Xbox  
 
XIII
Preis: ca. EUR 60,-

Entwickler:
Ubi Soft

Erschienen bei:
Ubi Soft

Endlich ist es passiert. UBISOFT hat einen Ego-Shooter auf den Markt gebracht, der (fast) keine Wünsche mehr offen lässt. Als erstes fällt bei dem Spiel "XIII" die Grafik, die komplett im Comic-Stiel gehalten wurde auf. Der Einzelspieler-Modus besteht aus 34 großen Level und das Blut, welches reichlich in der Gegend verteilt wird, ist endlich mal wieder rot. Beim Studium des Handbuches wird der ambitionierte Einzelkämpfer feststellen, dass er nicht alleine bleiben muss, denn "XIII" ist zudem online-fähig (Xbox-Live) und an das Systemlink wurde auch gedacht.

Der Einzelspieler-Modus, die Charaktere sowie die Grafik des Spieles orientieren sich an der in den Achtzigern veröffentlichten gleichnamigen Comic-Reihe des Verlages "Dargaut". So ist es nicht verwunderlich, dass es sich um Verschwörungen, Agenten und Militär handelt. Im Intro von "XIII" wird gezeigt, wie ein Attentat auf den Präsidenten der USA verübt wird. Danach wacht der Spieler verletzt an einem Strand auf und kann sich an nichts erinnern, da er sein Gedächtnis verloren hat. Das Einzige was er bei sich trägt ist ein Schließfachschlüssel einer Bank. Dann ist da noch die eintätowierte XIII auf seinem Schlüsselbein. Ab diesem Moment scheint es so, als wäre die ganze Welt gegen ihn. Er wird von allen möglichen Organisationen gejagt, da er angeblich das Attentat auf den Präsidenten verübt haben soll. Die ganze Geschichte klärt sich mit dem Fortgang des Spieles Stück für Stück auf, aber bis zum vorläufigen Ende und der Klärung, wer denn die Nummer "I" ist, ist es ein langer Weg.

Der Einzelspieler-Modus kann als klassischen Ego-Shooter angesehen werden. Die Level sind groß aber ziemlich geradlinig. Alternative Wege, um an ein Ziel zu gelangen, sucht der Gedächtnislose vergeblich. Dafür sind die Level grafisch und inhaltlich aber sehr abwechslungsreich geworden. Es ist von der verschneiten Bergstation mit Seilbahnfahrt über eine U-Boot-Fahrt mit anschließendem Kampf in dem U-Boot-Stützpunkt bis hin zum Finalen Kampf in einer geheimen Militärbasis alles enthalten. Auch die Vorgehensweise ist recht unterschiedlich. Teilweise muss alles aus dem Weg geräumt werden, was sich bewegt, dann ist es zum Erfüllen der Mission unerlässlich, unentdeckt zu bleiben und teilweise dürfen die Gegner nicht einmal umgebracht werden. Glücklicherweise wurden der Spielfigur hierzu die nötigen Fähigkeiten mit auf den Weg gegeben. Die Gegner können mit Stühlen, Besen oder Aschenbechern lautlos in das Reich der Träume geschickt werden. Hat man die Möglichkeit, sich von hinten an sie heranzuschleichen, können die Ahnungslosen auch mit einem Schlag in das Genick beseitigt oder als Geisel bzw. lebendiges Schutzschild missbraucht werden. Das Waffenarsenal ist ebenfalls vielfältig. Wurfmesser, Armbrust mit Zielfernrohr, Handgranaten und diverse Maschinengewehre müssen richtig eingesetzt werden. Scharfschützen-Freunde wird es gefallen, dass ein gewisses "Schadensmodell" eingebaut wurde. So ist ein Kopfschuss sofort tödlich, ansonsten sind die Gegner ziemlich zäh.

Ihre Intelligenz ist durchwachsen. Teilweise reagieren sie auf den Spieler und weichen Schüssen gekonnt aus. Dann kommt es aber vor, dass sie gar nichts kapieren und erst reagieren, wenn es für sie zu spät ist. Wiederum gut gelungen ist, dass die Gegner aufeinander reagieren. So ist es in den "ich darf nicht entdeckt werden"-Level nötig, die Leichen zu verstecken, da ein entdeckter toter Körper zum Auslösen des Alarmes und somit zum Scheitern der Mission führt. Neben dem brutalen Überlebenskampf sind in "XIII" auch noch Geschicklichkeitselemente zu finden. Ausgerüstet mit einem Enterhaken müssen Klippen überwunden und mit einem Dietrich verschlossene Türen geöffnet werden. Richtige Rätsel wurden aber nicht implementiert.

All die oben beschriebenen Elemente würden auf einen guten aber durchschnittlichen Ego-Shooter hindeuten. UBISOFT's "XIII" fällt wegen seiner Grafik positiv aus dem Rahmen. Das komplette Spiel inklusive der Multiplayer-Level könnte als lebendiges Comic bezeichnet werden. Neben der Umgebung und der Figuren, die sehr gut animiert sind, werden auch die Geräusche in Comic-Sprache angezeigt. So ist eine Explosion zu hören und wird zusätzlich in Schriftform mit einem schön gezeichneten "BAOOMM" angezeigt. Ebenfalls ist das unheilverheißende "CLICK", wenn die Munition alle ist sowie das "ARRR", wenn ein Gegner durch einen Kopfschuss ausgeschaltet wurde nachlesbar. Hier taucht noch ein zweiter sehr schön anzuschauender Comic-Effekt auf.

In kleinen Popup-Fenstern werden Informationen wie Wachen, die um die Ecke stehen oder der Kopf eines Gegners (in Großaufnahme), der gerade von einem Projektil in denselben getroffen wurde angezeigt. Leider hat der Einzelspieler-Modus auch ein paar Schattenseiten. Dass die einzelnen Level groß sind, ist positiv anzusehen, dass nur an wenigen Checkpoints abgespeichert werden kann, ist weniger schön. Verstärkt wird dieses Problem dadurch, dass der Spieler immer wieder "Flashback's" hat. Diese sehen zwar schön aus und sind zum Verständnis der Story notwendig, können aber nicht abgebrochen oder übersprungen werden. Da die Schwierigkeit des Spieles auch noch recht hoch ist, kommt es teilweise vor, dass man sich einige Szenen zu oft anschauen muss, was dann zu einem gewissen Frust führt. Garantiert frustfrei ist aber der Sound. Im Gegensatz zur Grafik ist er eher als normal anzusehen, passt aber gut zu dem Spiel. Gespräche der anderen Figuren sind gut zu verstehen, was auch daran liegt, dass sie deutsch sprechen. Das komplette Spiel ist übrigens in das Deutsche übersetzt worden. Die Hintergrundmusik wurde ebenfalls stimmig ausgewählt. Sie ist während des Spielverlaufes sehr hilfreich, da sie sich bei Gefahr dramatisch ändert und erst wenn sie wieder ruhiger wird, sinkt auch der Adrenalinspiegel des Spielers. Einige Elemente der Musik haben mich stark an die "Captain Future" Serie erinnert, wodurch ihr Stiel eingeordnet werden kann.

Über die Steuerung muss nicht viel gesagt werden. Sie ist einfach gehalten, nicht überladen und leicht zu erlernen. Auch die Rückmeldung an den Controller und das Verziehen des Fadenkreuzes nach einem Schuss wurde gut umgesetzt. Es stehen vier vorgegebene Profile zur Verfügung, eine individuelle Konfiguration ist jedoch nicht möglich.

Der Multiplayer-Modus lässt ebenfalls keine Wünsche offen. Es wurden die Klassiker wie "Capture the Flag" oder "Deathmatch" und auch eine neue Variante, die "Sabotage" eingebaut. Bei dem Spiel "Sabotage" müssen drei Bomben in einem Zeitlimit an verschiedenen Stellen zur Detonation gebracht werden. Es können bis zu vier Spieler gegeneinander oder miteinander antreten. Hier kommt der obligatorische Splitscreen zum Einsatz. Sind weniger Personen verfügbar, werden Bots eingesetzt. Ihre Stärke kann in vier Stufen von "leicht" bis "verrückt" eingestellt werden. Schon im Dritten Schwierigkeitsgrad sind sie eine harte Nuss. Noch mehr Spaß macht aber das online Spielen. Hat sich die Xbox eingeloggt, ist es kein Problem, einen passenden Server zu finden. Das Spiel arbeitet technisch zuverlässig und der Schwierigkeitsgrad sowie die Intelligenz der Gegner liegt nun nicht mehr in der Hand von UBISOFT. Abschließend betrachtet handelt es sich bei dem Spiel "XIII" um einen ausgewachsenen Ego-Shooter, der durch seine Grafik positiv aus der Reihe fällt. Der Einzelspieler-Modus ist mit seinen 34 Level lange, abwechslungsreich und bleibt auf lange Sicht hin interessant. Auch wenn alle Level überstanden wurden, sorgt der online-Multiplayer-Modus für fast endlosen Spielspaß. Mit diesem Potential sind durchgespielte Nächte keine Seltenheit.

Bernhard Prommer

Features:
Spieler 1
Memory Unit (55 Blöcke)
Dolby® Digital-Unterstützung
System Link 1-8 Spieler

Xbox-Live:
Online Multiplayer
Sprachausgabe
Friends-Liste