XBOX 360  
 
Pirates of the Caribbean: Am Ende der Welt
Preis: ca. EUR 55,-

Entwickler:
Eurocom Entertainment

Erschienen bei:
Disney Interactive

Captain Jack Sparrow, Will Turner und Elizabeth Swann sowie Piraten, Menschenfresser, Zombies, Riesenkraken und Davy Jones, sollten eigentlich für ein spannendes und witziges Adventure mehr als ausreichend sein. "Pirates of the Caribbean: Am Ende der Welt" ist auch tatsächlich spannend und witzig ausgefallen, hat aber dennoch einige Macken.

Eins vorweg, bei "Pirates of the Caribbean: Am Ende der Welt" handelt es sich dieses Mal wirklich um einen Lizenz-Titel zur gleichnamigen Filmreihe mit Keira Knightley und Johnny Depp. Da es zum zweiten Film kein Xbox-Spiel gab, wurde bei "Pirates of the Caribbean: Am Ende der Welt" dieser Teil ebenfalls mit eingearbeitet. Das Spiel beginnt im Kerker, wo dem motivierten Nachwuchspiraten in kleinen Dosen die Steuerung näher gebracht wird. Sämtliche Tasten, Schalter und Knöpfe sind belegt und einige Aktionen können auch nur mit Kombinationen Jener ausgeführt werden. Leider ist die Belegung nicht ganz so glücklich ausgefallen, so dass hier meine Eingewöhnungsfase länger als sonst ausfiel. Eine individuelle Konfiguration des Controllers ist nicht möglich. Die Spielfiguren werden in der "Third-Person-Perspektive" durch das Adventure gesteuert, wobei die Kamera sehr gut in das Geschehen integriert wurde, was bei dieser Art von Spielen gar nicht so einfach ist. Laufen, Klettern, Kämpfen, Aufgaben und Rätsel lösen und ganz nebenbei auch noch am Leben bleiben, dies sind die Dinge, auf die sich der Spieler in "Pirates of the Caribbean: Am Ende der Welt" konzentrieren muss, wobei das Kämpfen ganz klar im Vordergrund steht.

Meistens wird hierzu das Schwert benutzt. Es ist auch möglich Messer zu werfen oder eine Pistole abzufeuern und sogar Voodoo-Zauber kann angewendet werden. Befindet sich der Spieler in einer Bar, wird ganz klassisch mit Fäusten und Füßen gekämpft. Die Taktik der Feinde, falls überhaupt eine existiert, ist immer die Selbe nämlich zwei Schwerthiebe parieren und dann treffen lassen. Etwas mehr Intelligenz hätte den Gegnern sicherlich gut getan. Leider kämpfen die eigenen Kameraden aber noch schlechter. In einigen Szenen muss der Spieler bis zu drei Charaktere im Kampf steuern, indem er zwischen diesen hin- und herschaltet. Eigentlich gut gedacht aber sobald einer dieser Charaktere nicht vom Spieler gesteuert wird, verwandelt er sich vom Piraten zum passiven Schlachtvieh, was weder dem Spielfluss noch der Motivation zuträglich ist. Neben den "normalen" Gegnern, sind da noch einige spezielle Gegner, die nur mit einem speziellen Abschluss-Move erledigt werden können und bei ganz arg speziellen Gegnern gibt es noch "das Duell" als besondere Form des Kampfes. Leider erinnert das Duell aber mehr an einen Reaktionstest als an einen Schwertkampf. Die vereinzelten Rätsel, die es zu lösen gilt, werden niemanden vor ein ernsthaftes Problem stellen, da sie sehr einfach ausgefallen sind. Der komplette Schwierigkeitsgrad von "Pirates of the Caribbean: Am Ende der Welt" ist meines Erachtens zu leicht ausgefallen und kann leider auch nicht eingestellt werden. Das einzige Motivationssystem, was den Spieler zum freiwilligen Wiederholen eines Levels animieren soll, ist das einsammeln von Gegenständen, von denen eine bestimmte Anzahl in jedem Level versteckt sind.

Es ist klar, dass bei einem Lizenz-Titel weniger Wert auf das Gameplay und mehr Wert auf die Atmosphäre gelegt wird, denn hier soll das Gefühl aus dem Film auf die Konsole übertragen werden, was den Entwicklern von "Eurocom" wenigstens grafisch absolut gelungen ist. Akustisch gibt es noch Nachbesserungsbedarf. Während eines Kampfes wiederholen sich die Sprüche der Gegner sehr schnell und sind nicht immer passend. Jack Sparrow ist während dieser Zeit stumm. Die Filme hätten hier wesentlich witzigere Vorlagen liefern können. Immerhin in den geränderten Zwischensequenzen spricht er in seiner unverkennbaren Art, wobei hier die Lippensynchronisation total daneben ging. Ein Absoluter Treffer ist aber die grafische Umsetzung von "Pirates of the Caribbean: Am Ende der Welt" Die Charaktere sind sehr gut getroffen, was bei Davy Jones und seiner Crew eine echte Herausforderung ist. Auch die Bewegungen der einzelnen Spielfiguren wurden sehr gut in das Spiel integriert. Alles läuft flüssig ab und ist perfekt auf die Umgebung abgestimmt. Die Umgebung selbst wurde mit einer Detailtreue umgesetzt, die wirklich begeistern kann. Die Einzelnen Levels sind grafisch sehr abwechslungsreich gestaltet und versetzen den Spieler immer wieder in eine interessante und neue Welt. Zusätzliche grafische Effekte wie Explosionen, Rauch und sogar wegschwebende Glut bei Fackeln runden das Leveldesign noch weiter ab. Dies wird durch die orchestrale Begleitmusik, die sogar auf das Spielgeschehen abgestimmt ist, sowie die Geräuschkulisse noch weiter unterstützt. So wird sehr schnell genau die Atmosphäre aufgebaut, die von diesem Titel zu erwarten ist und den Spieler für Stunden an die Konsole fesselt, jedenfalls bis das Spiel einmal durchgespielt ist. Wie bereits erwähnt, ein Langzeitmotivationssystem fehlt. Bei Xbox-Live können nur Bestenlisten betrachtet werden und der Multiplayer-Modus dient auch eher zur Kurzweil, trotz eines Kooperations-Modus.

Das Ambiente stimmt, nur das Spiele-Design ist von der Stange. Dies beschreibt "Pirates of the Caribbean: Am Ende der Welt" noch am besten. Grafisch ist das Spiel ein Highlight im Xbox360-Sortiment, was über die spielerischen Mängel fast schon hinwegsehen lässt. So wird dann wohl auch eher der Filmfan zu diesem Titel greifen.

Bernhard Prommer

Features:
Spieler 1-2
Spielstände je 4MB
HDTV 720p/1080i/1080p
Dolby® Digital-Unterstützung

Xbox-Live:
Bestenlisten