XBOX 360  
 
Conan
Preis: ca. EUR 55,-

Entwickler:
Nihilistic Software

Erschienen bei:
THQ

Ein muskelbepackter Held auf einem epischen Rachefeldzug, unzählige Gegner und furchterregende Endgegner, gewaltige Waffen und Magie, unzählige abgetrennte Gliedmaßen und viel Blut. So kennt jeder "Conan" und so soll er auch sein.

Und nun zu THQ's Action-Adventure "Conan". Eins vorweg, mit Schwarzenegger hat das Spiel nichts zu tun, ganz im Gegenteil. Laut einer Pressemitteilung hat er sich sogar von dem Spiel distanziert, was aber wohl politisch motiviert war. Auch die Geschichte hat nichts mit den Filmen gemein. Auf der Suche nach einem Schatz befreit Conan aus Versehen einen Zauberer, der nun nichts Besseres vorhat, als die Welt zu vernichten. Klar dass der Spieler, als Conan höchstpersönlich, ihn aufhalten muss. Der Schlüssel um den Zaubere vernichten zu können scheint Conan's Rüstung zu sein, die er bei der versehentlichen Befreiungsaktion verlor und nun Stück für Stück wieder findet. Die Rüstung wurde verzaubert und jedes Rüstungsteil verleiht dem Träger magische Kräfte. Hauptsächlich kämpft sich Conan aber mit üblichen Schlagwaffen durch die einzelnen Level. Einhändig mit Schild, ein Schwert in jeder Hand oder die dicken Brummer, wo selbst ein Barbar zwei Hände braucht.

Unterschiedliche Tastenkombinationen in der richtigen Reihenfolge, lösen unterschiedliche Combos aus. Aufgrund der unterschiedlichen Waffengattungen können über 100 Kampftechniken, Combos und Finishing-Moves während des Spielverlaufes erlernt werden. Diese können aber nur freigeschaltet werden, wenn der Spieler ausreichend Erfahrungspunkte gesammelt hat, die es für erledigte Gegner oder gefundene Schätze gibt. Daneben kann bzw. muss auch die Energie und Magie, über das Selbe System, immer wieder aufgefüllt werden. Die Steuerung wurde gut umgesetzt und ist einfach zu erlernen, wobei die Lernfase eigentlich nie richtig vorbei ist, da permanent neue Moves dazukommen. Da "Conan" aber nicht gerade zu den einfachen Spielen gehört und die Gegner immer in der Überzahl sind, verwendete ich während des fortschreitenden Spielverlaufs hauptsächlich meine zwei, drei Lieblingsattacken. Das könnte auch daran liegen, dass das so genannte "button mashing", also das willenlose herumdrücken auf den Tasten, bei "Conan" nicht funktioniert. Das Kampfsystem kann als sehr gut gelungen angesehen werden, was von der Kameraführung leider nicht behauptet werden kann.

Die Kameraposition wird vom Spiel fest vorgegeben und kann nicht durch den Spieler gesteuert oder nachgeführt werden. Dadurch leidet zum Teil die Übersicht und der Spielablauf wird unnötig erschwert. So kommt es immer wieder vor, dass Objekte die Spielfigur verdecken, diese aber in diesem Moment gerade angegriffen wird oder eine Aktion ausführen müsste oder der Spieler läuft seinen Gegnern blind und unvorbereitet in die Arme. Hier hätten die Entwickler eine steuerbare Kamera spendieren sollen.
Die Level selbst sind weitläufig und schön anzusehen, wobei ihr Design geradlinig ist. Auf einem strikt vorgegebenen Weg metzelt sich der Spieler seinen Weg bis zu einem Enggegner frei. Damit dies aber nicht zu langweilig wird, müssen immer wieder Rätsel oder Aufgaben gelöst werden. Beides ist recht einfach und wird niemandem ernsthaft Kopfzerbrechen bereiten. Positiv fällt hier die Interaktion mit der Umgebung auf. So muss manchmal mit einer Fackel ein Tor verbrannt werden oder ein Felsen aus dem Weg geräumt werden. Beides sind übrigens auch potentielle Waffen. Die Endgegner sind vom Design her eine Augenweide und kampftechnisch unheimlich zäh. Hier geben sich unter Anderem ein Sanddrache, ein Elefantendämon oder ein Riesentintenfisch die Ehre. Die Ideen, die hinter diesen Kreaturen stecken sind sehr gut, da ist es richtig schade, dass die grafische Umsetzung für eine Xbox360 doch zu kantig ausgefallen ist. Die komplette Grafik, der Figuren und der Umgebung, wurde aufwendig und sehenswert umgesetzt, wenngleich nicht ganz auf der Höhe der Zeit. Die Geräuschkulisse ist in Ordnung und würde es problemlos schaffen, eine düstere und bedrohliche Atmosphäre aufzubauen, wäre da nicht die deutsche Synchronisation.

Irgendwie passen die Stimmen nicht richtig zu den Charakteren und sie hören sich unprofessionell an. Dies kommt hauptsächlich bei den Zwischensequenzen, die den Spielverlauf auflockern sollen, zu tragen. Schlimmer sind aber die Sprüche der Personen während des eigentlichen Spieles. Sie wiederholen sich ständig, sind teilweise unpassend gewählt und hören sich ebenfalls etwas zu künstlich an. Die Hintergrundmusik ist dagegen wesentlich besser. Sie unterstützt das Spiel und wirkt zu keiner Zeit störend. Wer auf der Seite von THQ sich über "Conan" informiert, wird folgenden Satz lesen: "Deutsche Version komplett lokalisiert und für die geltenden Jugendschutzbestimmungen optimiert". Das heißt, die Blutspritzer sind drastisch reduziert, es können keine Körperteile Abgetrennt werden und die Leichen verschwinden. Im Original konnten die Gegner in der Mitte zerteilt werden, was in Deutschland natürlich auch undenkbar ist. Dies alles ist zwar schade, denn zu Conan gehört einfach eine gewisse Brutalität und der allgegenwärtige Geruch von Blut, dem Spielverlauf selbst hat die Zensur glücklicherweise nicht zu sehr geschadet.

"Conan" ist ein Action-Adventure, das auch gerne mit "God of War" verglichen wird. Die Story ist toll, das Kampfsystem ausgereift und die vielen fantasievollen Endgegner klasse. Leider sind die Grafik nicht auf der Höhe der Zeit und die Kameraführung schlecht. Zudem fehlt "Conan" ein Online-Modus, so dass sich das mit der Langzeitmotivation schwierig gestalten wird.

Bernhard Prommer

Features:
Spieler 1
Spielstände je 790kB
HDTV 720p/1080i/1080p
Dolby® Digital-Unterstützung

Xbox-Live:
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