XBOX 360  
 
The Orange Box
Preis: ca. EUR 55,-

Entwickler:
VALVE

Erschienen bei:
Electronic Arts

"Fünf Spiele, Eine Box" steht klein gedruckt auf der Verpackung, der umfangreichsten Half-Life 2-Sammlung, die es bislang für die Xbox gab. Eigentlich wäre zu erwarten, dass "Episode Zwei" oder "Team Fortress 2" die Stars dieser Sammlung sind, doch der geheime Liebling wird bei den meisten Spielern mit Sicherheit "Portal" werden.

"Half Life 2", "Half Life 2: Episode Eins", "Half Life 2: Episode Zwei", "Portal" und "Team Fortress 2" sind die Titel der Spiele auf der prall gefüllten DVD der "The Orange Box". Die ersten vier Titel sind reine Einzelspieler-Spiele und "Team Fortress 2" ein reines Mehrspieler-Spiel, welches einen Gold-Account oder mindestens eine zweite Xbox360 voraussetzt. Die "Half Life 2"-Reihe ist eine nicht enden wollende Geschichte vom Kampf des Wissenschaftlers Gordon Freeman gegen Außerirdische und gegen ein totalitäres System. Nebenbei muss er auch immer wieder die Erde vor dem sicheren Untergang retten. "Half Life 2" erschien für die Xbox Ende 2005 und "Half Life 2: Episode Eins" Ende 2006. Beide Titel erhielten beste Bewertungen, und das zu Recht. Steuerung, Grafik, Sound und die Atmosphäre sind vom Allerfeinsten. "Half Life 2: Episode Zwei" ist nun die neuste Fortsetzung und schließt wieder nahtlos an den Vorgänger an. Diesmal muss der Spieler, natürlich in Form von Gordon Freeman, wichtige Daten den anderen Wissenschaftler des Widerstandes bringen, was aber gar nicht so einfach ist. Prinzipiell ist "Episode Zwei" Inhaltlich wieder sehr gut gelungen, lediglich die Art einiger Missionen finde ich etwas nervig. Hier geht es immer wieder darum, dass nur Gordon Freeman eine Bedrohung abwenden kann. Meist müssen einige übermächtige Gegner in einer bestimmten Zeit erledigt werden.

Hier sollten die Entwickler darauf achten, dass sich "Half Life 2" nicht zu einem schnöden Militär-Shooter entwickelt. "Episode Zwei" ist im wahrsten Sinne des Wortes aber nur eine Episode, denn sie wirft mehr Fragen auf als sie beantwortet und das Ende schreit förmlich nach einer Fortsetzung. Leider ist auch die Spieldauer ziemlich kurz geraten, so dass der geübte Spieler in gut fünf Stunden ebenfalls nach diese Fortsetzung schreit. Die Grafik wurde nur leicht verbessert und ist somit nicht ganz auf der Höhe der Zeit. Dies würde ich aber nicht als Nachteil ansehen, denn so bleibt "Half Life 2: Episode Zwei" dem Stiel der "Half Life 2"-Reihe treu. Auch die Steuerung wurde komplett übernommen und ist dadurch in allen drei Episoden gleich.
"Team Fortress 2" ist das Multiplayer-Spiel von Half Life 2 und präsentiert sich mit viel Witz im Comic-Stiel. Der Spieler kann zwischen neun unterschiedlichen Charakteren mit ganz speziellen Eigenschaften wählen. Diese Charaktere sind in die Kategorien "Angriff", "Verteidigung" und "Unterstützung" unterteilt. Der "Scout" gehört zum Beispiel zur Kategorie "Angriff". Er ist unheimlich schnell und kann enorm weit springen, zappelt aber permanent rum und scheint immer kurz vor einem Herzinfarkt zu stehen, was ziemlich gut seine Überlebenschancen bei einem direkten Kampf beschreibt.

Das absolute Gegenteil zum "Scout" ist der "Heavy". Er gehört zur Kategorie "Verteidigung" und ist behäbig und langsam, schleppt aber eine mächtige Maschinenkanone mit sich herum und kann eine Menge einstecken. Die "Unterstützung" setzt sich aus dem "Medic", dem allseits beliebten "Sniper" und dem "Spion" zusammen. Der "Medic" kann seine Teamkollegen heilen, sieht aber nicht wirklich Vertrauen erregend aus und der "Spion" scheint optisch irgendwie mit Sam Fischer verwandt zu sein. Er hat die Fähigkeit, sich für kurze Zeit unsichtbar zu machen oder sich als einer der Gegner zu verkleiden, was dann für einige Verwirrung im gegnerischen Team sorgt. Bei dieser großen Auswahl an unterschiedlichen Charakteren und Fähigkeiten, muss jeder Spieler herausfinden, wer ihm am besten liegt. In Xbox-Live gibt es hierzu extra das "Spielerduell", bei dem keine Statistik geführt wird. Zum Probieren, Üben und bestaunen der tollen und witzigen Grafik, hätte ich mir aber eine Offline-Variante mit Bot's gewünscht.
Kaum Wünsche lässt das Spiel "Portal" offen. Hier haben es die Entwickler geschafft, ein neues und unheimlich gutes Spielprinzip in die "Half Life 2"-Welt einzubringen. Die Aufgabe des Spielers besteht darin, unterschiedliche Testparkuhre zu meistern.

Hierzu steht ihm ein Portalgenerator zur Verfügung. Mit diesem Gerät, das laut der allgegenwärtigen Computerstimme übrigens mehr Wert ist, als alle Organe des Spielers, ja sogar aller Bewohner seines Heimatplaneten zusammen, können zwei mit einander verbundene Portale aufgebaut werden. Was in das eine Portal hineingeht, kommt aus dem anderen Portal wieder heraus und umgekehrt. Hierbei ist die Eintrittsgeschwindigkeit auch die Austrittgeschwindigkeit und der Eintrittswinkel entspricht dem Austrittswinkel, was zum Lösen mancher Rätsel nicht unwichtig ist. Die allgegenwärtige Computerstimme erklärt jeden Parkuhr kurz, gibt dem Spieler mehr oder weniger hilfreiche Tipps und verspottet und belügt ihn. Hieran wird klar, der Humor wird bei "Portal" groß geschrieben. Dennoch sind die einzelnen Rätsel unheimlich fordernd und was nach der Testkammer 19 passiert, muss jeder selbst herausfinden. Anzumerken wäre noch, dass auch hier die Spieldauer etwas kurz geraten ist.

"The Orange Box" ist wohl die derzeit umfassendste Shooter-Sammlung mit einem unschlagbaren Preis-/Leistungsverhältnis. "Half Life 2" ist einfach ein Klassiker, dessen Story nahtlos in die einzelnen Episoden übergeht. "Portal" ist ein geniales und humorvolles Knobel-Spiel, das das Potential zu einem Kultspiel hat. Für die absolute Langzeitmotivation sorgt dann schlussendlich "Team Fortress 2". Gerade die unterschiedlichen Eigenschaften der einzelnen Charaktere machen dieses Spiel auf lange Zeit interessant.

Bernhard Prommer

Features:
Spieler 1
System Link: 2-16
Spielstände je 10MB
HDTV 720p/1080i/1080p

Xbox-Live:
Online Multiplayer 2-16
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