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Empire Earth 2

Preis: ca. EUR 40,-

Entwickler:

Mad Doc Software

Erschienen bei:
Vivendi Universal

Wer die Grunddaten zu Empire Earth 2 liest, wird erstmal von der puren Masse an Daten erschlagen. Das Spiel erstreckt sich über 15 Epochen der Menschheitsgeschichte. Von der Bronzezeit, Antike, Renaissance bis hin zum Digital- und futuristischem Gen-Zeitalter reicht die Spanne. 14 verschiedene Völker mit 23 verschiedenen Gebäudetypen, 70 Landeinheiten, 31 Schiffstypen, und 27 Flug sowie 42 Spezial-Einheiten warten auf Euer Kommando!

Wie auch schon der Vorgänger packt Empire Earth 2 die wohl größte Auswahl wählbarer Einheiten und Epochen auf einen Silberling. Natürlich darf bei einem zünftigen Echtzeit-Strategie-Titel der Ressourcenabbau und die Diplomatie sowie fleißiges Erforschen neuer Technologien, welche den Übergang in eine neue Epoche erst möglich machen, nicht zu kurz kommen. Doch wie sagt es schon der Reiseführer „Per Anhalter durch die Galaxis“ so schön: „Keine Panik“ schließlich müsst Ihr ja nicht alle Einheiten dieser Welt auf einmal befehligen. Im Zeitraffer durch die Weltgeschichte könnte auch der Untertitel von Empire Earth 2 sein. Doch auf die brisante Situation, in welcher Eure mit Speeren und Schwertern bewaffneten Soldaten unvermutet auf Panzer, Haubitzen und Jagdflugzeuge treffen, werdet Ihr nur im freien Spiel oder Multiplayerpartien stoßen.

Bei den drei Solospieler-Kampagnen bleibt Ihr nämlich immer schön brav in einer Ära. Im Laufe der 24 Missionen leitet Ihr die Geschicke von drei Zivilisationen durch viele tausend Jahre der Geschichte. Den Beginn machen die Koreaner. Vom kleinen Steinzeitdorf zur antiken Großmacht in Asien gibt es viel zu kämpfen und so mach großen Aggressor zurück zuschlagen. Weiter geht es mit den Preußen, welche ritterlich im Mittelalter starten und sich schlussendlich mit Kanonen und Gewehren das deutsche Reich erschaffen. Die letzte Kampagne ist den Amerikanern gewidmet. Hier beginnt ihr im spanisch-amerikanischen Krieg Anno 1898 und arbeitet Euch über den ersten und zweiten Weltkrieg bis zum Gen-Zeitalter vor, wo Mechs und Infanterieroboter die Schlachtfelder dominieren. In den meisten Missionen müsst Ihr nicht erst eine Siedlung komplett aus dem Boden stampfen sondern beginnt das Szenario in der Regel schon mit einer ausgebauten Siedlung und mehreren Dörfern, sodass Ihr Euch zunächst einen Überblick über Euer Territorium und Anlagen verschaffen müsst. In jedem Level gibt es fordernde Haupt- und Nebenaufgaben zu absolvieren.

Nicht selten müsst Ihr dabei das Auge auf mehr als zwei Orte auf einmal halten. Dabei hilft Euch die praktische „Picture in Picture“ Ansicht, quasi eine verkleinerte Spielansicht, die Ihr auf jeden erkundeten Fleck der Karte richten und Befehle erteilen könnt. Somit ist der Kampagne-Modus nicht gerade ein Zuckerschlecken für Einsteiger und Gelegenheitszocker und selbst Profis kommen da hin und wieder ins schwitzen. Glücklicherweise haben die Entwickler neben einem Pausenmodus, indem Ihr neue Befehle erteilen könnt, einige neue sinnvolle Features wie den „Citizen Manager“ in Empire Earth 2 eingebaut, die einem das Regieren und Kommandieren merklich erleichtern. Beim Citizen Manager seht Ihr sämtliche Rohstoffe auf einer Übersichtskarte, könnt Rohstoffgebäude in Auftrag geben und bestimmt, wie viele Arbeiter wo arbeiten. Der Schlachtplan Manager funktioniert ebenfalls auf der Übersichtskarte. Mit Hilfe von Pfeilen und Linien zeichnet Ihr Euern Schlachtplan und sendet ihn an Freunde und Verbündete zwecks besserer Koordination der gemeinschaftlichen Angriffe. Ebenfalls neu in Empire Earth sind Straßen und Brückenbau, das Kronen-System mit Boni für herausragende Leistungen in den Bereichen Militär, Wirtschaft und Imperium.

Auch die neuen Wettereffekte sehen nicht nur schick aus sondern beeinflussen die Truppengeschwindigkeit und deren Sichtweite. Jede Karte in Empire Earth besteht aus mehreren Territorien, deren Grenzlinien als bunte Striche in Farbe der jeweiligen Nation gekennzeichnet sind. Da jedes Territorium nur eine gewisse Anzahl an Einheiten erlaubt, seid Ihr bald gezwungen, neues Land zu erobern, wollt Ihr das Bevölkerungslimit in die Höhe treiben. Ihr könnt Euch auch auf dem Wege der Diplomatie mit anderen Nationen verbünden, Handelsverträge abschließen oder Tribute fordern. Natürlich kommen epische Schlachten keineswegs zu kurz. Hier gilt wie in so vielen Strategie-Titel: “Der Mix macht’s“, wobei die für meinen Geschmack schon fast zu durchschlagskräftige Artillerie immer mit dabei sein sollte. Grafisch kann Empire Earth nicht mit Titeln wie „ Siedler 5“ oder „Stronghold 2“ mithalten. Die Landschaften wirken einfach etwas karg und steril, Rohstoffe und Gebäude wirken wie aufgesetzt und auch die Animationen der Einheiten hätten ein paar Animationsphasen mehr vertragen. Ganz im Gegensatz dazu sehen die Wasser- und Wettereffekte echt gut aus, passen aber wiederum nicht zur übrigen Optik.

Fazit: Empire Earth 2 bietet viele neue sinnvolle Features, hat einen komplexen Technologiebaum und lässt dem Spieler jede Menge spielerischer wie taktischer Freiheiten. Dennoch bleibt es dabei ein Echtzeit-Strategiespiel der „alten Schule“. Die optische Präsentation hinkt der spielerischen Klasse des Spiels leider hinterher, ebenfalls etwas negativ aufgefallen ist mir der schon fast frustrierend harte Schwierigkeitsgrad in den Solo-Kampagnen. Einen Heiden Spaß macht der Titel jedoch im Multiplayer-Modus, wo sich besonders der Schlachtplan Manager als äußerst wertvoll erwiesen hat. Insgesamt ein gutes Stück Echtzeit-Strategie, welches ich all denen ans Herz legen kann, die eine Herausforderung nicht scheuen.

Sven Eggen

Systemvoraussetzungen:
Windows 98/ME/2000/XP
CPU mit 1,5 GHz
256 MB RAM
64 MB Grafikkarte
1,5 GB HD