XBOX 360  
 
Gears of War 3
Preis: ca. EUR 50,-

Entwickler:
Epic

Erschienen bei:
Microsoft

Obwohl Teil Eins und Teil Zwei der "Gears of War" - Trilogie in Deutschland nie auf den Markt kamen ist klar, dass sich der dritte Teil an seinen Vorgängern messen muss, denn diese waren in vielen Punkten, wie z.B. bei der Atmosphäre oder der Steuerung sehr gelungen.

Leider wird dem, der nur den dritten Teil spielt, einige Zusammenhänge der Geschichte um "Gears of War" eher verschlossen bleiben. Das Spiel bietet zwar eine Videosequenz zur Erklärung an, was aber etwas dünn ausgefallen ist, wobei aber auch niemand eine all zu tiefgehende Story erwarten sollte. Ein bisschen Familiengedöns, eine waschechte aber vorhersehbare Intrige und die Genugtuung, die Richtigen erschossen zu haben müssen reichen, was es bei der Grafik, der Steuerung und dem Gameplay aber auch allemal tut. "Gears of War 3" bietet alles, was ein moderner Shooter bieten sollte. Es können unterschiedliche Fahrzeuge gefahren werden, die unterschiedlichsten Geschütze benutzt werden, sogar die lebenden Katapulte der Feinde, es tauchen Zombies auf und dieses Mal steuern wir sogar unterschiedliche Charaktere, was der Spielzeit sehr entgegen kommt. Ich habe zum Durchspielen ca. 16 Stunden benötigt, was der Profi dann sicherlich in etwa 10 bis 12 Stunden schafft. Dies liegt auch daran, dass sich der Spieler nicht groß verlaufen kann, da die Level stark linear aufgebaut sind. Alternative Routen gibt es kaum. Auch die Interaktion mit der Umgebung ist auf das Nötigste beschränkt. Es ist lediglich möglich den Gegnern die Deckung wegzuschießen, es können Absperrräder gedreht oder Türen und Tore geöffnet werden. Türen werden übrigens immer brachial mit dem Fuß geöffnet.

Ebenfalls brachial ist das Verhalten beim Nahkampf. Es ist möglich die Gegner mit dem Kettensägen-Bajonett in zwei Hälften zu teilen oder am Boden liegende Gegner auf unterschiedlichste Art hinzurichten. In einem Online-Modus gibt es hierfür Punkte. So gesehen ist es verwunderlich, dass "Gears of War 3" dieses Mal nicht indiziert wurde. Anscheinend weil die Gegner nicht mehr so menschenähnlich sind, neben den "Locust" wollen uns auch noch die "Leuchtenden" an den Kragen, und weil es sich um einen fiktiven Kriegsschauplatz handelt. Primär geht es in "Gears of War 3" um Krieg und Kämpfen, und das fast ohne Pause. Uns stehen einige unterschiedliche, aber nicht übertriebene Waffen zur Verfügung, von denen wir drei mit uns herumtragen können. Die Magazine sind groß, am Ende eines Kampfes aber immer leer. Nachschub findet man hier entweder bei den Gefallenen oder in Munitionskisten. Da ist es manchmal schon ärgerlich, wenn das Spiel mit dem Ableben des letzten Gegners, einfach eine Zwischensequenz reinhaut, ohne das wir eine Chance hatten, unseren Munitionsvorrat wieder aufzufüllen. Zielen, Schießen, in Deckung gehen und aus der Deckung schießen, sowie die gesamte restliche Steuerung wurde von den Vorgängern übernommen und funktioniert einwandfrei. Ein besonderes Feature ist das "aktive Nachladen". Hier muss im richtigen Moment die Schultertaste gedrückt werden, dann können wir sofort weiterkämpfen. Verpatzen wir das, aben wir Ladehemmung und hören unseren Protagonist lauthals fluchen. Die sonstigen Sprüche sind derb und situationsbedingt witzig, wiederholen sich aber nach einiger Zeit. Die Sprachausgabe selbst ist sogar auf deutsch sehr gut gelungen. Äußerst angenehm ist das Gesundheits-System, da sich diese von selbst regeneriert und die Lästige Suche nach Verbandskästen wegfällt.

Natürlich können wir auch sterben, die automatischen Speicherpunkte sind aber vielzählig und fair verteilt. Ab einem gewissen Grad der Verletzung können wir nicht mehr kämpfen sondern nur noch kriechen und benötigen fremde Hilfe um geheilt zu werden. Dies übernehmen dann unsere Kameraden. Hier ist es von normen Vorteil, immer in deren Nähe zu bleiben. Wir sind übrigens das gesamte Spiel über nie alleine. Auch unsere Feinde können sich gegenseitig heilen, was sich aber nur auf die Locust bezieht, denn die Leuchtenden platzen, wenn sie häufig genug getroffen wurden. Unsere Gegner sind recht intelligent ausgefallen. Sie kennen unterschiedliche Strategien, nutzen Deckungen, solange wir diese noch nicht zerstört haben, und zerlegen auch unsere Deckungen. Aber auch unsere Team-Kameraden sind mit ausreichend Hirn bestückt worden und erledigen auch eigenständig Gegner. Nur manchmal stehen sie direkt in unserem Schussfeld und anstatt aus dem Weg zu gehen, motzen sie uns an, wenn wir sie versehentlich treffen, was aber sonst ohne Konsequenzen bleibt. Grafisch bewegt sich "Gears of War 3" auf einem unheimlich hohen Niveau. Direkt zu Beginn wird dem Spieler eine Großaufnahme Marcus Fenix (dem eigentlichen Protagonist) um die Ohren gehauen und man ist optisch erst einmal mächtig beeindruckt. Jeder Kratzer, jede Narbe, sogar jeder einzelne Bartstoppel ist klar zu erkennen. Noch beeindruckender ist dies, wenn man die Grafik aus dem zweiten Teil zugrunde legt. Diesen hohen Detailreichtum haben die Entwickler auch bei den Team-Kameraden, den Feinden und den übrigen Lebewesen, sowie bei der Umgebung durchgehalten.

Die einzelnen Level sind abwechslungsreich und es kommt nie zu einer Routin oder gar Langeweile auf. Der Preis für dieses grafische Feuerwerk sind aber ab und zu ein paar Ruckler, gerade dann, wenn Horden von Gegnern auf un einstürmen. Ich schätze die Installation auf der Festplatte würde hier Abhilf schaffen.
Horden von Gegnern gibt es auch im Online-Modus. In diesem Spiel-Modus müssen die Feinde primär durch Fallen aufgehalten werden. In einem anderen Modus ist es möglich, auch in die Rolle der Feinde zu schlüpfen. Es ist interessant, wenn auch von kurzer Dauer, die Steuerung einer Zecke mit auf geschnallter Bombe zu übernehmen. Dann gibt es online noch diverse Deathmatches sowie weitere Spiele und auch möglich, die Kampagnen im Koop-Modus zu spielen. Ebenfalls online, und nur dort, gibt es das Handbuch. Hier wurde auf eine gedruckte Version verzichtet, was aber auch ok ist, da die Steuerung auf einem Einzelnen Blatt kurz beschrieben wurde und das reicht zum Spielen.

"Gears of War 3" ist endlich mal wieder ein richtig gelungener Shooter. Die Spieldauer stimmt, der generelle Schwierigkeitsgrad ist ausgewogen und nicht übertrieben heftig, so dass Frust-Momente eher selten sind, die Grafik ist fantastisch, die Atmosphäre und das Gameplay sind einwandfrei und die Steuerung ist perfekt auf das Spiel abgestimmt. Da bleibt nur zu hoffen, dass der Dritte Teil nicht wirklich das Ende der "Gears of War"-Reihe darstellt.

Bernhard

Features:
Spieler 1-2
Coop
System-Link 2-10
Spielstände je 10MB
HDTV 720p/1080i/1080p
3D Unterstützung

Xbox-Live:
Online Multiplayer 2-10
Coop-Modus 2-5
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