt es aber manchmal Abkürzungen oder alternative Wege, um an das Ziel zu gelangen.
Grafisch ist "Tron 2.0: Killer App" ein Leckerbissen. Hier wird die Grafikleistung der Xbox endlich einmal ausgenutzt und manchmal leider auch überlastet. Zwar sind die Texturen der Umgebung und der Spieler nicht allzu detailreich, aber dennoch passen sie unheimlich gut zu dieser Welt. Eine grafische Besonderheit ist der so genannte "Glow-Effekt". Überall glühen einzelne Elemente der Umgebung und der Personen, was eine unheimlich gute Atmosphäre aufbaut. Sollte es tatsächlich eine digitale Parallelwelt geben, dann müsste sie genau so aussehen. Auch die Akustisch ist in Ordnung. Diese Welt gibt genau die Geräusche von sich, wie man es erwarten würde. Wie bereits erwähnt, wurde "Tron 2.0: Killer App" auch mit Rollenspiel-Elementen ausgestattet. Der Spieler kann sich mit anderen Personen bzw. Programmen unterhalten und bekommt so Informationen, die für das Weiterkommen wichtig sind. Dass hier das Spiel komplett in Englisch gehalten ist, und nicht einmal deutsche Untertitel eingeblendet werden können, stört etwas.

Neben dem Einzelspieler-Modus haben die Entwickler der Climax Studios auch einen Mehrspieler-Modus integriert, der sogar mehr Features als der des gleichnamigen PC-Spiel aufweist, da hier alle Waffen verwendet werden können und es einen "OverRIDE"-Spieltyp gibt. Es kann entweder im klassischen Splitscreen, mit dem System-Link oder in Xbox-Live mit- oder gegeneinander angetreten werden. Acht verschiedenen Spieltypen stehen zur Verfügung. Neben den bekannten "Deathmatch"-Varianten gibt es auch noch den Spieltyp "Lichtrenner" und "OverRIDE". "Lichtrenner" erklärt sich von selbst. In Xbox.Live können hier bis zu 16 Spieler gegeneinander antreten, was einen Sieg unheimlich schwer macht, aber auf jedem Fall toll aussieht. Selbst im Splitscreen-Verfahren, bei dem insgesamt vier Spieler teilnehmen können, machen diese Rennen richtig Spaß. Bei dem Spieltyp "OverRIDE" ist es möglich, frei zwischen dem traditionellen "Ego-Shooter"-Modus und dem "Lichtrenner"-Modus hin- und herzuwechseln. Da die Lichtrenner viel schneller als die Fußgänger sind, eignet sich dieser Modus perfekt um zu fliehen oder einfach einen Gegner zu überfahren. Dummerweise ist man aber gegen die Waffen der Anderen ungeschützt und muss zudem aufpassen, dass man nicht in eine Wand kracht.

So gesehen ist "Tron 2.0: Killer App" ein gelungener und abwechslungsreicher Ego-Shooter, der durch sein ganz spezielles Design auffällt. Der Einzelspieler-Modus macht aufgrund der vielen und komplexen Level auf lange Sicht hin Spaß. Die gelungenen und interessanten Mehrspieler-Modi tragen dann noch dazu bei, dass dieses Spiel nicht nur den Sifi-Fans gefallen wird.

Bernhard Prommer

Features:
Spieler 1-4
Dolby® Digital-Unterstützung

Xbox-Live:
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