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Evil Genius


Entwickler:

Elixir Studios

Erschienen bei:
Vivendi Universal

In Evil Genius verkörpert Ihr ein gemeines teuflisches Genie welches, wie könnte es auch anders sein, versucht, die Weltherrschaft an sich zu reißen. Hierfür stehen drei Charaktere als Chef-Bösewicht zur Auswahl. Der kleine Napoleon-Verschnitt Maximilian, die schöne Millionenerbin Alexis und der asiatische Mandarin Shen Yu. Allerdings ist die Wahl Eures Fiesling rein kosmetischer Natur, auf den weiteren Spielverlauf hat dies keinen Einfluss.

Aller Anfang ist schwer, da macht das Leben auch für richtige Fieslinge keine Ausnahme. Zuerst gilt es mit einem begrenzten Startkapital sowie einer Handvoll Bauarbeiter eine Geheimbasis zu errichten. Hierfür dient eine idyllische Südseeinsel mit passend großem Bergmassiv als Bauort (Dr. No lässt grüßen). Das Spiel erinnert vom Spielprinzip stark an Dungeon Keeper. Mit der Maus zieht Ihr Markierungen in den Berg und gebt anschließend grünes Licht für die Bauarbeiter. Diese machen sich an die Arbeit und sprengen nach Euren Angaben Räume aus dem Fels. Auf diese Art entstehen schnell Kontroll- Ausbildungs- und Tresorräume, sowie Schaltzentrale, Kombüse und Unterkünfte für weiters Personal, welche anschließend noch mit den passenden Gegenständen ausgerüstet werden wollen.

So macht ein Kontrollraum ohne Kontrollkonsole ebenso wenig Sinn wie Unterkünfte ohne Spinde und Betten. Natürlich kostet das Ausrüsten einer solchen Basis auch ein stattliches Sümmchen Bares. Um sich neue Geldmittel zu besorgen schickt man seine Schergen auf Beutezug in die Welt hinaus. Diese wird durch eine zweidimensionale Risiko Weltkarte dargestellt, wobei das eigene Personal wie auch feindlich gesinnte Ordnungskräfte wie kleine Brettfiguren dargestellt werden. Da auch die Geschehnisse auf der Weltkarte in Echtzeit ablaufen, ist es ratsam, immer wieder umzuschalten um die Lage zu sondieren. Im Kontrollzentrum lassen sich die Ergiebigkeit der Länder, und das Polizeiaufkommen checken. Je mehr Schergen man in einem Land stationiert, desto schneller fließt die Kohle in Euren Tresor. Doch Vorsicht! Eure Gauner sind nicht unverwundbar und können bei der Anwesenheit von Polizeikräften das zeitliche segnen.

Durch die so genannten Infamen Aktionen (reichen von Wahlmanipulieren bis zum sprengen des Eifelturms) steigert Ihr Euren Bekanntheitsgrad. Doch Vorsicht: Je bekannter desto mehr Agenten, Sturmtrupps oder gar die gefürchteten Superagenten, werden von den Mächten der Gerechtigkeit auf Eure schnuckelige Insel geschickt, um Euch den Garaus zu machen. Um nicht völlig unterzugehen spickt Ihr Eure Basis mit verschiednen Fallen die Ihr alle etwas umständlich mit auslösenden Sensoren verbinden müsst. Als große Hilfe bei der Verteidigung erweisen sich Eure Handlanger, welche mit Spezialfertigkeiten aufwarten können und die außer Eurem Evil Genius die einzigen Figuren im Spiel sind, denen man direkt Befehle erteilen kann. Der bunte 60er-Jahre-Grafikstiel von Evil Genius ist zwar mit seiner polygonarmen Umgebung, seinen Personen und Objekten nicht das gelbe vom Ei, dennoch überzeugt das Spiel durch seine gelungene Atmosphäre, durch gute Animationen und nicht zu vergessen eine gehörigen Prise schwarzen Humors. Wer Aufbau-Strategiespiele mag, sollte unbedingt mal reinschauen.

Sven Eggen

Systemvoraussetzungen:
Windows 98 SE/ME/2000/XP
CPU mit 800MHz
128 MB RAM
1,4 GB HD
32 MB Graffikarte