XBOX 360  
 
Ninja Blade
Preis: ca. EUR 65,-

Entwickler:
From Software

Erschienen bei:
Microsoft Game Studios

Haushohe, feuerspukende und blitzeabfeuernde gepanzerte Mutanten in Form einer Spinne, eines Wurms, eines Oktopus oder eines undefinierbaren Etwas fallen über Tokio her und der Spieler ist alleine, hat nur drei Schwerte und ein Shuriken um sie alle zu besiegen und Tokio zu retten ... und er hat tatsächlich eine Chance.

"Ninja Blade" ist ein unglaublich schnelles und rasantes Action-Adventure mit hohem Hack&Slay Anteil, dass dem Spieler keine Zeit zum Luftholen lässt. Permanent müssen Horden von Gegner erledigt, Bosskämpfe ausgetragen und schwierige Hindernisparcoure gemeistert werden. Selbst in den Zwischensequenzen sind Quick Time Events eingebaut, dass es fast unmöglich ist, während des Spieles etwas zu trinken, geschweige denn Chips zu essen. "Ninja Blade" spielt in Tokio im Jahre 2015. Dort werden die Menschen von parasitären Würmern befallen und mutieren zu Monstern. Dies geht so schnell, dass sich die "G U I D E" , eine Organisation zur Infektionsbekämpfung einmischt und damit droht, Tokio mit allen Einwohnern zu vernichten. Immerhin wollen sie dazu keine Kernwaffen benutzen sondern das mit einem Laser erledigen, ob die betroffenen diesen Umweltgedanken zu würdigen wissen, sei mal dahingestellt. Nun kommen wir ins Spiel. Wir gehören auch zu diesem Verein, sind aber die schlagkräftigen Aufräumtruppe und bekommen die Chance, alle Mutanten zu eliminieren und Tokio vor der Vernichtung zu retten. Zu Beginn noch zu mehreren, ist nach dem Tutorial nur noch der Spieler übrig, denn als ob die Mutanten nicht schon für genug Ärger sorgen, gibt es noch eine Intrige, in die auch unser Meister und gleichzeitig Vater verwickelt ist. "Ninja Blade" hat sich, im Bezug auf die Spielideen, frech bei anderen Spielen inspirieren lassen, was aber absolut kein Nachteil ist, denn zu diesen Spielen gehören gefühlt "God of War", "Devil May Cry", die "Ninja Gaiden Serie" und ganz wichtig "Prince of Persia: The Sands of Time", denn unser Held kann an Wänden hoch und an ihnen entlang laufen. Im Prinzip geht es darum Massen von Gegner niederzumetzeln um sich so zu einem Boss-Gegner durchzuarbeiten. Dieser muss dann so lange traktiert werden, bis wir unseren eleganten und hübsch anzuschauenden aber absolut tödlichen Finishing-Move ansetzen können. Dies hört sich einfach und langweilig an, ist es aber nicht.

Die Orte, an denen die Kämpfe ausgetragen werden, sind wahnwitzig. Entweder befinden wir uns im freien Fall und kämpfen gegen Flugmutanten, natürlich ohne Fallschirm, dann müssen wir auf einer Tragfläche eines Flugzeuges gegen Riesen-Kalahari antreten oder einen Riesenwurm töten, der aus "Dune, der Wüstenplanet" entsprungen sein könnte und ganze Hochhäuser zerstört. Von diesen Boss-Kämpfen gibt es in "Ninja Blade" massenweise. Mir fällt im Moment kein Spiel ein, das mehr davon bietet und erst gegen Ende ist eine kleine Wiederholung bei diesen Boss-Mutanten zu erkennen. Leider kann sich aber so ein Endgegner-Kampf zuweilen auch ganz schön ziehen, denn es muss mit der richtigen Waffe zur richtigen Zeit die richtige Stelle getroffen werden. Wer während so eines Kampfes stirbt, muss nur am Anfang dieses Kampfes wieder beginnen, was ziemlich fair ist. Wer die Quick Time Events, die nicht nur während eines solchen Kampfes eingebunden sind verdummbeudelt, muss nur diesen wiederholen, was noch fairer ist, bei anderen Spielen muss der arme Spieler wieder am Anfang der Mission beginnen (siehe Devil May Cry). Nur die Speicherpunkte liegen viel zu weit auseinander, denn der Fortschritt wird nur am Ende einer Mission konserviert, und diese sind, mit fast einer Stunde, und das nur wenn man sich wirklich beeilt, ziemlich lange. Damit wir uns gegen die Mutanten richtig gut zur Wehr setzen können, besitzen wir drei unterschiedliche Schwerter und ein Shuriken. Ein dickes Schwert ist zum Panzer brechen und Wände einreißen, die beiden kleinen Schwerter sind für schnelle Gegner und da sie auch ein Stahlseil haben, können mit ihnen auch größere Schluchten überwunden werden und der Samurai-Säbel ist quasi die Standard-Waffe. Dann gibt es, wie bereits erwähnt, noch den Shuriken, ein überdimensionaler Wurfstern, der Wind, Feuer oder Blitze erzeugen kann. Dies ist wichtig, denn so können unterschiedliche Gegner erledigt, Feuer gelöscht oder Barrieren weg gebrannt werden. Dies ist auch so ziemlich der Inhalt der Rätsel, mit denen "Ninja Blade" aufwartet. Nicht unbedingt schwer, aber der Spielfluss wird angenehm aufgelockert. Natürlich können jede dieser Waffen auch aufgerüstet werden, dazu müssen fleißig Blutkristalle der erledigten Gegner aufgesammelt und in einem Menü an die Waffen verteilt werden. Wird eine dieser Waffen verbessert, gibt sie weitere mögliche Tastenkombinationen für bessere Kampf-Moves preis.

Das richtige Drücken dieser Tastenkombinationen scheint bei "Ninja Blade" aber nicht unbedingt im Vordergrund zu stehen und so haben in den leichteren Level auch die Freunde des Button Mashing eine gute Chance zu überleben. Bei den Quick Time Events muss bekanntermaßen die richtige Taste zur richtigen Zeit gedrückt oder der Analog-Stick in die richtige Richtung bewegt werden. Hier haben sich die Entwickler nichts Neues einfallen lassen, es ist auch nicht wirklich schwer aber auch nicht nervend, also gut. So gesehen ist die Steuerung gut gelungen und eine Eingewöhnungsphase wird hauptsächlich der Genre-Neuling benötigen, denn wenn etwas Hektik aufkommt, und davon gibt es eine Menge in dem Spiel, kann man schon mal vergessen, wo jetzt die "X"-Taste war. Eines nervte aber dann doch etwas, wurde ein Kampf-Move per Tastenkombination gestartet, kann dieser nicht mehr abgebrochen werden, auch wenn unser Held dadurch geradewegs in sein Verderben läuft. Das ist aber auch eher genre-typisch. Grafisch gibt sich der Titel spektakulär. Es werden zwar nicht sämtliche Möglichkeiten einer XBox360 ausgeschöpft, aber dennoch gibt es viel Feuer, Explosionen und wunderschön modellierte Endgegner. Sämtliche Animationen, so wie die Zwischensequenzen laufen flüssig und ohne zu ruckeln ab. Leider spielt "Ninja Blade" fast ausschließlich bei Nacht und in den Hochhausschluchten von Tokio, deshalb wirken die Schauplätze eher trist. Arg viel Zeit, sich darüber Gedanken zu machen, bleibt bei dem rasanten Spieleablauf aber so wie so nicht. Soundtechnisch ist alles im grünen Bereich. Die Hintergrundmusik ist orchestral, fällt aber nicht weiter auf. Auf eine deutsche Synchronisation wurde verzichtet, was meines Erachtens aber kein Fehler ist, denn die englischen Sprecher sind gut zu verstehen und so arg viel wird sowieso nicht gesprochen, nicht einmal in dem Tutorial. Dieses ist gut und erklärt die Grundzüge der Steuerung, so dass man getrost das Handbuch auf die Seite legen kann. Lediglich inhaltlich wundert es mich, dass unser Charakter, der angeblich ein super erfahrener Ninja ist, erst jetzt alle essentiellen Techniken beigebracht bekommt und auch erst jetzt die tollen Waffen bekommt. Was hat der eigentlich die ganzen Jahre zuvor gemacht?

"Ninja Blade" ist ein absolut empfehlenswertes Hack&Slay Spiel. Der Spieleablauf ist rasant, und gibt dem Spieler keine Verschnaufpause. Die Schauplätze sind Wahnsinn und absolut innovativ. Die Grafik ist beeindruckend und vor allem bietet "Ninja Blade" die höchste Endgegnerdichte jeher.

Bernhard Prommer

Features:
Spieler 1
Spielstände je 256MB
HDTV 480p/720p/1080i/1080p

Xbox-Live:
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