XBOX 360  
 
Burnout: Paradise
Preis: ca. EUR 60,-

Entwickler:
Criterion

Erschienen bei:
Electronic Arts

Nie war Geschwindigkeit schöner verpackt, nie so viele Trümmerteile gleichzeitig in der Luft und nur selten hat ein Rocksong so gut zu einem Spiel gepasst. Diese Aufzählung könnte problemlos noch weiter geführt werden, denn "Burnout: Paradise" ist eine wirklich gut gelungene Weiterentwicklung der "Burnout"-Reihe.

Natürlich stellt sich zuerst die Frage, was im Vergleich zu den Vorgängerversionen neu, was besser und auch was schlechter ist. Erstmal ist alles Schrott. Eure Heimatbasis jedenfalls, denn diese ist ein Schrottplatz bzw. vier Schrottplätze, die über die Stadt verteilt sind. Hier besteht die Möglichkeit, die Fahrzeuge zu wechseln, und sonst nichts. In "Burnout: Paradise" wurde auf sämtliche Tuning-Möglichkeiten verzichtet, was ich persönlich begrüße, denn ich will fahren und keine Kurven und Diagramme auswerten. Fahren ist übrigens auch zwingend Notwendig, um zu den Basen zu gelangen, eine "bring mich nach Hause"-Taste gibt es nicht. Alle Orte wie Werkstätten, Lackierereien, Tankstellen und auch die Schrottplätze müssen richtig angefahren werden, was bei der Größe der frei befahrbaren Stadt schon mal ein bisschen dauern kann. Dazu aber später mehr. Eine Story gibt es in "Burnout: Paradise" nicht wirklich. Im Prinzip geht es darum Rennen bzw. Challenges zu gewinnen, wodurch die Fahrerlizenz aufgewertet wird, was wiederum bessere Fahrzeuge freischaltet. Die Fahrzeugbeschaffung ist wieder eng mit dem Schrottplatz verbunden. Ab und zu ist ein bestimmtes Fahrzeug unterwegs, darauf macht uns "DJ Atomica" über das Radio aufmerksam, das unserem Fuhrpark hinzugefügt werden kann.

Dieses muss dazu von dem Spieler einfach nur zu Schrott gefahren werden. So kann die Fahrzeugsammlung auf bis zu 75 verschiede Wagen aufgestockt werden. Die fahrbaren Untersätze sehen übrigens wunderschön aus, sogar dann noch, wenn sie sich zu einem fahrenden Schrotthaufen verwandeln. Es gibt Muscle-Cars, Exoten, Hot Rods und SUVs, welche wiederum in unterschiedliche Kategorien eingeteilt sind. Manche Wagen sind speziell für Stunts, andere für hohe Geschwindigkeiten zum Driften oder extra für Crashs ausgelegt. Zum Einen zeigen sich diese unterschiedlichen Klassen im Fahrverhalten, zum Anderen in der Methode wie sich der Nitro-Boost auflädt. Beim "Stunt"-Fahrzeug wird der Boost zum Beispiel nach einem Sprung oder Drift um eine Kurve gefüllt, beim Rennwagen kann der Boost nicht unterbrochen werden, erneuert sich dafür bei hohen Geschwindigkeiten und bei einem Crash-Car gibt es Boost für Blechschäden. Das Fahrverhalten ist nicht nur zwischen den einzelnen Klassen sondern auch innerhalb dieser spürbar unterschiedlich. Es ist aber klar, dass "Burnout: Paradise" sich mehr im Arcade-Bereich als bei den Simulationen ansiedelt. Dies ist aber absolut kein Nachteil, denn dadurch sind die Fahrzeuge auch bei höheren Geschwindigkeiten noch gut beherrschbar, was ein Garant für wilde Rennen ohne Frust ist. Bei den Rennen oder besser gesagt "Challenges" gibt es ebenfalls unterschiedliche Kategorien, womit die Fahrzeugkategorien nun auch richtig Sinn machen. Race, Road Rage, Burning Route, Stunt und Marked Man sind die Rennmodi. "Race" ist einfach und schnell erklärt. Es geht darum, so schnell wie möglich von einem Startpunkt zu einem Zielpunkt zu gelangen. Das hört sich eigentlich einfach an, aber hier kommt wieder eine Neuerung von "Burnout: Paradise" ins Spiel.

Es gibt bei keiner Challenge eine abgesperrte und somit markierte Rennstrecke. Wie Ihr vom Start zum Ziel gelangt, bleibt Euch überlassen. Prinzipiell ist dies eine gute Idee, kann aber zu Beginn zu leisem Frust und lauten Flüchen führen, denn wer sich einmal verfährt, hat fast keine Chance mehr zu gewinnen. Nach und nach wird das mit der Orientierung aber besser und der Frust verfliegt. Ach ja, noch eine wichtige Neuerung, es gibt keinen zweiten Platz. Nur der Sieg zählt, alles andere ist Kindergeburtstag. Nun aber zurück zu den Rennmodi. Bei "Road Rage" geht es darum, die Gegner zu zerstören, indem diese in Hauswände oder andere Streckenbegrenzungen gedrückt werden. Innerhalb kürzester Zeit ist der Bildschirm mit Trümmerteilen übersäht, was ohne weiteres als Zerstörungsorgie bezeichnet werden kann. Bei "Stunt" geht es darum, innerhalb einer bestimmten Zeit ausreichend Punkte durch Drifts, Sprünge oder Barrelrolls einzufahren. Die "Burning Route" ist ein Zeitrennen, welches bei Erfolg ein neues Fahrzeug freischaltet und beim "Marked Man" seid Ihr das Opfer und müsst eine bestimmte Zeit lang erfolgreich vor einigen Gegnern flüchten. Die Challenges können an den 120 Ampeln gestartet werden, wobei jede Ampel für einen eigenen Rennmodi steht. Hat man ein Rennen verkorkst, kann diese nicht wie früher, auf Knopfdruck wiederholt werden, sondern es muss zum Ausgangspunkt zurückgefahren werden. Zu Begin ist dies noch kein Problem, da die Stadt mit Challenges nur so gespickt ist. Doch je weiter das Spiel fortschreitet, umso mehr Rennen müssen für eine Aufwertung der Fahrerlizenz gewonnen werden, und dann bleibt das Zurückfahren tatsächlich nicht immer aus. Die KI der Gegner kann mit gut bis anspruchsvoll bezeichnet werden.

"Burnout: Paradise" beginnt einfach und wird nach und nach immer schwieriger, so dass auch der geübte Fahrer bald richtig gefordert wird. Der Schwierigkeitsgrad als solches kann nicht eingestellt werden. Zurück zur Stadt. Diese ist, wie bereits erwähnt, frei befahrbar. Es gibt keine Absperrungen und es muss nichts freigeschaltet werden. Auf einer Fläche von rund 30 Quadratkilometern wurde ein über 250 Meilen großes und angenehm vielfältiges Straßennetz untergebracht. Hierzu gehören kerzengerade Highways, verschlungene Bergstraßen aber auch überfüllte Flaniermeilen in der City und eine Vielzahl von Abkürzungen, die aber erst entdeckt werden müssen. Grafisch lässt "Burnout: Paradise" kaum noch Platz für Wünsche. Die Umgebung wurde wunderschön und vor allem abwechslungsreich gestaltet, wenn manchmal auch etwas steril, da in der Stadt keine Menschen oder andere bewegte Objekte zu finden sind. Tages- oder Witterungswechsel sucht man ebenfalls vergebens, in "Paradise-City" geht halt immer die Sonne auf. Dafür sehen die Fahrzeuge aber immer realistischer aus und die Animationen sind der Hammer. "Burnout: Paradise" schafft es, aufgrund einer überarbeiteten und speziell für Rennen entwickelten Spiele-Engine, ohne grafische Tricks wie zum Beispiel ein Tunnelblick durch verschwommene Ränder, ein unglaubliches Geschwindigkeitsgefühl auf den Bildschirm zu zaubern, und das absolut flüssig, jedenfalls bis zu einem Unfall. Dieser stoppt den Tiefflug schlagartig und zeigt eindrucksvoll, wozu Knautschzonen bei einem Auto gut sind. Um das Fahrzeug zu reparieren, reicht es aus, einfach durch eine Werkstatt zu fahren. Geld spielt bei "Burnout: Paradise" keine Rolle, denn es gibt keins und die Reparaturen sind kostenlos. So wie die Grafik kann auch der Sound nur gelobt werden.

Der Titelsong ist Guns N' Roses Interpretation von "Paradise City" und wenn ich richtig gezählt habe, stehen darüber hinaus ca. 70 weitere meist rockige Tracks zur Verfügung. Die "In-Game-Geräusche" wie das Reifenquietschen oder die Motorengeräusche, sind gewohnt gut umgesetzt und fügen sich perfekt in das Spiel ein.
Der Mehrspieler-Modus gibt nun aber doch noch Grund zur Beschwerde, denn offline gibt es keinen mehr. Weder Split-Screen noch System-Link wird angeboten, was absolut schade ist, denn gerade wenn Besuch da war, war Burnout eines der besten Vorzeigespiele, bei dem niemand zum schweigenden Zuschauer degradiert wurde. Online ist "Burnout: Paradise" dann doch wieder unschlagbar. Eigentlich ist man ständig online und kann sofort ein Rennen beginnen. Es gibt einen Coop-Modus, bei dem Teams gebildet werden können, es ist möglich Strecken selbst zu erstellen und es stehen eine Unmenge von Aufgaben zur Verfügung. Als besonderes Gimmick kann, wenn vorhanden, die Xbox LIVE Vision-Kamera eingebunden werden. Dann wird z.B. bei einem Take-Down die Kamera für einen kurzen Moment aktiviert und der Gegner gezeigt.

"Burnout: Paradise" hat sich ganz klar weiterentwickelt, wenn auch etwas weg von der ursprünglichen Serie, was dem Spiel aber nicht geschadet hat. Nur manchmal liegen Euphorie und Frust ganz knapp beieinander. So ist die riesengroße frei befahrbare Stadt genial, solange der Spieler hier nicht die Orientierung und dadurch Rennen verliert. Auch der Mehrspieler-Modus ist online genial, offline aber nicht vorhanden. So würde ich einen Xbox-Live-Account fast schon als Voraussetzung für "Burnout: Paradise" ansehen.

Bernhard Prommer

Features:
Spieler 1
Spielstände je 2MB
HDTV 720p/1080i/1080p
in-game Dolby® Digital
Lenkrad
Xbox LIVE® Vision

Xbox-Live:
Online Multiplayer 2-8
Coop 2-8
Bestenlisten
Sprachausgabe