XBOX 360  
 
Das Bourne Komplott
Preis: ca. EUR 60,-

Entwickler:
High Moon Studios

Erschienen bei:
Sierra Entertainment

"Die Bourne Identität", "Die Bourne Verschwörung" und "Das Bourne Ultimatum" weiß der versierte Kinogänger bestimmt zu schätzen. "Das Bourne Komplott" ist nun ein Spiel, welches Elemente aus allen drei Kinofilmen und den Romanen in sich vereinen und auch einige neue Elemente in die Geschichte bringen soll.

Bei der großartigen Vorlage dürfte es nicht allzu schwer sein, ein gutes Spiel zu erschaffen, andererseits sind die Erwartungen natürlich entsprechend hoch. "Das Bourne Komplott" beginnt eigentlich vor dem ersten Kinofilm. Jason Bourne ist ein CIA-Agent, der zu diesem Zeitpunkt sogar noch weiß, wer er ist. Er hat den Auftrag, einen afrikanischen Diktator zu töten. Da muss er erfahren, dass ihm ebenfalls ein Killer auf den Fersen ist. Hier beginnt das Spiel und der Spieler sucht in den abendlichen Straßen von Marseille nach einem Informanten. Der erste Hinterhalt lässt da natürlich nicht allzu lange auf sich warten und die erste Schlägerei beginnt. Das Spiel startet rasant uns schafft es, dieses Tempo bis zum Ende durchzuhalten, was auch an der leicht hektischen Kameraführung liegt. Zu Beginn sind die Gegner noch einfach zu besiegen und dem Agenten vor der Konsole wird so die überaus einfache aber gut durchdachte Steuerung näher gebracht. Jason Bourne beherrscht den Nahkampf perfekt.

Leichter Angriff, leichter Tritt, schwerer Angriff und starker Tritt gehören zu seinem Reportwahr und lassen sich beliebig kombinieren. Um einen Gegner aber endgültig zu erledigen, ist ein so genannter Takedown zwingend notwendig. Während des Kämpfens sammelt Bourne Adrenalin, was in einer dreistufigen Anzeige symbolisiert wird. Ist eine Stufe voll, kann ein Gegner ausgeschaltet werden. Sind mehrere Stufen voll, können mehrere Gegner gleichzeitig erledigt werden. Diese Attacken werden optisch und akustisch unglaublich eindrucksvoll wiedergegeben, was auch daran liegt, dass Bourne Elemente aus der Umgebung in den Kampf mit einbezieht. Der Handkantenschlag an den Kehlkopf wirkt fast harmlos, wenn man im weiteren Spielverlauf einen Gegner auch schon mal durch ein geschlossenes Fenster fliegen gesehen hat. Feuerlöscher, Hauswände, Aktenschränke und Waschbecken sind nur einige weitere Orte, mit denen so manche der doch recht zahlreichen gegnerischen Köpfe Bekanntschaft geschlossen haben. Neben den normalen Gegnern gibt es noch die Bosse und da natürlich der Bosskampf bzw. Endkampf. Diese Gegner sind schon schwerer zu erledigen, da sie auch mehr einstecken können und es sind hier dementsprechend auch mehrere Takedown's notwendig. Erschwerend kommt noch hinzu, dass diese auch einen Takedown gegen Bourne anwenden können, was durch ein akustisches Signal angekündigt wird. Wenn nun der Spieler schnell genug die eingeblendete Taste drückt, kann er diese gegnerische Attacke abwehren. Dieser Reaktionstest unterbricht leider den ansonsten guten Spielfluss.

Neben dem Nahkampf kann natürlich auch geschossen werden, denn was wäre ein Agent ohne sein Schießeisen. Zwei Waffen können auf einmal getragen werden. Hier gibt es die bekannte Kost wie zum Beispiel Pistolen, Schrotflinten oder MP's. Die dazugehörige aber nicht allzu großzügig gestreute Munition ist meistens bei den erledigten Gegnern oder in Munitionskisten zu finden. Mit dem so genannten "Bourne-Instinkt" kann kurzfristig die Sicht umgeschaltet werden, und alle besonderen Objekte, aber auch Türen oder Gegner werden optisch hervorgehoben. So ist es dann recht einfach, die begehrte Munition zu finden. Zoomen ist mit den Waffen leider nicht möglich, was aber nicht schlecht gewesen wäre, denn der Kopfschuss ist auch hier am effektivsten. Sinnvollerweise kann Bourne auch in Deckung gehen, leider muss er diese zum Schießen aber wieder verlassen. Als besondere Zugabe ist auch beim Schusswechsel ein Takedown möglich. Je nach Adrenalinstand können hier ebenfalls mehrere Gegner gleichzeitig, zwar nicht so spektakulär wie beim Nahkampf aber immer noch eindrucksvoll, erledigt werden. Das Gesundheitssystem gibt sich modern. Medi-Kits braucht der Spieler nicht zu suchen, da sich die Gesundheit von selbst regeneriert, außer bei den Nahkämpfen. Hier nimmt die Gesundheit erst nach einem erfolgreichen Abschluss wieder zu.

Prügeln und Schießen sind eigentlich die Hauptbestandteile des Spieles. Manchmal gibt es einige Rätsel zu lösen, welche aber niemanden in ernsthafte Schwierigkeiten stürzen wird. So kann zum Beispiel eine elektrische Tür nur dann geöffnet werden, wenn der Stromkreis unterbrochen wird. Praktischerweise befindet sich der Sicherungskasten in Schussweite direkt neben dieser Tür. Auch das Knacken von Schlössern geht Bourne einfach von der Hand und das Umlegen von Schaltern stellt ebenfalls kein Problem dar. Rasanter ist hier dann schon die Fahreinlage in einem Mini oder der Beschuss aus einem Hubschrauber. Durch die geschickt eingestreuten Filmsequenzen ist das Spiel überaus aktionsreich und lässt den Spieler nie wirklich zur Ruhe kommen. Hieran trägt natürlich auch der gelungene Soundtrack bei. Kein geringerer als Paul Oakenfold, einer der bekanntesten DJ's, konnte für die musikalische Umsetzung gewonnen werden. Leider hat das mit dem Hauptdarsteller nicht so gut funktioniert. Da sich Matt Damon anscheinend nicht zu einer virtuellen Koexistenz als Spielfigur entscheiden konnte, wird ein unbekannter und nichts sagender Charakter über den Bildschirm gesteuert. Das werden aber hauptsächlich die Fans von Matt Damon als störend empfinden. Grafisch bewegt sich "Das Bourne Komplott" auf hohem Niveau. Die Charaktere sind, wie die Umgebung der einzelnen Level detailreich modelliert. Dies tröstet ein wenig darüber hinweg, dass die Level strikt linear aufgebaut sind. Alternative Wege gibt es nicht aber dafür sind sie groß ausgefallen und abwechslungsreich gestaltet. Das Spiel wird übrigens komplett in der "3rd-person-Perspektive" gespielt, wozu die etwas hektische aber sehr gelungene Kameraführung perfekt passt.

"Das Bourne Komplott" ist abschließend betrachtet ein actionreiches und rasantes Spiel, bei dem das Hauptaugenmerk bei den Nahkämpfen liegt. Technisch auf hohem Niveau baut das Spiel auf den Filmen auf, erzählt aber einiges mehr von der gesamten Geschichte und ist auf keinem Fall als schnöde "Spiel-Zum-Film-Umsetzung" zu verstehen. Lediglich die Langzeitmotivation leidet etwas unter der Tatsache, dass weder "Xbox-Live" noch alternative Spielvarianten implementiert wurden.

Bernhard

Features:
Spieler 1
Spielstände je 60kB
HDTV 720p/1080p/1080i
Dolby® Digital-Unterstützung